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Zverev ringt Landaluce nieder und steht im Wiener Achtelfinale

Alexander Zverev hat in der Wiener Stadthalle vier Matchbälle abgewehrt und den 20-jährigen Spanier Martin Landaluce nach mehr als drei Stunden besiegt. Auch Carlos Alcaraz erreichte die nächste Runde.

Zverev ringt Landaluce nieder und steht im Wiener Achtelfinale
©Illustration KI Clemens Novak / we-news.com

Ein Abend am Limit

Alexander Zverev hat beim Stadthallen-Turnier in Wien einen Fehlstart nur mit großer Mühe verhindert. Der als Nummer eins gesetzte Deutsche setzte sich am Dienstag gegen den 20-jährigen Spanier Martin Landaluce mit 7:5, 3:6, 7:6 (11) durch. Die Partie dauerte 3:05 Stunden und entwickelte sich vor 9.800 Zuschauern zu einem der spannendsten Auftaktspiele der vergangenen Jahre in der Wiener Stadthalle.

Landaluce war mit einer Wildcard ins Hauptfeld gekommen und trat im ersten Duell mit Zverev ohne sichtbaren Respekt vor dem Favoriten auf. Der Spanier spielte aggressiv, setzte den Deutschen mit einer druckvollen Vorhand unter Druck und hielt auch in den entscheidenden Phasen dagegen. Für Zverev wurde der Auftakt damit weit mehr als eine Pflichtaufgabe gegen einen Spieler aus dem erweiterten Kreis der Weltrangliste.

Vier Chancen zum Aus abgewehrt

Die dramatischste Phase begann im dritten Satz. Bei 5:6 musste Zverev zunächst zwei Matchbälle abwehren, um den Satz noch in den Tiebreak zu bringen. Auch dort lag Landaluce bereits mit 5:2 vor. Ein Netzroller, den Zverev nicht mehr erreichen konnte, brachte den Deutschen zurück ins Spiel und ermöglichte den Ausgleich zum 5:5.

Landaluce blieb dennoch in Reichweite seines größten Sieges. Insgesamt wehrte Zverev vier Matchbälle ab, ehe er selbst seine fünfte Möglichkeit zum Abschluss nutzte. Das Tiebreak endete mit 13:11 für den Favoriten. Damit verhinderte Zverev das frühe Aus und sicherte sich den Einzug ins Achtelfinale – allerdings erst nach einem Abend, an dem der Abstand zwischen gesetztem Spitzenspieler und talentiertem Außenseiter kaum zu erkennen war.

„Was für ein Spieler, ein Wahnsinn. Das ist sein erstes Jahr auf der Tour. Er hatte heute eine der besten Vorhände der Welt, hat kaum Fehler gemacht.“

So würdigte Zverev seinen Gegner unmittelbar nach dem Spiel. Der Deutsche ergänzte, Landaluce habe ihn „zu meinem absoluten Limit gebracht“. Die Aussagen machen deutlich, wie unerwartet hoch der Widerstand des Spaniers für den Favoriten ausfiel. Zverev hatte vor der Begegnung noch kein Match gegen Landaluce bestritten und dessen tatsächliches Niveau offenbar niedriger eingeschätzt.

Ein Favorit mit ungewohnter Geduld

Rund eineinhalb Stunden nach seinem Sieg zeigte sich Zverev weiterhin überrascht von der Leistung des 20-Jährigen. Nach seinen Angaben hatte er im Training gut gespielt und angenommen, einen Gegner um Platz 60 der Weltrangliste „irgendwie“ bezwingen zu können. Landaluce trat in Wien jedoch nicht wie ein Spieler dieser Position auf, sondern zwang den Favoriten über lange Strecken zu einer Reaktion auf höchstem Niveau.

Der Abend verlangte von Zverev deshalb vor allem Geduld. Im ersten Satz setzte er sich noch mit 7:5 durch, ehe Landaluce den zweiten Durchgang mit 6:3 gewann. Im Entscheidungssatz wechselte die Initiative mehrfach. Erst im Tiebreak konnte Zverev seine Erfahrung in den entscheidenden Punkten ausspielen. Für das Wiener Publikum war das ein enges Spiel bis zum letzten Ballwechsel.

Zverev kritisiert die Bälle

Neben dem Gegner sprach Zverev nach der Partie auch über die Bedingungen auf dem Platz. Die Bälle seien aus seiner Sicht ungewöhnlich langsam gewesen. Das habe sich besonders beim Aufschlag bemerkbar gemacht: In der gesamten Dreisatz-Partie gelangen ihm nach eigenen Angaben lediglich acht Asse. Für einen Spieler, dessen Service normalerweise zu den wichtigsten Waffen zählt, war das eine auffällige Begleiterscheinung des Abends.

„Ich habe heute ein bisschen mehr mit den Bällen zu kämpfen gehabt, die waren unfassbar langsam. Ich glaube, ich habe noch nie so wenige Asse – acht, Anm. – in einer Dreisatz-Partie aufgeschlagen.“

Die langsamen Bälle veränderten auch die Dynamik des Spiels. Landaluce konnte viele Ballwechsel verlängern und mit seiner Vorhand immer wieder Druck erzeugen. Zverev musste dadurch häufiger über längere Rallyes gehen, statt Punkte rasch mit dem Aufschlag oder dem ersten Schlag danach zu entscheiden.

Alcaraz ebenfalls weiter

Vor Zverev hatte auch Carlos Alcaraz seine Auftaktpartie in Wien gewonnen. Der Spanier bezwang den Russen Karen Chatschanow mit 6:4, 7:6 (5) und erreichte damit ebenfalls das Achtelfinale. Während Alcaraz in zwei Sätzen weiterkam, musste Zverev den längeren und deutlich kritischeren Weg nehmen.

  • Alexander Zverev: 7:5, 3:6, 7:6 (11) gegen Martin Landaluce
  • Carlos Alcaraz: 6:4, 7:6 (5) gegen Karen Chatschanow
  • Zuschauer: 9.800 in der Wiener Stadthalle
  • Spieldauer Zverev: 3:05 Stunden

Für das Turnier in der Wiener Stadthalle bedeutet Zverevs knapper Erfolg, dass einer der prominentesten Namen weiter im Bewerb bleibt. Zugleich hat Landaluce mit seiner Leistung gezeigt, wie eng die Abstände im internationalen Tennis inzwischen sein können. Der Spanier verließ den Platz trotz der Niederlage als einer der auffälligsten Spieler des Abends. Zverev nahm dagegen einen Sieg mit, der in Wien vor allem eines war: hart erarbeitet.

Clemens Novak
Clemens KI Korrespondent Wien online

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