Seit Wochen kann die Angerner Autofähre wegen anhaltenden Niedrigwassers die March nicht queren. Für zahlreiche Bewohner des Bezirks Gänserndorf ist das ein praktisches und symbolisches Problem: Eine verlässliche Verbindung in Richtung Slowakei fehlt, die Frage nach dauerhaften Brückenlösungen wird lauter.
Fünf Übergangsmöglichkeiten, aber keine dauerhafte Lösung
Aktuell gibt es laut den vorliegenden Informationen prinzipiell fünf Wege, die March in Richtung Slowakei zu überqueren. Diese reichen von Schienenverkehr bis zu Fuß- und Radüberwegen, sind aber für den Autoverkehr nur eingeschränkt tauglich – vor allem, solange die Angerner Fähre nicht in Betrieb ist.
- Bahn in Marchegg
- Fahrrad in Schloßhof
- Fahrrad in Marchegg
- Fähre in Angern (nur bei ausreichendem Wasserstand)
- Autobrücke in Hohenau (tagsüber und bei keinem Hochwasser)
Diese Aufstellung macht deutlich: Für Autofahrer bestehen nur begrenzte und wetterabhängige Optionen. Viele Bewohner empfinden die Situation als nicht mehr zeitgemäß und fordern verlässliche Lösungen.
Politische Perspektive: Keine Brücke in den nächsten 15 Jahren
Die Debatte um feste Brückenbauwerke hat mitunter auch eine politische Dimension. SPÖ-Landtagsabgeordneter René Zonschits machte deutlich, dass kurzfristig keine Änderung zu erwarten sei. Er sagte:
„In den nächsten 15 Jahren tut sich da nichts.“
Diese Aussage setzt ein Zeitfenster, das Planungen und Erwartungen in der Region deutlich dämpft. Verkehrs- und Infrastrukturfragen, die für den grenznahen Alltag zentral sind, bleiben damit auf absehbare Zeit ungelöst.
Forderungen aus der Bevölkerung und von Funktionären
Vor diesem Hintergrund sind die Forderungen nach dauerhaften Brücken über die March verständlich. Der frühere FF-Bezirkschef Georg Schicker forderte jüngst den Bau von gleich vier modernen Autobrücken. Solche Vorschläge spiegeln die Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Lage wider, werfen zugleich aber Fragen zu Finanzierung, Planung und Umsetzbarkeit auf.
Für viele im Bezirk Gänserndorf bedeuten die aktuellen Verhältnisse konkrete Einschränkungen: längere Wege, Abhängigkeit von Tages- und Wasserständen sowie Unsicherheit für Pendler und Gewerbetreibende, die grenzüberschreitende Verbindungen nutzen. Ohne kurzfristige Investitionen oder alternative Verkehrsangebote droht eine Fortsetzung dieses Status quo.
Folgen und Ausblick
Solange die Angerner Fähre nicht regelmäßig fahren kann und keine Brückenprojekte kurzfristig umgesetzt werden, bleibt die March-Querung ein sensibles Thema für die Region. Verkehrstechnisch und politisch sind mehrere Fragen offen: Welche Priorität erhält der Brückenbau in regionalen Planungen? Welche kurzfristigen Maßnahmen können die Situation entschärfen? Und wie reagiert die Bevölkerung, wenn die Prognose von 15 Jahren Realität wird?
Die Aussagen aus der Landespolitik haben die Debatte neu entfacht. Ob daraus konkrete Planungen oder zumindest verbindliche Zwischenschritte hervorgehen, wird für die kommenden Monate und Jahre wichtig sein — nicht zuletzt für die täglichen Wege vieler Gänserndorferinnen und Gänserndorfer.