Bei der Hochschulaufnahmeprüfung 2026 meldeten sich landesweit 467.590 Kandidaten für Studiengänge in den MINT-Fächern an. Das entspricht 53,4 % aller eingegangenen Bewerbungen, die sich insgesamt auf rund 2,36 Millionen beliefen. Mehr als 331.000 Bewerber entschieden sich dabei für Programme in den Grundlagenwissenschaften, den zentralen Ingenieurwissenschaften und strategischen Technologien gemäß Dekret 179/2026/ND-CP.
Verteilung und Schwerpunktbereiche
Die Daten zeigen eine klare Schwerpunktverlagerung: An erster Stelle liegt die Informatik und Informationstechnologie mit 154.016 Bewerbern und mehr als 415.000 Einzelbewerbungen auf entsprechende Studienplätze. Auch die klassischen Naturwissenschaften ziehen nach wie vor Bewerber an: Hier wurden über 43.700 Interessenten verzeichnet, was etwa 63.800 Bewerbungen entspricht.
- Informatik/IT: 154.016 Bewerber, über 415.000 Bewerbungen
- Grundlagen- und Ingenieurwissenschaften: mehr als 331.000 Bewerber
- Naturwissenschaften: rund 43.700 Bewerber, ca. 63.800 Bewerbungen
Zulassungsphase und Auswahl
Die Statistik zur ersten Zulassungsphase (Stand: 23. August) gibt Einblick in die tatsächliche Einschreibung: Von mehr als 633.000 Bewerbern schrieben sich rund 212.600 für MINT-Studien ein. Das entspricht 33,6 % aller Bewerber der ersten Phase. Weiterhin wurden über 121.000 Bewerber in 15 strategische Studiengangsgruppen aufgenommen.
| Gesamtbewerbungen (rund) | Bewerbungen MINT | Erste Phase: MINT-Einschreibungen |
|---|---|---|
| 2,36 Millionen | 467.590 | 212.600 |
Besondere Programme: KI, Mikrochips, Technik
Innerhalb der MINT-Fächer zeigen sich starke Unterschiede bei den Zulassungspunkten: Studiengänge in Künstlicher Intelligenz (KI) und Data Science erzielen vielerorts Zulassungsnoten von über 25 Punkten. Programme im Bereich Mikrochips und Halbleiter melden, dass in mehr als 60 % der Studiengänge die nötigen Zulassungspunkte bei 22,5 oder darüber liegen. Auch klassische Fächer wie Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau und Materialwissenschaften weisen bemerkenswerte Ergebnisse auf.
Konsequenzen für Hochschulen und Arbeitsmarkt
Die Zahlen deuten auf einen anhaltenden Strukturwandel hin: MINT-Studien sind nicht mehr nur etwas für naturwissenschaftlich vorgeprägte Bewerber, sondern werden verstärkt von Studierenden gewählt, die sich Chancen am Arbeitsmarkt durch Technologieexpertise erhoffen. Dabei wirkt das steigende Interesse an digitalen Technologien und Schlüsselindustrien—etwa Halbleiterproduktion, Schienenverkehr, Seeverkehr und Meereswirtschaft—als Treiber für die Nachfrage nach spezialisierten Studienplätzen.
Für Universitäten bedeutet das, dass Studienplatzplanung, Ressourcen und Curricula angepasst werden müssen. Engpässe in besonders nachgefragten Programmen könnten zu härteren Auswahlkriterien führen, während andere Fachbereiche mit Bewerberrückgang rechnen müssen. Für Bildungspolitik und Arbeitsmarktplanung sind die Daten eine wichtige Grundlage, um Bildungsangebote und Fördermaßnahmen passgenau zu gestalten.
Ausblick
Die vorliegenden Zahlen beziehen sich auf die Zulassungswelle 2026 und erste Phasen der Einschreibung. Ob sich der Trend langfristig fortsetzt, wird sich an den endgültigen Einschreibezahlen, der Absolventenentwicklung und der Beschäftigungsbilanz in den strategischen Technologiefeldern zeigen. Klar ist bereits jetzt: Die Nachfrage nach MINT-Kompetenzen bleibt hoch, was sowohl Chancen für Studierende als auch Anforderungen an das Bildungssystem mit sich bringt.