Die Gemeinde Sơn Đồng bei Hanoi hat am 11. August eine mehrstündige Fortbildung für Schulleitungen und Lehrkräfte durchgeführt, die sich mit der Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der MINT-Bildung befasst. Ziel der Veranstaltung war es, pädagogische Konzepte und praktische Methoden vorzustellen, um KI-Kompetenzen für Schüler in verschiedenen Fächern systematisch zu entwickeln.
Fortbildung: Theorie und Praxis verknüpft
Organisiert wurde die Schulung von der Abteilung für Kultur und Soziales der Gemeinde. Als Referent trat Dr. Tuong Duy Hai auf, Leiter des Fachbereichs Physik an der Pädagogischen Universität Hanoi. Er erläuterte zentrale Inhalte der neuen Vorgaben des Ministeriums für Bildung und Ausbildung für das kommende Schuljahr und zeigte Wege auf, wie KI-Themen in MINT-Fächern sowie in der vorschulischen Bildung integriert werden können.
Die Veranstaltung kombinierte Vortragsteile mit praktischen Übungen. Die Teilnehmenden analysierten exemplarische Unterrichtseinheiten, probierten KI-gestützte pädagogische Werkzeuge aus und entwarfen eigene Aktivitäten. Durch diese Mischung sollten Lehrkräfte einerseits Verständnis für Richtlinien erwerben und andererseits konkrete Unterrichtsbausteine erarbeiten können.
Perspektive der Verwaltung: KI als Werkzeug, nicht Ersatz
In seiner Eröffnungsrede unterstrich Cao Văn Tâm, stellvertretender Vorsitzender des Volkskomitees der Gemeinde Sơn Đồng, die doppelte Funktion von KI. Er betonte, dass die Technologie einerseits eine wichtige Grundlage für eine digitale Regierung, Gesellschaft und Bildung bilde, andererseits aber menschliche Kompetenzen nicht ersetzen dürfe. Seine Kernaussage lautete:
„KI ist zwar ein Hilfsmittel, ersetzt aber nicht die menschlichen Fähigkeiten und die Intelligenz.“
Tam forderte Lehrkräfte auf, eine Vorreiterrolle bei der Aneignung digitaler Kompetenzen einzunehmen, damit Schulen die Voraussetzungen für zeitgemäßen Unterricht schaffen können.
Konkrete Inhalte und erwartete Effekte
Die Fortbildung zielte darauf ab, Lehrkräften folgende Fähigkeiten zu vermitteln:
- Verständnis für staatliche Vorgaben zur KI- und MINT-Bildung;
- Methoden zur Integration von KI-Inhalten in fächerübergreifende Unterrichtseinheiten;
- Praxiskompetenz im Einsatz von KI-gestützten Tools und der Entwicklung altersgerechter Aufgaben;
- Planung von Fortbildungsangeboten und Peer-Learning in Schulen.
Die Referenten gaben zudem Hinweise, wie Fortbildungen auf lokaler Ebene organisiert werden können, und präsentierten Unterrichtsbeispiele, um transferfähige Modelle greifbar zu machen.
| Schwerpunkt | Methoden |
|---|---|
| Richtlinienverständnis | Vorträge, Diskussion |
| Unterrichtspraxis | Beispielstunden, praktische Übungen |
| Kompetenzaufbau | Workshops, Peer-Learning |
Einordnung und Konsequenzen
Die Maßnahme in Sơn Đồng steht für eine breitere Bewegung in Richtung Digitalisierung der Bildung in Vietnam. Durch die Verbindung von Richtlinienvermittlung und praktischer Anwendung sollen Lehrkräfte befähigt werden, KI nicht nur zu verstehen, sondern pädagogisch sinnvoll einzusetzen. Das ist relevant für mehrere Ebenen:
- Schulen: Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien müssen angepasst werden, um KI-Themen altersgerecht zu integrieren.
- Lehrkräfte: Fortbildungsbedarf entsteht, insbesondere im sachkundigen Umgang mit digitalen Werkzeugen und der Gestaltung von Lernprozessen.
- Verwaltung: Gemeinden und Schulbehörden sind gefordert, Rahmenbedingungen und technische Ausstattung bereitzustellen.
Wie nachhaltig die Wirkung solcher lokalen Fortbildungen ist, hängt von der Breitenwirkung, der Qualität weiterer Schulungen und der technischen Ausstattung der Schulen ab. Die Veranstaltung in Sơn Đồng zeigt aber: Die Debatte um KI in der Bildung wird konkret und praxisorientiert geführt.
Als Ressort Bildung beobachten wir, wie solche Initiativen Lehrpersonen und Schulleitungen unterstützen — und wo zusätzliche Strukturen nötig sind, damit digitale und KI-Kompetenzen flächendeckend in den Unterricht Eingang finden.