Vier Tickets sind bereits vergeben
Das Rennen um die Teilnahme an den ATP Finals in Turin bleibt bis in die Schlussphase der Saison offen. Zwei Wochen vor Beginn des Saisonabschlussturniers stehen im Einzel erst vier der acht Startplätze fest. Nach seinem Halbfinaleinzug beim Turnier in Wien schloss Daniil Medwedew zu Alexander Zverev, Carlos Alcaraz und Ben Shelton auf. Damit hat sich das Feld zwar erweitert, eine Vorentscheidung im Kampf um die übrigen Tickets ist aber ausgeblieben.
Gerade das Turnier in Wien brachte für mehrere Kandidaten eine seltene Gelegenheit, im sogenannten Race wichtige Zähler zu sammeln. Mit sechs Spielern aus den Top Ten war das Teilnehmerfeld in der Bundeshauptstadt besonders stark besetzt. Medwedew nutzte seine Chance, während Frances Tiafoe bereits zum Auftakt ausschied. Auch für Flavio Cobolli endete das Turnier früh: Der Italiener musste im Achtelfinale wegen einer Hüftverletzung unter Tränen aufgeben. Ob er die Saison fortsetzen kann, ist ebenso offen wie die Lage bei Arthur Fils.
Basel bringt kaum Bewegung
In Basel war die Ausgangslage für die Verfolger auf den ersten Blick günstiger. Das Turnier war ebenfalls mit 500 Punkten für den Sieger dotiert, zugleich standen dort nur zwei Top-Ten-Spieler im Tableau. Für die Bewerber um die letzten Plätze zahlte sich diese Konstellation jedoch kaum aus. Fils musste im Viertelfinale aufgeben, Rafael Jodar kam nicht über das Achtelfinale hinaus. Damit konnte sich keiner der gestarteten Kandidaten entscheidend absetzen.
Der Gewinner dieser Situation heißt Alex de Minaur. Der Australier erreichte als vierter Halbfinalist aus Wien auch in der laufenden Qualifikation eine bessere Position und arbeitete sich zwischen Jodar und Novak Djokovic auf den ersten Reserveplatz vor. De Minaur ist damit der unmittelbare Nutznießer der ausgebliebenen Punktesprünge in Basel und Wien. Ein Ticket für Turin bedeutet die neue Ausgangslage allerdings noch nicht.
„Race“
Djokovic muss weiter zittern
Besonders bemerkenswert ist die Lage von Novak Djokovic. Dem Serben droht ein seltenes Fehlen beim Saisonabschlussturnier. Im Achtelfinale von Basel unterlag er Jan-Lennard Struff und verpasste damit eine weitere Möglichkeit, seine Position im Kampf um Turin zu verbessern. Die Niederlage verschärft den Druck vor dem letzten großen Turnier der Saison.
Nach dem vorzeitigen Saisonende von Jannik Sinner liegen Fils, Jodar, Tiafoe und der verletzungsbedingt fragliche Cobolli derzeit auf den weiteren Turin-Plätzen. Die Reihenfolge kann sich jedoch noch verändern. Neben de Minaur besitzen auch Taylor Fritz und Tommy Paul weiterhin Chancen. Bei mehreren Spielern ist die Ausgangslage zudem von der körperlichen Verfassung abhängig:
- Arthur Fils musste in Basel im Viertelfinale aufgeben.
- Flavio Cobolli beendete sein Achtelfinale in Wien wegen einer Hüftverletzung.
- Novak Djokovic schied in Basel gegen Jan-Lennard Struff aus.
- Taylor Fritz und Tommy Paul können noch in den Kampf um Turin eingreifen.
Paris wird zum letzten großen Prüfstein
Die endgültige Entscheidung fällt voraussichtlich beim ATP-1000-Turnier in Paris, das in der kommenden Woche auf dem Programm steht. Dort warten die letzten großen Punkte der Saison. Für die noch nicht abgesicherten Spieler ist das Masters damit die abschließende Möglichkeit, sich aus eigener Kraft in das Feld der acht besten Saisonspieler zu spielen oder die Konkurrenz unter Druck zu setzen.
| Spieler | Aktuelle Bedeutung im Rennen |
|---|---|
| Alexander Zverev | Ticket für Turin vergeben |
| Carlos Alcaraz | Ticket für Turin vergeben |
| Ben Shelton | Ticket für Turin vergeben |
| Daniil Medwedew | Nach dem Wiener Halbfinale qualifiziert |
| Alex de Minaur | Erster Reserveplatz |
Das Bild vor dem Saisonabschluss ist deshalb ungewöhnlich offen: Vier Plätze sind fix, mehrere Kandidaten liegen eng beisammen, und Verletzungen können die Rangfolge zusätzlich beeinflussen. Wien und Basel haben zwar neue Hinweise geliefert, aber keine klare Trennlinie geschaffen. Erst die Ergebnisse in Paris werden zeigen, wer in Turin um den letzten großen Titel der Saison spielen darf.