Die Unfallkommission des Kreises Soest hat in ihrer Herbstrunde drei neue Unfallhäufungsstellen (UHS) im Kreisgebiet festgestellt und zugleich drei zuvor registrierte Stellen nach gezielten Gegenmaßnahmen wieder als erledigt gemeldet. Ziel der Kommission ist laut Mitteilung, Unfälle zu verhindern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Neue und entschärfte Unfallhäufungsstellen
Als neue UHS wurden benannt:
- Lippstadt: Wiedenbrücker Straße, K 75 / Barbarossa Straße
- Rüthen: Zum Alten Berg, L 747 / Eickhoffer Straße, K 66
- Möhnesee: B 229 in Höhe des Torhauses
Gleichzeitig konnten nach Umsetzung geeigneter Maßnahmen drei bisherige UHS ad acta gelegt werden:
- Welver: Berwicker Straße, L 670
- Lippstadt: Bismarck Straße, L 782 (zwischen Sandstraße und Hohes Stück)
- Soest: Kreisverkehr Hiddingser Weg, L 670 / Herzog-Adolf-Weg / Waldstraße
| Aktion | Ort | Straße |
|---|---|---|
| Neu | Lippstadt | Wiedenbrücker Straße, K 75 / Barbarossa Straße |
| Neu | Rüthen | Zum Alten Berg, L 747 / Eickhoffer Straße, K 66 |
| Neu | Möhnesee | B 229 (Torhaus) |
| Entschärft | Welver | Berwicker Straße, L 670 |
| Entschärft | Lippstadt | Bismarck Straße, L 782 |
| Entschärft | Soest | Kreisverkehr Hiddingser Weg |
Problemfall Lippertor in Lippstadt
Besondere Aufmerksamkeit widmete die Unfallkommission dem Kreuzungsbereich am Lippertor in Lippstadt. Hier sind laut Sitzungsunterlagen die Verhältnisse so komplex, dass die Kommission eine Erneuerung der Ampelanlage für notwendig hält. Die Ampelanlage sei „
Ampelanlage technisch veraltet“, heißt es in der Mitteilung.
Das Problem reicht demnach über die Ampel selbst hinaus: Ein Austausch des Steuerungsgerätes würde auch die Lichtsignalanlage am dortigen Bahnübergang betreffen. Diese Anlage ist nach Angaben der Kommission mit rund 40 Jahren ebenfalls technisch veraltet. Entscheidend ist, dass es bei einem Umbau für die Lichtsignalanlage keine technische Abnahme mehr durch das zuständige Eisenbahn-Bundesamt geben würde. Ohne diese Abnahme würde die Betriebserlaubnis für den Bahnübergang entfallen.
Würde die Betriebserlaubnis wegfallen, wäre die Folge nach Angaben der Sitzung, dass die Westfälische Landes-Eisenbahn eine dauerhafte Absicherung durch einen Sicherheitsposten gewährleisten müsste – eine organisatorische und personelle Belastung mit andauernden Kosten und Anforderungen.
Mehrere Behörden arbeiten zusammen
Die Unfallkommission arbeitet in enger Abstimmung mit der Polizei, den zuständigen Straßenbaulastträgern, der Bezirksregierung sowie den Straßenverkehrsbehörden der beteiligten Gemeinden (Warstein, Werl, Soest, Lippstadt). Ziel ist es, passgenaue Maßnahmen zu identifizieren und umzusetzen – von Verkehrsbeschränkungen über bauliche Änderungen bis zu Optimierungen in der Signaltechnik.
Die Bilanz der Sitzung ist zweigeteilt: Einerseits zeigen die entschärften UHS, dass Maßnahmen Wirkung zeigen können. Andererseits verdeutlicht der Fall Lippertor die Verzahnung technischer Altbestände mit rechtlichen Zulassungsfragen und die daraus resultierenden praktischen Folgen für den Bahnbetrieb.
Für die betroffenen Verkehrsteilnehmer und Anrainer bedeutet das: Kurzfristige Optimierungen sind möglich; in komplexen Fällen wie am Lippertor sind jedoch grundlegendere Erneuerungen oder koordinierte Lösungen zwischen Straßen- und Eisenbahnbehörden nötig, um sowohl Betriebserlaubnisse als auch Verkehrssicherheit dauerhaft sicherzustellen.