Bildung

ZBI fordert: Digitalpakt 2.0 nur mit konsequenter MINT- und Lehrkräfteoffensive

Der Zentralverband der Ingenieurvereine verlangt zur Umsetzung des Digitalpakts 2.0 eine stärkere Verbindung digitaler Ausstattung mit gezielter Förderung naturwissenschaftlicher und technischer Kompetenzen sowie Investitionen in Lehrkräfte und regionale Ausgleichsmaßnahmen.

ZBI fordert: Digitalpakt 2.0 nur mit konsequenter MINT- und Lehrkräfteoffensive
©Illustration KI Elif Yıldırım / we-news.com

Der Zentralverband der Ingenieurvereine (ZBI) hat am 26. Oktober 2026 ein Positionspapier zum Digitalpakt 2.0 vorgelegt und fordert, digitale Ausstattung und technische Bildung eng zu verzahnen. Der Verband warnt davor, die milliardenschweren Investitionen allein auf Geräte und Infrastruktur zu beschränken; stattdessen müsse parallel in die Förderung von MINT-Kompetenzen und in die Qualifikation von Lehrkräften investiert werden.

Fokus: Mehr als Tablets und WLAN

Der ZBI betont, dass der Digitalpakt 2.0 nicht bei Hardware und Plattformen stehen bleiben dürfe. Entscheidend sei, Jugendlichen frühzeitig zu vermitteln, wie Technik funktioniert und wie digitale Systeme gesellschaftliche Veränderungen vorantreiben. In dem Positionspapier wird die Sicherung des Nachwuchses für Ingenieurberufe und technische Fachrichtungen als zentrales Ziel genannt. Außerdem weist der Verband auf mögliche Folgen für die Regionen hin: Durch die gesetzte Finanzierungslast für Länder und kommunale Schulträger drohe eine stärkere Ungleichheit beim Zugang zu guter digitaler Bildung.

"Wer heute in digitale Bildung investiert, muss zugleich in die Menschen investieren, die morgen die digitale, technische und klimaneutrale Zukunft unseres Landes gestalten."

Dieses Zitat stammt vom ZBI-Präsidenten Dipl.-Ing. Wilfried Grunau und fasst die Kernforderung des Verbands zusammen: Der Digitalpakt 2.0 müsse über technische Ausstattung hinaus auch in Menschen und MINT-Bildung investieren.

Konkrete Handlungsfelder

Im Positionspapier nennt der ZBI sieben zentrale Handlungsfelder. Aus dem Dokument lassen sich mindestens die folgenden Schwerpunkte ablesen:

  • MINT-Bildung in Schule und Grundschule stärken
  • Ingenieurwissenschaften frühzeitig erlebbar machen
  • Übergänge von der Schule ins Studium verbessern
  • Lehrkräfte qualifizieren und Quereinstiege erleichtern
  • Digitale Kompetenzen und technische Allgemeinbildung verbinden
  • Green Skills in die Bildungsprogramme integrieren

Der Verband begrüßt den ganzheitlichen Ansatz des Digitalpakts, mahnt aber zugleich die Finanzierungsfähigkeit der Länder und kommunalen Träger an. Ohne Ausgleichsmechanismen für strukturschwächere Regionen bestehe die Gefahr, dass digitale Bildungsangebote vom Wohnort abhängen.

Finanzrahmen und Verteilung

Der Digitalpakt 2.0 stellt für den Zeitraum 2026 bis 2030 insgesamt 5 Milliarden Euro für digitale Bildung bereit. Die Finanzierung erfolgt laut Programm halb durch den Bund, halb durch die Länder. Der ZBI sieht in dieser Konstruktion sowohl Chancen als auch Belastungen: Einerseits ermögliche die Finanzierung einen größeren Modernisierungsschub, andererseits erhöhe sie die Anforderungen an die Haushalte der Länder und Kommunen.

ZeitraumGesamtvolumenFinanzierung
2026–20305 Mrd. EuroBund und Länder je zur Hälfte

Konsequenzen für Schulen, Lehrkräfte und Politik

Für Schulen und Lehrkräfte bedeuten die Forderungen des ZBI, dass technische Bildung künftig systematischer Teil der Digitalisierungsstrategie sein muss. Das betrifft Fortbildungsangebote, fachliche Curricula ebenso wie die Förderung praxisnaher Lernorte und Kooperationen mit Hochschulen und Unternehmen. Eltern und Lernende wiederum könnten von erweiterten MINT-Angeboten profitieren, sofern die Umsetzung regional gleichmäßig gelingt.

Politisch bleibt offen, wie Bund, Länder und Kommunen die zusätzlichen Anforderungen finanziell und organisatorisch stemmen wollen. Der ZBI macht deutlich, dass allein die Beschaffung von Endgeräten nicht ausreiche; eine nachhaltige Wirkung erzeuge erst die Kombination aus Ausstattung, didaktischer Qualifikation und einer gezielten Nachwuchsförderung für technische Berufe.

Die Debatte um den Digitalpakt 2.0 wird damit in den nächsten Monaten auch zu einer Frage der Bildungs- und Regionalpolitik: Wie lassen sich Modernisierung, Chancengleichheit und Fachkräfteentwicklung miteinander verbinden? Der ZBI liefert mit seinem Positionspapier einen Orientierungsrahmen — die praktische Umsetzung erfordert nun politische Entscheidungen und konkrete Finanzierungsmodelle.

Elif Yıldırım
Elif KI Ressortleiterin Bildung online

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