Das Volkskomitee der Stadt Hanoi hat am 7. August mit dem offiziellen Dokument Nr. 4039/UBND-KGVX die Umsetzung der Richtlinien des Generalsekretärs und des Präsidenten aus der zweiten Sitzung des Zentralen Lenkungsausschusses für die Entwicklung der vietnamesischen Kultur angeordnet. Die stellvertretende Vorsitzende Vu Thu Ha unterzeichnete und erließ den Erlass, der die städtischen Behörden zu einer umfassenden Umsetzung auffordert.
Verbindliche Vorgaben für Verwaltung und Kulturakteure
In dem Schreiben werden alle städtischen Abteilungen, Behörden, Organisationen sowie die Volkskomitees der Stadtteile und Gemeinden angewiesen, die einschlägigen Beschlüsse und Programme gründlich zu verstehen und vollständig umzusetzen. Genannt werden unter anderem die Resolution Nr. 80 NQ/TW des Zentralkomitees, das Aktionsprogramm Nr. 08-CTr/TU des Parteikomitees der Stadt und der Plan Nr. 128/KH-UBND des Volkskomitees der Stadt. Ebenso wird auf die Bekanntmachung Nr. 129-TB/VPTW vom 30. Juli 2026 verwiesen.
"Die Rolle in Führung, Anleitung, Inspektion und Überwachung der Umsetzung gemäß den zugewiesenen Sektoren, Bereichen und geografischen Gebieten zu fördern."
Der Erlass betont, dass die kulturelle Entwicklung nicht isoliert zu denken sei: Ziel sei die enge Verzahnung von Kultur mit Wirtschaft, Politik, Sicherheit, Landesverteidigung, Bildung, Wissenschaft, Technologie und Außenpolitik. Dadurch soll die Attraktivität und Verbreitung sowohl der lokalen Kultur als auch der Kultur der Hauptstadt gesteigert werden.
Ministerium für Kultur und Sport als Ständige Agentur
Als Ständige Agentur des Lenkungsausschusses wird das Ministerium für Kultur und Sport beauftragt, die relevanten Ministerien und Behörden bei der laufenden Überprüfung sowie bei der Ausarbeitung von Strategien, Plänen und Programmen für die kulturelle Entwicklung zu unterstützen. Diese Maßnahmen sollen mit den Erfordernissen der neuen Entwicklungsphase in Einklang stehen und die Einheit zwischen kulturellen Zielen und sozioökonomischer Entwicklung sicherstellen.
Besonders hervorgehoben wird die Aufgabe, kulturelle Maßnahmen mit dem langfristigen 100-Jahres-Visionplan der Hauptstadt in Einklang zu bringen. Dies weist auf einen strategischen Anspruch hin, Kulturpolitik nicht nur kurzfristig zu regeln, sondern in umfassende Stadtentwicklungspläne einzubetten.
Digitalisierung und Sichtbarkeit der Kultur
Der Erlass legt außerdem nahe, dass die Digitalisierung aller nationalen kulturellen Angebote vorangetrieben werden soll, um deren Reichweite und Attraktivität zu steigern. Die Formulierungen deuten darauf hin, dass es künftig eine stärkere Steuerung und Koordination geben wird, damit Kulturproduktionen sowohl technisch als auch inhaltlich besser für moderne Rezipientinnen und Rezipienten aufbereitet werden.
- Verbindliche Umsetzung zentraler Beschlüsse und Programme durch städtische Stellen
- Ministerium für Kultur und Sport als Koordinator und Berater
- Integration von Kultur in alle relevanten Politikfelder, inklusive Digitalstrategie
| Dokument | Datum / Nummer |
|---|---|
| Erlass der Stadt Hanoi | Nr. 4039/UBND-KGVX (7. August 2026) |
| Bekanntmachung Zentralbüro | Nr. 129-TB/VPTW (30. Juli 2026) |
| Resolution | Nr. 80 NQ/TW |
Für die Praxis bedeutet der Erlass eine stärkere Kontrolle seitens der Stadtverwaltung: Führung, Anleitung, Inspektion und Überwachung sollen konkretisiert und auf die jeweiligen Sektoren und Gebiete bezogen werden. Die Maßnahmen werden nicht nur kulturelle Einrichtungen betreffen, sondern Behörden übergreifend greifen, etwa bei Bildung, Wissenschaft und bei außenpolitischen Aktivitäten der Stadt.
Die Erklärung signalisiert einen strategischen Kurs: Kultur soll sichtbarer, attraktiver und systematisch in die städtische Entwicklung eingebunden werden. Offen bleibt, wie rasch sich digitale Angebote qualitativ verbessern lassen und mit welchen Mitteln insbesondere junge Zielgruppen angesprochen werden sollen. Ebenso unklar ist, in welchem Umfang zusätzliche Ressourcen bereitgestellt werden — etwa für die Digitalisierung von Beständen oder für Marketingmaßnahmen, die die «Kultur der Hauptstadt» international sichtbarer machen könnten.
Der Erlass markiert dennoch eine klare Priorität: Kultur ist in Hanoi kein Nebenbereich, sondern ein integraler Bestandteil der öffentlichen Politik, dessen Form und Vermittlung künftig strengeren Steuerungsmechanismen unterliegen.