Trockenheit trifft Ackerbau und Viehwirtschaft im Bezirk Oberwart
BEZIRK OBERWART. Die anhaltende Dürre der vergangenen Wochen und Monate hat in Teilen des Bezirks Oberwart zu gravierenden Ernteausfällen geführt. Einige Flächen verzeichneten laut Betrieben Schäden von bis zu 100 Prozent.
Der Bio-Landwirt Hans Unger aus Oberschützen schildert die Lage als außergewöhnlich. „In den letzten Jahrzehnten gab es keine so lange Trockenheitsperiode wie dieses Jahr“, so Unger. Besonders betroffen seien Mais und Soja; hier rechne er mit nahezu kompletten Ausfällen, weil die Pflanzen mangels Niederschlägen kaum entwickelt werden konnten. Auch Weizen und Roggen blieben unter dem Durchschnitt.
Eine gezielte Bewässerung der Felder sei für Unger keine realistische Option: Die Kosten und die knappe Wassersituation verhinderten flächendeckende Bewässerungsmaßnahmen. Damit bleiben die Betriebe weitgehend von natürlichen Niederschlägen abhängig.
Konsequenzen für Futterversorgung und Betriebe
Für die Familie Schoditsch aus Welgersdorf hat die Dürre unmittelbare Folgen für die Tierhaltung. Der Betrieb bewirtschaftet rund 950 Hektar und hält etwa 350 Rinder. Ackerbau und Viehzucht sind hier eng verzahnt: Ein großer Teil des Futters stammt vom eigenen Betrieb. Durch die Missernten droht nun eine akute Futterknappheit.
- Hohe Futterkosten durch Zukauf von Silage oder Grundfutter
- Frühere und damit schlechtere Ernten mit geringerer Qualität
- Langfristiger Anpassungsbedarf bei Kulturen und Saatgut
Die Betriebe stehen vor schwierigen Entscheidungen: Futter zukaufen, Tierbestände reduzieren oder alternative Futterquellen erschließen. Alle Optionen sind mit wirtschaftlichem Aufwand und Unsicherheit verbunden.
Forderungen nach Forschung und Unterstützung
Aus der Praxis werden Forderungen laut, die Landwirtschaft besser auf solche Großwetterlagen vorzubereiten. Unger sieht insbesondere Handlungsbedarf in drei Bereichen:
| Bereich | Erwartete Maßnahmen |
|---|---|
| Saatgut | Entwicklung trockentoleranter Sorten |
| Politik und Förderung | Finanzielle Hilfen und nachhaltige Investitionsförderungen |
| Forschung | Anpassung an veränderte Großwetterlagen und Praxislösungen |
„Es wird sehr viel Regen benötigen, um die derzeitige Situation noch auszugleichen, falls das überhaupt noch möglich ist.“
Mit Blick auf die Zukunft betonen die Landwirtinnen und Landwirte, dass kurzfristige Hilfen notwendig sind, aber ebenso langfristige Strategien zur Anpassung an häufigere Extremwetterlagen. Dazu zählen etwa Anreize für Investitionen in effizientere Bewässerungstechnik, die Züchtung geeigneter Sorten und eine erweiterte Forschungsförderung.
Die Auswirkungen der Dürre reichen über einzelne Betriebe hinaus: Sie betreffen regionale Futtermittelversorgung, Preise und damit auch nachgelagerte Wirtschaftszweige. Für die Region Oberwart stellt sich nun die Frage, wie Landwirtschaft, Politik und Wissenschaft gemeinsam auf die signs der Klimawandels reagieren und welche Maßnahmen kurzfristig und langfristig greifen müssen.
Die betroffenen Betriebe appellieren an Entscheidungsträger, konkreten Unterstützungsbedarf zu prüfen und rasch umsetzbare Programme zu schaffen. Bis dahin bleibt vielen Landwirtinnen und Landwirten nur abzuwarten, ob noch ausreichende Niederschläge die Ernte retten können.