Das vietnamesische Ministerium für Bildung und Ausbildung hat neue Regelungen zur Anerkennung ausländischer Diplome beschlossen: Ab dem 26. September 2026 wird das Verfahren komplett über das nationale Portal für öffentliche Dienstleistungen abgewickelt, und die maximale Bearbeitungszeit wird auf 30 Tage verkürzt. Damit reagiert die Verwaltung auf Forderungen nach schnellerer und transparenterer Abwicklung für Rückkehrende, Expat-Studierende und Beschäftigte mit ausländischen Abschlüssen.
Was ändert sich konkret?
Mit dem Inkrafttreten des Rundschreibens Nr. 65/2026/TT-BGDĐT werden die Bedingungen, Zuständigkeiten und das genaue Verfahren für die Anerkennung festgelegt. Wesentliche Neuerungen sind:
- Das gesamte Verfahren wird vollständig online über das nationale Portal abgewickelt.
- Antragstellerinnen und Antragsteller müssen ihre Daten nur noch einmal eingeben; Dokumente können elektronisch hochgeladen werden.
- Informationen, die bereits in staatlichen Datenbanken vorhanden sind, müssen nicht erneut in Papierform vorgelegt oder elektronisch beglaubigt werden.
- Die maximale Bearbeitungsfrist bei Prüfungen, die zusätzliche Abklärungen erfordern, sinkt von 45 auf 30 Werktage ab Eingangsdatum des Antrags.
Regelung nach Ausbildungsformen
Das Rundschreiben differenziert die Anerkennung nach der jeweiligen Ausbildungsform. Erfasst werden unter anderem:
- Präsenzstudium im Ausland
- Gemeinsame Studienprogramme mit ausländischen Partnern (im Ausland und in Vietnam)
- Fernstudium und Online-Studium sowie Kombinationen daraus
Durch die klarere Zuordnung der Bedingungen für jede Methode sollen Hochschulabsolventinnen und -absolventen sowie die zuständigen Behörden einfacher nachvollziehen können, welche Rechtsvorschriften zur Anwendung kommen.
Konsequenzen für Betroffene
Die Reform zielt darauf ab, bürokratische Hürden abzubauen und die Durchlaufzeiten zu verkürzen. Insbesondere folgende Gruppen sind direkt betroffen:
- Rückkehrende Studierende mit ausländischem Abschluss, die in Vietnam eine Anstellung anstreben oder weiterführende Studien planen.
- Hochschulen und Arbeitgeber, die Abschlüsse prüfen müssen.
- Öffentliche Stellen, die auf die Anerkennung angewiesen sind, etwa für Berufszulassungen.
Die Umstellung auf ein einziges, nationales Portal reduziert Redundanzen beim Ausfüllen von Formularen und soll Doppelprüfungen vermeiden. Gleichzeitig stellt die Verkürzung der Bearbeitungszeit einen messbaren Effizienzgewinn dar – von bisherigen 45 auf 30 Werktage in Fällen mit zusätzlicher Überprüfung.
| Aspekt | Bisher | Ab 26. September 2026 |
|---|---|---|
| Bearbeitungsfrist bei Nachprüfungen | 45 Werktage | 30 Werktage |
| Einreichungsweg | Teilweise Papier | Vollständig online |
Offene Fragen und Umsetzung
Aus den veröffentlichten Informationen geht hervor, dass bereits bestehende nationale Datenbanken für das neue Verfahren genutzt werden sollen. Damit hängt der Erfolg der Maßnahme wesentlich von der Qualität der Datensätze und der technischen Anbindung der beteiligten Behörden ab. Ebenfalls wichtig ist die Nutzerfreundlichkeit des Portals für Antragstellende außerhalb größerer Städte und für Personen mit eingeschränktem Online-Zugang.
Für viele Betroffene ist die Verkürzung der Frist ein wichtiger Schritt: Sie reduziert Unsicherheit bei der Stellensuche und erleichtert weitere Mobilität. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie reibungslos die Umstellung auf ein vollständig digitales Verfahren verläuft und ob zusätzliche Unterstützungsangebote für Antragstellende bereitgestellt werden.
Die neuen Regeln treten formal mit dem genannten Rundschreiben in Kraft und markieren einen bedeutenden Schritt zur Digitalisierung administrativer Bildungsprozesse in Vietnam.