Potsdam. Der neu vereidigte Bildungsminister Brandenburgs bezeichnet das kommende Schuljahr als «das schwierigste überhaupt», das es in dem Bundesland zu bewältigen gilt. Im Zentrum der Sorge steht ein anhaltender Lehrkräftemangel, der laut Ministerium und Sprecher auch kurz vor Schulbeginn nicht entspannt ist.
Kurz vor Schulstart: offene Stellen und Personalnot
Am 24. August beginnt in Brandenburg das neue Schuljahr. Trotz intensiver Suche sind laut Ministerium in der Woche vor Schulbeginn noch 131 Stellen für Lehrkräfte ausgeschrieben. Der Minister machte zuletzt öffentlich Druck, zusätzliche Bewerbungen auch aus anderen Bundesländern zu gewinnen.
„Ich glaube, dass das nächste Schuljahr das schwierigste überhaupt wird, das wir in Brandenburg zu bewältigen haben.“
Die Personalnot ist nicht neu: Im Haushalt 2025 reduzierte die frühere Koalition aus SPD und BSW die Zahl der Lehrkräfte um 345 Vollzeitstellen. Die neue Koalition aus SPD und CDU hat demgegenüber 250 neue Lehrerstellen beschlossen – allerdings nicht in vollem Umfang sofort wirksam, wie aus den bisherigen Angaben hervorgeht.
Konkrete Auswirkungen und Beispiele
Das Ministerium weist darauf hin, dass trotz Bemühungen nicht alle Schulen ihren Bedarf vollständig decken können. Als konkrete Fälle werden Schulen genannt, an denen seit Monaten nach Fachkräften gesucht wird: In Treuenbrietzen wird seit April eine Lehrkraft für Deutsch und Englisch gesucht; in Friesack im Havelland fehlt jemand für Mathematik und Physik, die Bewerbungsfrist ist zwar abgelaufen, Bewerbungen sind aber weiterhin möglich.
- Mangelnde Unterrichtsversorgung in Kernfächern
- Gefährdung der Stundentafeln und damit verbundener Abschlüsse
- Verstärkte Rekrutierung aus anderen Bundesländern
Der Minister und seine Sprecher betonen, dass im Ministerium Lösungen erarbeitet worden seien, um die Abschlüsse der Schülerinnen und Schüler sicherzustellen. Dabei spricht der Minister von einer «vorsichtigen» Hoffnung, die Vorgaben einhalten zu können. Konkrete Maßnahmen wurden in den vorliegenden Informationen nicht detailliert beschrieben.
Politische Vorgeschichte und aktuelle Lage
Die Zahlen im Personal-Haushalt zeigen die Brisanz der Lage: Einmalpolitischer Abbau von 345 Stellen wurde von der Vorgängerregierung beschlossen, die aktuelle Regierungsmehrheit reagierte mit einer teilweisen Rücknahme durch die Schaffung von 250 Stellen. Unabhängig davon bleibt laut Ministerium ein hoher Bedarf an Lehrkräften bestehen.
| Posten | Anzahl (laut Ministerium) |
|---|---|
| Wegfall durch Vorgängerkoalition | 345 |
| Neu geschaffene Stellen (neue Koalition) | 250 |
| Derzeit ausgeschriebene Stellen | 131 |
Für Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen bleibt die Lage angespannt: Offene Stellen bedeuten oft größere Klassen, Vertretungsunterricht oder Verschiebungen bei Fächern und Stundentafeln. Sollten zentrale Vorgaben nicht eingehalten werden können, drohen breitere organisatorische Folgen bis hin zur Beeinträchtigung von Schulabschlüssen.
Der Minister setzt auf verstärkte Mobilisierung von Bewerbern, auch über Ländergrenzen hinweg, und auf interne Lösungen des Ministeriums, um die Abschlüsse zu gewährleisten. Ob diese Maßnahmen ausreichen, wird sich spätestens im Verlauf des Schuljahres zeigen. Die verbleibenden offenen Stellen und die Beispiele einzelner Schulen illustrieren aber den akuten Handlungsbedarf.
Ich beobachte die Entwicklungen genau und werde über konkrete Maßnahmen, Erfahrungen aus den Schulen und mögliche landesweite Folgen für Abschlüsse berichten. In der Zwischenzeit bleibt für viele Betroffene die Frage zentral: Wie wird der Unterrichtsalltag organisiert, wenn wichtige Fächer nicht besetzt sind?