Deutscher Rotwein hat sich vom belächelten Nischenprodukt zu einer international beachteten Spezialität entwickelt. Die 3sat-Sendung „Schmidt Max und der deutsche Rotwein“ zeichnet diesen Wandel nach und stellt den Spätburgunder in den Mittelpunkt. Der Beitrag führt nach Franken, in die Pfalz und nach Baden – drei Regionen, in denen Winzer mit derselben Rebsorte sehr unterschiedliche Weine hervorbringen.
Vom schwierigen Rotweinland zum gefragten Herkunftsgebiet
Lange Zeit galten die Bedingungen für deutschen Rotwein als wenig vorteilhaft. Die Trauben erreichten früher oft nicht jene Reife, die für ausgewogene Rotweine nötig ist. Gleichzeitig prägten schwere, alkoholreiche Tropfen aus Italien, Spanien und Übersee den Geschmack vieler Konsumentinnen und Konsumenten. Deutsche Winzer hatten es daher schwer, mit eigenen Rotweinen Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Inzwischen hat sich das Bild grundlegend verändert. Die Sendung erklärt, wie der Klimawandel die Voraussetzungen für den Weinbau beeinflusst hat. Der Spätburgunder, international als Pinot Noir bekannt, kommt mit dem deutschen Klima und den jeweiligen Böden besonders gut zurecht. Seine Weine wirken oft hell und zart in der Farbe. Das ist laut Beitrag jedoch kein Hinweis auf geringe Qualität oder fehlende Lagerfähigkeit.
„Das Wunder trägt einen Namen – und der heißt Spätburgunder.“
Drei Regionen, drei Handschriften
In Franken besucht Schmidt Max Paul und Sebastian Fürst in Bürgstadt. Das Weingut steht im Beitrag für Rotweine, die international Preise gewinnen und mittlerweile mit großen französischen Pinot Noirs verglichen werden. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Rebsorte, sondern auch die sorgfältige Arbeit im Keller und im Weingarten, die den Charakter der Herkunft sichtbar machen soll.
Eine andere Ausprägung zeigt die Pfalz. In Gimmeldingen keltert die junge Winzerin Sophie Christmann Spätburgunder, die neben Frucht auch eine feine Würze ins Glas bringen. Der Beitrag macht damit deutlich, dass deutscher Pinot Noir keineswegs einheitlich schmeckt. Klima, Böden und die Handschrift des jeweiligen Weinguts führen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Die dritte Station ist Baden. Julian Huber arbeitet in Malterdingen, im wärmsten Weinbaugebiet Deutschlands. Seine Weine werden als kraftvoll und konzentriert beschrieben und orientieren sich am Vorbild Burgunds. Die geografische Nähe Badens zu dieser französischen Weinregion wird dabei ebenfalls thematisiert.
Ein Rotwein für die moderne Tafel
Der Spätburgunder passt laut Sendung nicht nur wegen seiner Herkunft in die Gegenwart. Mit seiner eher filigranen Art und moderaten Alkoholgraden eignet er sich als vielseitiger Speisenbegleiter. Schmidt Max geht deshalb auch der Frage nach, welches Gericht besonders gut zu diesem Rotwein passt. Konkrete Tipps zum Servieren und zum genussvollen Umgang mit dem Wein runden den Beitrag ab.
Für die Verkostung zu Hause lohnt es sich, auf die Unterschiede der Regionen zu achten. Statt ausschließlich nach kräftigen und dunklen Weinen zu suchen, kann man beim Spätburgunder gezielt Frucht, Würze, Konzentration und Eleganz vergleichen. Auch die helle Farbe sollte nicht vorschnell beurteilt werden. Sie gehört zum Stil vieler Pinot-Noir-Weine und sagt allein nichts über deren Qualität aus.
- Rebsorte: Spätburgunder, international Pinot Noir genannt
- Regionen im Beitrag: Franken, Pfalz und Baden
- Stil: filigran, fruchtbetont, würzig oder kraftvoll – je nach Herkunft und Ausbau
- Begleitung: Der Beitrag sucht auch nach einem passenden Gericht zum Wein
| Region | Im Beitrag vorgestellt | Beschriebener Stil |
|---|---|---|
| Franken | Paul und Sebastian Fürst | international ausgezeichnete Rotweine |
| Pfalz | Sophie Christmann | Frucht und feine Würze |
| Baden | Julian Huber | Kraft und Konzentration |
Die Sendung ist am 28. Oktober um 12.45 Uhr auf 3sat zu sehen. Sie richtet sich damit nicht nur an eingefleischte Weinliebhaber. Wer sich für regionale Lebensmittel, handwerkliche Herstellung oder passende Kombinationen von Getränk und Speise interessiert, bekommt einen kompakten Einblick in eine deutsche Weinwelt, die sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt hat.