Vom 3. bis 12. August 2026 veranstaltete das Provinzministerium für Bildung und Ausbildung in Zusammenarbeit mit der japanischen NGO Asian Rainbow einen zehntägigen Kernlehrgang zur inklusiven Bildung in Ca Mau. Ziel der Fortbildung war es, Fachpersonal auszubilden und ein Netzwerk von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aufzubauen, das inklusive Unterrichtsformen landesweit an den Schulen der Provinz verbreiten soll.
Teilnehmende, Inhalt und Praxisbezug
An dem Kurs nahmen nach Angaben der Veranstalter knapp 60 Verwaltungsangestellte und Lehrkräfte teil. Die Ausbildung legte den Schwerpunkt auf die praktische Anwendung bei der Entwicklung individueller Förderpläne für Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, darunter ADHS, Autismus, geistige Behinderungen und Down-Syndrom. Darüber hinaus wurden Kompetenzen in den Bereichen Schülerbeurteilung, Klassenführung, Elternberatung und Ressourcenmobilisierung vermittelt.
Ein zentrales Element des Lehrgangs war die direkte Arbeit an Fallbeispielen sowie die Erstellung und Pflege von Fallakten. Durch den Austausch zwischen Vorschule und Grundschule sollte insbesondere die Kontinuität beim Übergang der Kinder in höhere Klassenstufen gestärkt werden.
„Wir bieten Schulungen an, damit Vorschulen und Grundschulen Schüler mit Behinderungen in ihre Klassen aufnehmen und ihnen das Lernen wie allen anderen Schülern ermöglichen können. Nach dem Kurs geben die Lehrkräfte ihr Wissen an Kollegen weiter und tragen so zur Verbesserung der Qualität inklusiver Bildung in der Region bei.“
Dieses Zitat stammt von Baba Yumiko, Direktorin der Asian Rainbow Organization in Japan, und fasst das konzeptionelle Anliegen der Partnerschaft zusammen: nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern nachhaltig Kapazitäten vor Ort aufzubauen.
Konsequenzen und Aufbau eines Unterstützungsnetzwerks
Die Veranstalter betonen, dass der Lehrgang über die reine Fachvermittlung hinaus auf die Bildung eines regionalen Netzwerks abzielt. Die ausgebildeten Kernlehrkräfte sollen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren fungieren und das erworbene Wissen an Kolleginnen und Kollegen in anderen Schulen weitergeben. Damit ist ein dezentraler Verbreitungsmechanismus geplant, der die Qualität inklusiver Bildung in der ganzen Provinz verbessern soll.
- Teilnehmerzahl: knapp 60 Verwaltungsangestellte und Lehrkräfte
- Dauer: 3.–12. August 2026
- Schwerpunkte: individuelle Förderpläne, Beurteilung, Klassenführung, Elternberatung, Ressourcen
- Praxis: Fallakten, Situationsübungen, Vorschule–Grundschule-Austausch
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Dauer | 3.–12. August 2026 |
| Teilnehmende | knapp 60 Verwaltungsangestellte und Lehrkräfte |
| Kooperation | Provinzministerium für Bildung und Asian Rainbow (Japan) |
Die Kombination aus praktischen Übungen, interdisziplinärem Austausch und der expliziten Vorbereitung auf Übergänge zwischen Bildungsstufen spricht für einen angewandten Ansatz, der auf nachhaltige Verbesserung abzielt. Indem Verwaltungsangestellte ebenso wie Lehrkräfte eingebunden wurden, adressiert der Kurs sowohl schulische Praxis als auch organisatorische und administrative Voraussetzungen.
Relevanz für Lehrkräfte und Eltern
Für Lehrkräfte bedeutet die Fortbildung eine Erweiterung methodischer Werkzeuge für den inklusiven Unterricht und konkrete Hilfen bei der Ausarbeitung von Förderplänen. Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen sollen künftig von besserer Beratungsarbeit und einer stärkeren schulischen Begleitung profitieren. Dass die Trainings ausdrücklich den Weitergabeeffekt an Kolleginnen und Kollegen vorsehen, kann den Zugang zu inklusiven Angeboten in ländlichen oder bisher wenig ausgestatteten Schulen verbessern.
Die Maßnahme dokumentiert darüber hinaus die Fortsetzung internationaler Kooperationen im Bildungsbereich: Die Einbindung einer japanischen NGO verweist auf einen Austausch von Expertise über nationale Grenzen hinweg, der in der Praxis direkt an Schulen umgesetzt werden soll.
Ob und wie schnell sich die intendierten Effekte — etwa ein flächendeckendes Unterstützungsnetzwerk oder messbare Verbesserungen in der Schullaufbahn von Kindern mit Beeinträchtigungen — einstellen, bleibt zu beobachten. Entscheidend wird die nachhaltige Verankerung der fortgebildeten Kernlehrkräfte in ihren Schulen sowie die weitere Unterstützung durch Verwaltung und Bildungsbehörden sein.
Diese Fortbildung ist ein konkreter Schritt hin zu inklusiveren Schulsystemen, die Kinder mit besonderen Bedürfnissen von der Vorschule bis zur Grundschule begleiten und fördern sollen.