HORNST EIN – Der Hornsteiner Familienbetrieb Högerl wurde mit dem MeinBezirk-Award 2026 in der Kategorie Land- und Forstwirtschaft ausgezeichnet. Aus dem rund 1.000 Quadratmeter großen, hauseigenen Obstgarten entstehen seit gut vier Jahrzehnten Edelbrände, die auf regionaler Handwerkskunst und einer naturnahen Pflege der Obstbestände basieren.
Aus kleinsten Anfängen gewachsen
Die Wurzeln des Betriebs liegen in einer schwierigen Familienphase: Nach dem Tod von Monika Högerl seinerzeit übernahm das junge Ehepaar einen Obstgarten mit rund 60 Zwetschkenbäumen und weiteren Obstsorten. Da sich keine Abnehmer für die Ernte fanden, begann das Paar, die Früchte selbst zu verarbeiten. Mit der praktischen Unterstützung des Vaters, der Erfahrung in der Schnapsbrennerei mitbrachte, erlernte Karl Högerl das Destillieren. Der erste dokumentierte Edelbrand, ein Zwetschkenschnaps, stammt aus dem Jahr 1986 und wurde damals mit „Sehr gut“ bewertet.
- Größe des Obstgartens: rund 1.000 Quadratmeter
- Ursprung: rund 60 Zwetschkenbäume im Erbe der Familie
- Erste Bewertung: Zwetschkenschnaps 1986 mit „Sehr gut“
Naturnaher Ansatz als Kennzeichen
Der Obstgarten der Högerls ist kein streng geordnetes Pflanzschema, sondern ein Naturgarten, der weder heute noch früher gespritzt wurde. Bäume, Sträucher, Blumen und Kräuter wachsen meist dort, wo sie sich selbst ansiedeln. Dadurch entsteht ein vielfältiges Pflanzenbild, das der Familie als Grundlage für die Produktion ihrer Edelbrände dient. Monika Högerl bringt diese Haltung knapp auf den Punkt:
„Bei uns gibt es einen Naturgarten, der weder heute noch früher gespritzt wurde. Es muss nicht alles in Reih' und Glied stehen. Was wachsen möchte, darf wachsen und ist willkommen.“
Handwerk und Identität
Die Herstellung der Edelbrände bleibt in der Familie: Viele Arbeitsschritte erledigen Monika und Karl gemeinsam, doch das Brennen gilt weiterhin als Chefsache. Der Betrieb steht damit beispielhaft für eine Form regionaler Wertschöpfung, die auf lokalen Rohstoffen, traditionellem Wissen und persönlicher Handarbeit beruht. Die Auszeichnung durch den MeinBezirk-Award unterstreicht die langjährige Anerkennung für Qualität und Beständigkeit.
Bedeutung für Hornstein
Für Hornstein trägt die Anerkennung des Högerl-Betriebs zur Sichtbarkeit lokaler Landwirtschaft bei. Solche Betriebsmodelle leisten einen Beitrag zur Biodiversität und bieten eine Alternative zu intensiv bewirtschafteten Flächen. Zugleich zeigt der Fall, wie aus einer privaten Ernte ein Betrieb mit regionaler Strahlkraft werden kann – ein Aspekt, der für die wirtschaftliche und kulturelle Verankerung kleiner Betriebe in der Gemeinde wichtig ist.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Obstgartengröße | ~1.000 m² |
| Ursprung (Bäume) | ~60 Zwetschkenbäume |
| Erste dokumentierte Abfüllung | 1986 (Zwetschkenschnaps, bewertet „Sehr gut“) |
| Auszeichnung | MeinBezirk-Award 2026 (Land- und Forstwirtschaft) |
Die Auszeichnung eröffnet dem Betrieb keine automatischen Förderungen, erhöht aber die Wahrnehmung in der Region und darüber hinaus. Für Konsumentinnen und Konsumenten in Hornstein und Umgebung bleibt die Option, regionale Produkte bewusst zu wählen und damit regionale Kleinbetriebe zu unterstützen.
Der Fall Högerl steht stellvertretend für viele kleine landwirtschaftliche Initiativen im Burgenland: Sie verbinden Tradition mit naturnahem Wirtschaften und erhalten so lokale Identität und Biodiversität. Für die Gemeinde Hornstein ist das ein positives Signal in Zeiten, in denen regionale Produktionswege und authentische Handwerksbetriebe wieder stärker geschätzt werden.