Ein nächtlicher Kabelbrand beim Bahnhof Wien Praterstern sorgt für wochenlange Beeinträchtigungen im S-Bahn-Verkehr. Die ÖBB teilten am Donnerstagabend mit, dass die Reparaturarbeiten mindestens bis zum Beginn der Hauptsperre der S-Bahn-Stammstrecke am 7. September andauern werden. Bis dahin gilt ein vorgezogener Notfahrplan.
Was passiert ist
Der Brand war gegen 1.30 Uhr entdeckt worden. Die Wiener Berufsfeuerwehr war bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Nach Löscharbeiten wurde der Bereich entraucht, dennoch sind die Schäden erheblich: Laut ÖBB sind etwa 20 Kilometer Kabel betroffen, darunter Leitungen, die für Stellwerksbetrieb, Telematik und Oberleitungen relevant sind.
Konsequenzen für Pendlerinnen und Pendler
Auf der Strecke Wien Praterstern ↔ Wien Hauptbahnhof können derzeit keine Züge fahren. Das hat mehrere direkte Folgen für den Nahverkehr:
- Viele Nahverkehrszüge starten stattdessen in Wien Hauptbahnhof bzw. teils in Wien Meidling in Richtung Liesing.
- Die Verbindung zum Flughafen ist stark eingeschränkt: Die S7 verkehrt erst ab der Station Geiselbergstraße, zwischen Wien Mitte und Geiselbergstraße ist Schienenersatzverkehr eingerichtet.
- Der City Airport Train (CAT) fährt aktuell nicht.
Die ÖBB betonen, dass der Fernverkehr zwischen Wien Hauptbahnhof und Flughafen Wien von dieser Sperre nicht betroffen ist. Sämtliche geplanten Schienenersatzverkehrsbusse verkehren laut Angaben planmäßig. Zusätzlich fährt ein Direkt-Shuttlebus zwischen Wien Meidling und Längenfeldgasse (U4/U6) als ergänzende Verbindung zur U4.
Zeitlicher Rahmen und Fahrplananpassungen
Die ÖBB haben den für die Hauptsperre bereits erstellten Baustellenfahrplan vorgezogen und setzen ihn ab Freitag als Notfahrplan um. Die Maßnahmen gelten vorerst bis mindestens 7. September, dem geplanten Beginn der Hauptsperre der Stammstrecke. Konkrete Wiederinbetriebnahme-Termine einzelner Abschnitte wurden nicht genannt.
Rettung und Feuerwehr im Einsatz
„Einsatzkräfte der Wiener Berufsfeuerwehr waren bis 4.00 Uhr im Einsatz“, sagte Sprecher Gerald Schimpf.
Nach Angaben der Feuerwehr wurde der Bereich nach den Löscharbeiten entraucht; nähere Angaben zur Brandursache wurden von den Einsatzkräften nicht veröffentlicht. Die ÖBB führten nach dem Vorfall sofortige Ersatzzüge und -busse ein, um die Auswirkungen für Reisende abzumildern.
Praktische Hinweise für Reisende
Für Pendlerinnen und Pendler bedeutet das: mehr Umsteigen, längere Fahrzeiten und mögliche Überfüllung einzelner Verbindungen. Wichtige Punkte auf einen Blick:
- Prüfen Sie vor Fahrtantritt die aktuelle Fahrplanauskunft der ÖBB und etwaige Hinweise zu Schienenersatzverkehr.
- Für Reisen zum Flughafen empfiehlt sich, alternative Verbindungen einzuplanen und ausreichend Zeitpuffer zu lassen.
- Der Fernverkehr zwischen Hauptbahnhof und Flughafen bleibt von der Sperre unbeeinträchtigt.
Ausblick
Die Schäden sind umfangreich, weil nicht nur ein kurzes Stück Kabel betroffen ist, sondern Leitungen für Stellwerk und Telematik. Das erklärt den langen Erholungszeitraum bis zur Hauptsperre. Ob und in welchem Umfang sich die Lage vor dem 7. September verbessert, hängt vom Fortgang der Arbeiten und möglichen weiteren Erkenntnissen zur Brandursache ab.
Die ÖBB haben kurzfristige Maßnahmen gesetzt, um den Verkehr möglichst aufrechtzuerhalten; für viele Fahrgäste in Wien bedeutet der Zwischenfall dennoch zusätzliche Belastungen im Berufs- und Reiseverkehr. Die Stadt und die Verkehrsunternehmen stehen weiterhin in der Pflicht, schnelle Informationen und verlässliche Alternativen zu bieten.