Mehr Auswahl für Reisende aus Oberkärnten
Die Westbahn baut ihre Verbindung zwischen Spittal an der Drau und Wien deutlich stärker aus als zunächst angekündigt. Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 sollen täglich drei Züge je Richtung ohne Umsteigen zwischen Oberkärnten und der Bundeshauptstadt verkehren. Damit wird die Verbindung nicht nur für einzelne Reisen, sondern auch für regelmäßige Fahrten im Alltag interessanter.
Vorgesehen sind Abfahrten am Morgen, zu Mittag und am Nachmittag. In Richtung Wien und zurück nach Spittal stehen damit mehrere Zeitfenster zur Verfügung. Wer beruflich in die Bundeshauptstadt muss, einen Termin wahrnimmt oder eine private Fahrt plant, ist künftig weniger stark auf eine einzige Verbindung festgelegt. Die Westbahn spricht von einem ganzjährigen Angebot.
| Verbindung | Neues Angebot ab 13. Dezember 2026 |
|---|---|
| Spittal an der Drau – Wien | Drei Direktzüge täglich je Richtung |
| Villach – Spittal an der Drau | Zusätzliche Verbindung am Morgen |
| Spittal an der Drau – Villach | Zusätzliche Verbindung am Abend |
Nachfrage führte zu Kurswechsel
Ursprünglich war laut Westbahn nur eine tägliche Direktverbindung zwischen Spittal und Wien vorgesehen. Nach der Ankündigung habe das Unternehmen zahlreiche Rückmeldungen erhalten. Diese seien sowohl über Buchungen als auch über soziale Medien und direkte Kontakte potenzieller Fahrgäste gekommen, erklärte Geschäftsführer Thomas Posch.
„Wir haben nach der Ankündigung, dass wir generell nach Spittal fahren, sehr viele Rückmeldungen bekommen aus den Buchungen, die sich sehr erfreulich entwickelt haben, aber dann auch potenzielle zukünftige Kundinnen und Kunden, die sich bei uns gemeldet haben auf Social-Media-Kanälen etc.“
Die Westbahn habe daraufhin geprüft, ob der Fahrplan angepasst werden könne. Das Ergebnis ist nun ein umfangreicheres Angebot, das bereits zum Start mehrere tägliche Direktfahrten vorsieht. Der Schritt zeigt, dass die konkrete Nachfrage eines regionalen Marktes unmittelbar in die Planung eines privaten Bahnunternehmens einfließen kann.
Zusätzliche Fahrten für Pendler
Neben der Fernverbindung nach Wien wird auch der Abschnitt zwischen Villach und Spittal ausgeweitet. Für Pendler kommt am Morgen eine zusätzliche Fahrt von Villach nach Spittal hinzu. Am Abend wird die Gegenrichtung verstärkt. Damit richtet sich das Angebot nicht ausschließlich an Wien-Reisende, sondern auch an Menschen, die innerhalb Kärntens regelmäßig zwischen den beiden Städten unterwegs sind.
- Drei tägliche Direktverbindungen je Richtung zwischen Spittal und Wien
- Fahrten am Morgen, zu Mittag und am Nachmittag
- Zusätzliche Früh- und Abendverbindung zwischen Villach und Spittal
- Ganzjähriger Betrieb ohne Beschränkung auf die Urlaubssaison
Für die Fahrgäste bedeutet das vor allem mehr Beweglichkeit bei der Tagesplanung. Die Verbindung ist nach Angaben der Westbahn nicht als saisonales Tourismusangebot gedacht, sondern soll das ganze Jahr über zur Verfügung stehen. Gerade für Oberkärnten, das abseits der großen österreichischen Ballungsräume liegt, ist die Zahl der erreichbaren Zeitlagen daher entscheidend.
Semmering-Basistunnel als nächste Etappe
Der Ausbau zum Dezember wird von der Westbahn zugleich als erster Schritt einer längerfristigen Strategie dargestellt. Nach der geplanten Eröffnung des Semmering-Basistunnels Ende 2029 will das Unternehmen sein Angebot zwischen Wien und Kärnten deutlich vergrößern. Als Ziel nennt Posch einen Stundentakt bis Villach.
Ob auch Spittal von weiteren Verbindungen profitieren könnte, lässt die Westbahn offen. Das werde von der Entwicklung der Nachfrage abhängen. Damit ist die Perspektive für Oberkärnten an eine Bedingung geknüpft: Je stärker die bestehenden Züge genutzt werden, desto eher könnte sich daraus ein weiteres Angebot ableiten. Fix ist derzeit die Ausweitung auf drei Verbindungen pro Richtung ab Mitte Dezember.
Neue Verbindung mit regionaler Wirkung
In Spittal und im oberkärntner Raum wird die Direktverbindung als wichtiger Impuls bewertet. Die Bahnverbindung schafft eine zusätzliche Möglichkeit, die Bundeshauptstadt zu erreichen, ohne unterwegs umsteigen zu müssen. Das kann die Reiseplanung vereinfachen und die Zahl der verfügbaren Abfahrtszeiten erhöhen.
Für Wien ist die Strecke ebenfalls von Bedeutung: Die Bundeshauptstadt bleibt das zentrale Ziel der neuen Verbindung, während Oberkärnten stärker in das überregionale Bahnnetz eingebunden wird. Wie viele Menschen das Angebot künftig tatsächlich nutzen werden, wird sich nach dem Fahrplanwechsel zeigen. Die Westbahn hat ihre ursprüngliche Planung jedenfalls bereits vor dem Start erweitert – als Reaktion auf Rückmeldungen und eine erfreuliche Buchungsentwicklung.