Im österreichischen Cup-Achtelfinale stehen am Abend mehrere Duelle, die für die Liga-Ränge wegweisend sein können. Rapid reist als deutlicher Favorit zur Vienna auf die Hohe Warte und will im elften Pflichtspiel der Saison den siebenten Sieg in Folge einfahren. Die Wiener Austria, nach dem Rücktritt von Trainer Stephan Helm in einer sportlichen Krise, empfängt unter Interimscoach Max Uhlig den TSV Hartberg und sucht dringend positive Impulse.
Rapid gegen Vienna: klares Kräfteverhältnis
Für Rapid stellt das Duell auf der Hohen Warte eine Pflichtaufgabe dar. Die Grün-Weißen gelten als aktuell beste heimische Mannschaft und nähren nach dem 5:1-Sieg gegen Lustenau am vergangenen Samstag hohe Erwartungen. Trainer Johannes Hoff Thorup warnte zugleich vor Selbstzufriedenheit und kündigte personelle Änderungen an, um die Ernsthaftigkeit und das Vertrauen in die eigenen Stärken zu betonen.
„Ein Cupspiel gegen einen Gegner aus der zweiten Spielklasse ist anders als unsere letzten Matches in der Bundesliga. Wir möchten und müssen mit derselben Ernsthaftigkeit und dem gleichen Vertrauen in unsere Stärken in die Partie gehen.“
Bei der Vienna, derzeit Tabellenzweiter der 2. Liga und punktgleich mit Spitzenreiter Blau-Weiß Linz, glaubt man an eine Chance auf ein Achtelfinal‑Überraschungsergebnis. Ex-Rapid-Stürmer Bernhard Zimmermann und Coach Patrick Enengl pochen auf Einsatz und taktische Disziplin, um Rapid so lange wie möglich das Leben schwer zu machen.
Austria unter Druck: neuer Coach, große Erwartungen
Die Austria steckt in einer sportlichen Krise: Nach zehn Runden stehen nur sieben Punkte zu Buche — die schlechteste Ausbeute nach zehn Spielen seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995. Die jüngste Niederlage in Altach führte zur Trennung von Trainer Stephan Helm. Nun soll Interimscoach Max Uhlig den Kurs korrigieren. Das Achtelfinale gegen Hartberg wird dabei als erste Gelegenheit verstanden, das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen und einen Richtungswechsel zu signalisieren.
Vertreter der Austria betonen die Notwendigkeit eines „neuen Impulses“; die Erwartung ist, dass die Mannschaft in diesem Pokalspiel von Beginn an beherzt auftritt und die Anhänger mitnimmt.
Weitere Paarungen und Zeitplan
Neben den Duellen in Wien stehen weitere Begegnungen auf dem Programm, bei denen Erst- und Zweitligisten aufeinandertreffen. Die Bundesliga-Schlusslichter und Aufsteiger haben im Pokal die Gelegenheit, sich in einer ungewohnten Rolle zu präsentieren.
- Rapid – Vienna, 18:00 (Hohe Warte) — Rapid will den siebenten Pflichtspielsieg in Serie.
- Austria – TSV Hartberg, 18:00 — erster Auftritt unter Interimscoach Max Uhlig.
- WAC – Hertha Wels, 18:30 — Zweitligist zu Gast beim Bundesliga-Schlusslicht.
- GAK – Altach, 19:00 — Altach reist zum GAK.
| Begegnung | Uhrzeit |
|---|---|
| Rapid – Vienna | 18:00 |
| Austria – TSV Hartberg | 18:00 |
| WAC – Hertha Wels | 18:30 |
| GAK – Altach | 19:00 |
Kontext und Folgen
Für Rapid wäre ein Sieg vor allem die Bestätigung des starken Liga-Starts und die Fortsetzung einer beeindruckenden Serie. Für die Vienna könnte ein Erfolg Prestige und Selbstvertrauen im Aufstiegsrennen der 2. Liga bringen. Die Austria steht unter erhöhtem Druck: Scheitert man an Hartberg, dürften Diskussionen über die Kaderstruktur und die nächsten Schrittführungen erneut aufflammen.
Der Cup bietet zudem für Zweitligisten wie Hertha Wels eine Bühne, gegen Bundesligisten wie WAC auswärts zu bestehen und sich national zu profilieren. Die Partien am Abend könnten somit richtungsweisende Impulse für die weitere Saisonentwicklung einzelner Teams liefern.
Die Augen richten sich nun auf die Ansetzungen auf der Hohen Warte und beim Verteilerkreis — zwei Stadien, zwei Geschichten: Während Rapid Stabilität und Dominanz sucht, steht bei der Austria die Chance zur Kehrtwende an. Pokalspiele zeigen oft überraschende Wendungen; doch auf dem Papier ist die Rollenverteilung vor dem Anpfiff klar.