Neuer Gemeinschaftspunkt auf ehemaligem Kasernenareal
Auf dem Gelände der ehemaligen Magdeburgkaserne in Klosterneuburg wurde am Freitag der neue Wirtschaftshof der Stadt eröffnet. Das Projekt gilt als erster Meilenstein für das geplante Pionierviertel, das auf dem seit 2013 brachliegenden Areal entstehen soll. Die offizielle Eröffnung wurde unter anderem von Landeshauptfrau Johanna Mikl‑Leitner begleitet.
Die Kaserne hatte nach ihrem Ende im Jahr 2013 keine dauerhafte Nutzung mehr erfahren. 2015 verkaufte das Bundesheer Teile des Geländes an das Stift Klosterneuburg zum Preis von 9,5 Millionen Euro. Zwischendurch diente das Areal als Flüchtlingsquartier. In den vergangenen Jahren wurden weitere Grundstücke von der Gemeinde erworben, um die Entwicklung eines neuen Stadtviertels gezielt voranzutreiben, wie Baudirektor Peter Neubauer erläutert.
„Die Entwicklung des Projekts geht schon Jahre zurück. Wir hatten dann mit der Auflösung der Kaserne die Möglichkeit, einen Teil dieses Areals zu kaufen. Ab dann begannen konkrete Überlegungen, wie sich dieser Standort entwickeln kann.“ — Peter Neubauer, Baudirektor
Der neue Wirtschaftshof soll mehrere bisher über die Stadt verteilte Einrichtungen unter einem Dach zusammenführen. Dietmar Schuster, Referatsleiter des Wirtschaftshofs, betonte, dass damit Wege für Bürgerinnen und Bürger verkürzt und interne Abläufe gebündelt würden: „Wir waren bisher an mehreren Standorten in der ganzen Stadt verteilt. Jetzt hat der Bürger nur mehr einen Weg, weil wir vom Wirtschaftshof bis zu Baudirektor und Verwaltung vieles unter einem Dach versammelt haben.“
- Ursprung: Magdeburgkaserne, Ende 2013 außer Dienst gestellt
- 2015: Verkauf an das Stift Klosterneuburg für 9,5 Mio. Euro
- Aktueller Meilenstein: Eröffnung des neuen Wirtschaftshofs
- Investitionsvolumen für den Wirtschaftshof: 14,5 Mio. Euro
- Ziel: Erste Wohnbauten und Schulcampus bis 2031
Finanzielle Dimension und politische Einordnung
Der Bau des Wirtschaftshofs kostete die Gemeinde 14,5 Millionen Euro. Bei einer lange und zum Teil kontrovers diskutierten Entwicklung des Areals bedeutet dies einen spürbaren Brocken für die Gemeindefinanzen. Bei der Eröffnung verwies Landeshauptfrau Johanna Mikl‑Leitner auf die Notwendigkeit kommunaler Investitionen:
„Die schwierigsten Geburten werden die schönsten Kinder. So ist es auch hier. 14,5 Millionen Euro, in einer Zeit, die äußerst herausfordernd ist, wo es aber vor allem wichtig ist, dass investiert wird. Und gerade Gemeinden und Städte sind einfach wichtige Wirtschaftsmotoren.“ — Johanna Mikl‑Leitner
Die Gemeinde argumentiert, dass gebündelte Verwaltungs- und Betriebsstandorte langfristig Effizienzgewinne bringen und zugleich Platz für die weitere Entwicklung des Areals schaffen. Konkrete Entscheidungen zur Trägerschaft, Ausgestaltung und Finanzierung der geplanten Wohnbauten und des Schulcampus stehen allerdings noch aus.
Ausblick: Wohnraum und Bildung bis 2031
Auf dem Kasernenareal sollen in den nächsten Jahren erste Wohnbauten sowie ein neuer Schulcampus entstehen. Als Zieltermin für die Errichtung der ersten Wohnbauten und des Campus nennt die Gemeinde das Jahr 2031. Welche Bauträger, welche Schultypen und wie viele Wohneinheiten konkret geplant sind, wurde bei der Eröffnung nicht im Detail vorgestellt.
Für Klosterneuburg bedeutet das Projekt eine langfristige Entwicklung mit folgenden Auswirkungen:
| Aspekt | Erwartete Wirkung |
|---|---|
| Wirtschaftshof | Zentralisierung städtischer Dienstleistungen, kürzere Wege für Bürger |
| Wohnbauten | Neuer Wohnraum, mögliche Entlastung des lokalen Wohnungsmarkts |
| Schulcampus | Erweiterung der Bildungsinfrastruktur |
Die Umsetzung des gesamten Pionierviertels wird sich in Etappen vollziehen. Nach der jetzt abgeschlossenen Errichtung des Wirtschaftshofs bleibt die Frage, wie rasch weitere Bauphasen realisiert werden können — insbesondere angesichts finanzieller Herausforderungen und planerischer Abstimmungen mit privaten und kirchlichen Eigentümern auf dem Gelände.
Für Anrainerinnen und Anrainer sind künftig die nächsten Schritte von Interesse: Bauzeitenpläne, Verkehrsplanung und konkrete Angebote für Schulen und Wohnungen. Die Gemeinde kündigte weitere Informationen in kommenden Planungsschritten an.