Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat für den Standort Stendal einen 25‑stündigen Warnstreik angekündigt. Die Arbeitsniederlegung beginnt am Montag, dem 28. September, um 5 Uhr. Anlass sind stockende Tarifverhandlungen mit der Geschäftsführung der Alstom Lokomotiven Service GmbH, teilte die Gewerkschaft mit.
Was wird gefordert und warum
Zentrales Ziel der EVG ist die Angleichung der Entgelte der Beschäftigten in Stendal an jene ihrer Kolleginnen und Kollegen an anderen Alstom‑Standorten. Nach Angaben der Gewerkschaft besteht eine Lohnlücke; ein Mitarbeiter im Werk Stendal verdiene derzeit bis zu 500 Euro brutto weniger als vergleichbare Beschäftigte an anderen Standorten. Die EVG fordert die Schließung dieser Differenz durch einen neuen Tarifvertrag.
In bisherigen Verhandlungsrunden habe die Geschäftsführung lediglich zwei Angebote unterbreitet, die nach Ansicht der Gewerkschaft nicht im Entferntesten den geforderten Bedingungen entsprochen hätten. Deshalb setze man mit dem Arbeitskampf nun Druck auf, um ein verhandlungsfähiges Ergebnis zu erzwingen.
„Die Kolleginnen und Kollegen bei Alstom leisten harte und wichtige Arbeit. Wir erwarten, dass der Arbeitgeber jetzt endlich mit einem ernsthaften Angebot auf uns zukommt. Der Warnstreik zeigt, dass die Beschäftigten fest entschlossen sind.“
Kontext: Der Standort Stendal und seine Bedeutung
Die Alstom Lokomotiven Service GmbH in Stendal gilt als strategischer Dienstleister innerhalb des französischen Konzerns. Das Werk, dessen Eisenbahngeschichte bis ins Jahr 1873 zurückreicht, bezeichnet Alstom selbst als Traditionsstandort. Seit der Gründung des heutigen Unternehmens 2002 beschäftigt das Werk Stendal nach Unternehmensangaben rund 280 Angestellte und bietet ein breites Spektrum an Instandhaltungsleistungen an.
Zum Leistungsspektrum zählen unter anderem:
- (Unfall‑)Reparatur und Modernisierung von Lokomotiven
- Vermietung und Verkauf von Lokomotiven
- Komponentenservice mit Schwerpunkt Rangier‑ und Diesellokomotiven
Weitere Service‑Standorte von Alstom in Deutschland befinden sich in Chemnitz (Sachsen) und Waibstadt (Baden‑Württemberg).
Mögliche Folgen des Warnstreiks
Die Presseaussendung der EVG benennt primär tarifpolitische Ziele; konkrete Angaben zu erwarteten Störungen im Bahnverkehr fehlen. Dennoch kann ein Ausstand in einem Instandhaltungswerk mittelbare Effekte haben, etwa durch Verzögerungen bei Reparaturen, Modernisierungen oder beim Austausch von Komponenten, die für den regulären Betrieb von Lokomotiven erforderlich sind. Kurzfristig betroffen wären vor allem operative Abläufe innerhalb des Werks.
Für Pendlerinnen und Pendler oder den Fernverkehr ergeben sich mögliche Auswirkungen in der Regel dann, wenn Warnstreiks sich auf Werkstätten mit hoher Auslastung und Ersatzteilversorgung auswirken oder wenn sie sich mit anderen Arbeitsniederlegungen im Bahnsektor überlagern.
Wie es weitergeht
Die EVG erwartet nun, dass die Unternehmensleitung auf die Forderungen mit einem „ernsthaften Angebot“ reagiert. Ob und in welcher Form die Geschäftsführung darauf eingeht, blieb in der Mitteilung unklar. Weitere Verhandlungsrunden könnten folgen, ebenso wie flankierende Aktionen seitens der Gewerkschaft, falls kein Angebot vorgelegt wird, das die Lohnschere schließt.
| Standort | Angaben aus der Presseaussendung |
|---|---|
| Stendal | Historischer Standort, rund 280 Angestellte, Instandhaltung und Reparatur von Lokomotiven |
| Chemnitz | Weiterer Service‑Standort |
| Waibstadt | Weiterer Service‑Standort |
Leserinnen und Leser, die von möglichen Störungen betroffen sind, sollten lokale Verkehrsunternehmen und die Bahngesellschaften auf aktuelle Hinweise prüfen. Für die Beschäftigten in Stendal steht nach der EVG‑Mitteilung die Frage im Raum, ob die Geschäftsführung angesichts des Warnstreiks ihr Angebot nachbessert.
Diese Meldung basiert auf der Presseaussendung der EVG; weitere Informationen von Alstom oder ergänzende Mitteilungen der Geschäftsführung lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.