Nach dem Verkauf der sogenannten „Villa Gucci“ in Rom wird das verbliebene Inventar des Anwesens in einem Secondhandgeschäft angeboten. Möbel, Kleidung, Gepäckstücke, Geschirr und Dekorationsobjekte sind dort zu vergleichsweise niedrigen Preisen erhältlich. Das Anwesen im exklusiven römischen Stadtteil Camilluccia war über Jahre das Zuhause von Aldo Gucci, einem Sohn des Unternehmensgründers Guccio Gucci, und dessen Familie.
Verkauf nach Eigentümerwechsel
Italienischen Medienberichten zufolge wurde die Villa um 11,5 Millionen Euro veräußert. Im Zuge des Eigentümerwechsels blieb ein Teil der Ausstattung zurück. Mit der Verwertung wurde der Gebrauchtwarenhändler Mercatino Franchising Somalia Roma beauftragt. Nach Angaben des Geschäfts nahm Alessandro Gucci, ein Nachfahre der Unternehmerfamilie, überraschend Kontakt mit dem Händler auf und übergab diesem das gesamte noch vorhandene Inventar.
Ende Oktober wurden nach Angaben des Geschäfts zahlreiche persönliche Gegenstände aus dem Haus abtransportiert. Auf veröffentlichten Bildern sind mehrere Lastwagenladungen zu sehen. Die Auswahl reicht von Einrichtungsgegenständen bis zu persönlichen Gebrauchsobjekten. Damit gelangen auch Stücke in den Handel, die nicht als reguläre Produkte des Modeunternehmens gedacht waren, aber durch ihre Herkunft einen besonderen Erinnerungswert erhalten.
Breites Angebot im Gebrauchtwarenladen
Zum Verkauf stehen unter anderem Vintage-Möbel, Gemälde, Handtaschen, Koffer, Kleidungsstücke, Geschirr und Dekorationsgegenstände. Unter den ungewöhnlicheren Angeboten befinden sich ein Pistolenhalfter mit Gucci-Logo, ein älteres Hundehalsband sowie Schuhspanner mit Gucci-Gravur. Der Händler bewirbt die Auswahl als besondere Sammlung historisch geprägter Vintage-Stücke.
„Wir freuen uns, Ihnen eine außergewöhnliche Auswahl“
Ein Teil der Waren hat bereits neue Besitzer gefunden. Die bisher genannten Preise zeigen, dass nicht jedes Objekt wegen seiner Herkunft aus dem Umfeld der Gucci-Familie hochpreisig angeboten wird:
| Gegenstand | Preis |
|---|---|
| Hundehalsband | 45 Euro |
| Holz-Schuhspanner, Paar | 34 Euro |
| Terminkalender | 40 Euro |
| Grüner Nachttisch | 112 Euro |
Sammlerstücke bleiben deutlich teurer
Neben den günstigen Angeboten gibt es auch Raritäten mit erheblich höheren Preisen. Als Beispiel wird ein Gucci-Picknickset aus den 1970er-Jahren genannt, das mit 2.149 Euro angeboten wird. Der Unterschied zwischen den einzelnen Preisen hängt damit nicht allein von der praktischen Verwendung eines Gegenstands ab, sondern auch von Seltenheit, Gestaltung und der vermuteten Bedeutung für Sammler.
Der Verkauf macht zugleich sichtbar, wie sich der Wert eines Luxusobjekts verändern kann, sobald es aus seinem ursprünglichen Umfeld herausgelöst wird. In der Villa waren die Gegenstände Teil einer privaten Einrichtung und der Familiengeschichte. Im Geschäft werden sie nach ihrer Beschaffenheit, ihrem Zustand und ihrer vermuteten Nachfrage einzeln angeboten. Für Käufer entsteht dadurch die Möglichkeit, Objekte mit einem Bezug zur Gucci-Dynastie zu erwerben, ohne den Preis eines exklusiven Modeartikels oder einer Immobilie bezahlen zu müssen.
Die Villa selbst bleibt von der Verwertung des Inventars getrennt. Gegenstand des Secondhand-Verkaufs sind ausschließlich die zurückgebliebenen Einrichtungs- und Erinnerungsstücke. Der Fall zeigt damit weniger eine neue Kollektion des Modehauses als vielmehr den Übergang privater Hinterlassenschaften in den Gebrauchtwarenhandel.