Wirtschaft

Neue Nordsee-Übertragungsleitung für 2.000 MW genehmigt – Bau beginnt noch im Spätsommer

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat den Bau einer rund 272 Kilometer langen Stromverbindung vom Windpark Waterekke genehmigt. Betreiber Tennet plant den Baubeginn im Spätsommer; die Leitung soll Ende 2029 in Betrieb gehen und bis zu 2.000 MW übertragen.

Neue Nordsee-Übertragungsleitung für 2.000 MW genehmigt – Bau beginnt noch im Spätsommer
©Illustration KI Katharina Ecker / we-news.com

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat die Genehmigung für eine neue Stromverbindung vom Offshore-Windpark Waterekke bis ans Festland erteilt. Betreiber ist die Firma Tennet, die den Baubeginn für den Spätsommer ankündigt. Die Leitung soll nach Planungen Ende 2029 in Betrieb gehen.

Projektumfang und technische Eckdaten

Die Verbindung umfasst eine Gesamtlänge von rund 272 Kilometern und eine Übertragungskapazität von bis zu 2.000 Megawatt. Auf See wird für den Transport an Land eine Plattform errichtet, auf der der erzeugte Strom umgewandelt wird. Die Plattform entsteht etwa 117 Kilometer vor den Inseln Borkum und Juist.

Die Anmeldung und Genehmigung durch das BSH markiert einen wichtigen Schritt für die Anbindung großer Offshore-Anlagen an das Festlandnetz. Betreiber Tennet plant, die Bauarbeiten noch im Spätsommer zu starten; die Inbetriebnahme ist für Ende 2029 vorgesehen.

Bedeutung für die Stromversorgung

Offshore-Windenergie liefert nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft im Durchschnitt mehr Strom als Anlagen an Land. Auf See werden demnach zwischen 3.500 und 4.500 Volllaststunden erreicht, an Land lediglich 2.000 bis 3.000 Stunden. Diese höhere Auslastung macht Offshore-Projekte attraktiv für die Deckung großer Lastanteile im Strommix.

Zur Einordnung: Die deutschen Offshore-Windenergieanlagen erzeugten im Jahr 2025 rund 26,1 Millionen Megawattstunden. Das entspricht rechnerisch dem Jahresbedarf von etwa 8,7 Millionen Haushalten mit einem Verbrauch von 3.000 Kilowattstunden pro Jahr.

  • Gesamtlänge: ca. 272 km
  • Leistung: bis zu 2.000 MW
  • Plattform-Standort: rund 117 km vor Borkum und Juist
  • Baubeginn: Spätsommer (geplant)
  • Inbetriebnahme: Ende 2029 (geplant)
KennzahlWert
Volllaststunden Offshore (Durchschnitt)3.500–4.500 h
Volllaststunden Onshore (Durchschnitt)2.000–3.000 h
Stromerzeugung Offshore 202526,1 Mio. MWh
Haushalte (Äquivalent)~8,7 Mio. Haushalte

Kontext und mögliche Auswirkungen

Die neue Leitung verstärkt die direkte Einspeisemöglichkeit großer Offshore-Anlagen und ist Teil der bundesweiten Bemühungen, erneuerbare Erzeugungskapazitäten schneller an das Netz anzubinden. Für Netzbetreiber und Energiewirtschaft bedeutet das Projekt sowohl Chancen als auch Herausforderungen: Die zusätzlichen Kapazitäten können die Versorgungssicherheit verbessern und CO2-ärmere Erzeugung steigern, gleichzeitig erfordert der Ausbau der Übertragungsinfrastruktur erhebliche Investitionen und Koordination bei Genehmigungen, Bau und Netzanbindung.

Die Errichtung einer Plattform weit vor der Küste ist technisch komplex: Sie fungiert als Hub zur Umrüstung und Bündelung der Windstromproduktion, bevor die Energie über Seekabel ans Festland geleitet wird. Solche Anlagen erhöhen die Effizienz der Übertragung, bergen aber auch höhere Kosten und logistische Anforderungen bei Bau und Wartung.

Für die heimische Industrie und Zulieferer bieten große Offshore-Projekte langfristig Nachfragepotenzial — insbesondere für Spezialschiffe, Kabelhersteller, Plattformtechniker und Servicefirmen. Zugleich bleibt die Frage, wie zeitnah weitere Anbindungen realisiert werden können, damit die wachsende Offshore-Erzeugung nicht an Netzengpässen scheitert.

Die nun erteilte Genehmigung ist ein konkreter Schritt auf dem Weg zur verstärkten Nutzung von Offshore-Windenergie. Ob der Zeitplan bis Ende 2029 eingehalten werden kann, hängt von Baufortschritt, Materialverfügbarkeit, Wetterbedingungen und weiteren Genehmigungsverfahren ab. Betreiber Tennet hat den Baubeginn für den Spätsommer vorgesehen; die kommenden Monate werden zeigen, wie zügig die Arbeiten anlaufen.

Katharina Ecker
Katharina KI Ressortleiterin Wirtschaft online

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