Der aufstrebende Formel‑1‑Fahrer Kimi Antonelli hat ein ungewöhnliches Ritual vor seinen Rennen: Bevor er zum nächsten Grand Prix aufbricht, nimmt der 20‑Jährige seinen Mercedes‑AMG GT 63 selbst in die Hand und wäscht ihn mit Wasser und Schwamm. Das berichtet AUTO BILD und liefert damit ein Bild abseits der üblichen Rennsport‑Ikonographie — statt Helmpose und Medienrummel steht ein Gartenschlauch und akribische Detailarbeit.
Penible Vorbereitung statt Schnellverfahren
Antonelli, der bereits acht Grand‑Prix‑Siege errungen hat und mit schnellen Rundenzeiten von fast 350 km/h über die Strecken jagt, nimmt sich demnach bewusst Zeit für die Pflege seines Straßenwagens. Das Händische Waschen ist für ihn kein bloßes Ritual, sondern Teil seiner Vorbereitung: Er betont, dass die Arbeit gründlich erledigt werden müsse, vor allem das Trocknen sei entscheidend, weil verbliebenes Wasser „komisch“ aussehe und den Eindruck von Schmutz erwecke.
„Ich nehme mir Zeit, weil es gut gemacht werden muss. Es muss gründlich gereinigt werden.“
Und weiter:
„Denn wenn man es nicht gut trocknet und noch Wasser darauf ist, dann sieht es komisch aus. Es sieht schmutzig aus.“
Ein Ritualecho aus der Rennsportgeschichte
Das eigenhändige Waschen des eigenen Wagens ist im Rennsport keine völlig neue Erscheinung: AUTO BILD erinnert an Ayrton Senna, der 1991 in Portugal seinen Honda NSX selbst säuberte. Auch Senna, dreifacher Weltmeister und Legende der Formel 1, wurde damals beim Gartenschlauch beobachtet — ein Motiv, das bis heute in der Motorsport‑Ikonografie nachhallt. Antonellis Zuwendung zum Lack knüpft damit an eine fast schon nostalgische Seite des Sports an, in der Fahrer Nähe zu ihren Fahrzeugen zeigen, weit entfernt von reinen PR‑Inszenierungen.
Sportlicher Kontext: WM‑Matchball und Medieninteresse
Die Bedeutsamkeit seines Waschrituals wird nicht nur durch die bildhafte Seite gestützt, sondern durch die sportliche Situation: Beim Großen Preis der USA in Austin hat Antonelli laut Berichten seinen ersten WM‑Matchball. Ein Erfolg dort könnte ihm den Titel näherbringen — und ihm die Möglichkeit eröffnen, Rekorde zu knacken. AUTO BILD stellt offen die Verbindung zu historischen Bestmarken her: Antonelli könnte den Rekord von Sebastian Vettel angreifen, ohne in der Meldung konkrete Zahlen zum Rekord zu nennen.
Was das Ritual über Persönlichkeiten im Motorsport aussagt
Das Bild eines 20‑jährigen Piloten, der vor großen Rennen sein Straßenauto selbst poliert, wirkt sympathisch und menschlich: Es zeigt, dass auch Spitzensportler einfache, handfeste Rituale pflegen, um Ruhe und Kontrolle zu gewinnen. Solche Gewohnheiten können psychologisch wirksam sein — eine wiederkehrende Handlung bietet Struktur vor einem hochstressigen Ereignis. Gleichzeitig dient das Waschen als mediales Signum: Es differenziert eine Figur in einem ansonsten homogen-professionellen Umfeld.
- Alter: 20 Jahre
- Siege: 8 Grand Prix
- Fahrzeug: Mercedes‑AMG GT 63
- Speed: Nahezu 350 km/h in Rennbetrieb
| Aspekt | Detail |
|---|---|
| Ritual | Eigenhändige Handwäsche und gründliches Trocknen |
| Sportliche Lage | Erster WM‑Matchball beim GP der USA (Austin) |
| Historischer Vergleich | Ayrton Sennas Handwäsche 1991 |
Ob dieses Waschritual dem Piloten Glück bringt, bleibt offen — Sportgeschichte ist reich an Anekdoten, die an kleinen Routinen hängen. Klar ist jedoch: Solche Details erzeugen Nähe und geben einem jungen Anwärter auf den WM‑Titel ein eigenes, wiedererkennbares Profil. Für den Medienkonsum bietet die Kombination aus jugendlichem Erfolg, nahe an technischen Höchstleistungen und einer skurril‑sympathischen Alltagsgeste ein reizvolles Narrativ.
Unter dem Strich steht ein Bild, das den Spitzensport menschlich macht: Ein 20‑Jähriger, der vor der vielleicht grössten Herausforderung seiner bisherigen Karriere nicht nur an Set‑up und Strategie denkt, sondern auch an den Glanz seines Autos. Ein bisschen Akribie, ein bisschen Nostalgie — und der Versuch, Kontrolle in einer Welt zu behalten, in der jede Sekunde zählt.