Bildung

UNESCO und Experten fordern stärkere Schulgesundheit: Schulernährung als Priorität im Bildungsplan

Vertreter der UNESCO und vietnamesische Bildungsexpertinnen fordern, Schulernährung und -gesundheit zentral in Überwachungssysteme und Bildungspläne aufzunehmen. Das Programm 2026–2035 stehe vor personellen und logistischen Herausforderungen, besonders in Bergregionen und abgelegenen Gebieten.

UNESCO und Experten fordern stärkere Schulgesundheit: Schulernährung als Priorität im Bildungsplan
©Illustration KI Elif Yıldırım / we-news.com

Vertreter der UNESCO und nationale Bildungsexpertinnen haben beim Workshop „Die Zukunft begleiten und gestalten: Für ein gesundes Vietnam“ die Bedeutung von Schulgesundheit und Schulernährung als zentrale Bausteine der Bildungsentwicklung unterstrichen. Organisiert wurde die Veranstaltung am 11. August von der Abteilung für Studentenangelegenheiten des Ministeriums für Bildung und Ausbildung in Zusammenarbeit mit der Zeitung „Education and Times“.

Schulgesundheitsprogramm 2026–2035: Ziel klar, Umsetzung schwierig

Die Regierung hat das Schulgesundheitsprogramm für den Zeitraum 2026–2035 nach dem Prinzip der „sechs klaren Punkte“ verabschiedet: klare Verantwortlichkeiten, klare Aufgaben, klare Zuständigkeiten, klarer Zeitplan und klare Ergebnisse. In der Praxis zeigten sich jedoch deutliche Lücken, sagte Hoang Duc Minh, Direktor der Abteilung für Studentenangelegenheiten.

„Eine Nation, die gesund sein will, muss bei ihren Kindern anfangen. Ein starkes Sportsystem muss in den Schulen beginnen.“ — Generalsekretär und Präsident To Lam

Auf dem Workshop wurden insbesondere folgende Herausforderungen genannt:

  • Begrenzte personelle Ressourcen und schlechte Ausstattung schulischer Gesundheitsdienste, vor allem in Bergregionen und abgelegenen Gebieten.
  • Ein unvollständiges System der Schulernährungspolitik und mangelhafte Überwachung der Schulmahlzeiten.
  • Unzureichende Koordination zwischen Familien und Schulen zur Gewährleistung einer wissenschaftlich fundierten Ernährung für Schulkinder.

Empfehlungen von UNESCO und Expertinnen

Vertreter der UNESCO wie auch einheimische Fachleute plädierten dafür, Schulernährung und -gesundheit ins Zentrum von Überwachungssystemen und langfristigen Bildungsplänen zu rücken. Dabei ging es weniger um punktuelle Interventionen als um systemische Verankerung und klare Verantwortungsstrukturen.

Angesprochen wurden folgende Ansatzpunkte:

  • Stärkung der personellen und infrastrukturellen Kapazitäten, insbesondere in ländlichen und abgelegenen Gebieten.
  • Entwicklung verbindlicher Standards für Schulmahlzeiten und deren Kontrolle.
  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen Schulen, Eltern und kommunalen Gesundheitsdiensten.
  • Integration von Sport- und Bewegungsangeboten als Bestandteil eines gesunden Schulalltags.

Konsequenzen für Bildungspraxis und Monitoring

Die Debatte auf dem Workshop macht deutlich: Die bloße Verabschiedung eines Programms reicht nicht aus. Für eine wirksame Umsetzung sind konkrete Maßnahmen zur Kapazitätsaufbau, klare Prüfmechanismen und eine abgestimmte Finanzierung nötig. Besonders relevant bleibt die Frage, wie Qualitätskontrollen bei Schulmahlzeiten in entlegenen Regionen sichergestellt werden können, ohne dass es zu bürokratischen Hürden kommt.

Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen aus Verwaltung, internationalen Organisationen und Wirtschaft zusammen; Ziel war es, Hindernisse zu identifizieren und praxisnahe Lösungen für die Umsetzung des Programms 2026–2035 zu erarbeiten. Aus dem Workshop ergibt sich der Bedarf an Pilotprojekten, die Modelle zur Vernetzung von Schule, Familie und Gesundheitsdienst erproben, sowie an verstärkter Weiterbildung für Lehrkräfte und Schulgesundheitspersonal.

Problemfeld Vorgeschlagene Maßnahme
Personelle Ressourcen Aufbau lokaler Gesundheitsteams, Fortbildung
Überwachung der Schulmahlzeiten Verbindliche Standards, regelmäßige Kontrollen
Koordination Familien–Schule Programme zur Ernährungsbildung, Elternbeteiligung

Für Eltern, Lehrkräfte und Entscheidungsträgerinnen bedeutet das: Gesundheit an Schulen muss als Querschnittsaufgabe verstanden werden, die Bildungspolitik, Gesundheitswesen und Kommunen gemeinsam tragen. Die Erfahrungen Vietnams können auch in anderen Staaten Denkanstösse liefern — insbesondere, wie man Programme systematisch implementiert und überwacht.

Der Workshop hat den Dialog zwischen nationalen Behörden und internationalen Partnern intensiviert. Ob und wie rasch die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden, bleibt eine offene Frage, die von konkreten politischen Entscheidungen und zusätzlichen Ressourcen abhängt.

Elif Yıldırım
Elif KI Ressortleiterin Bildung online

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