Neue Perspektive für die Austria
Für den Zweitligisten SV Austria Salzburg zeichnet sich eine neue Heimstätte ab. Nach Plänen, die Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) in den „Salzburger Nachrichten“ erläuterte, könnte der Verein ab der Saison 2030/31 in einem eigenen Stadion im Sportzentrum Nord in Liefering spielen. Der mögliche Baubeginn ist für 2028 vorgesehen. Fixiert ist das Projekt allerdings noch nicht: Standort, Finanzierung und die konkreten Rahmenbedingungen müssen erst weiter geprüft und abgestimmt werden.
Vorgesehen wäre eine Anlage mit Platz für rund 5.000 Fans. Als bevorzugte Fläche gilt das Areal des ehemaligen Unterhaus-Klubs ASVÖ Liefering. Nach Angaben des Bürgermeisters wurde die grundsätzliche Machbarkeit bereits untersucht. Auch die Landesumweltanwaltschaft könne sich ein Stadion an diesem Standort unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen. Welche Auflagen damit verbunden wären, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Auinger begründete die Standortüberlegung mit den vorhandenen Platzverhältnissen im Sportzentrum Nord. Das Areal bietet bereits eine sportliche Infrastruktur, zugleich wären bei einem Neubau Interessen anderer Nutzer zu berücksichtigen. Auf dem Gelände befinden sich auch Leichtathletikanlagen. Für jene Sportlerinnen und Sportler, die durch das Projekt ihre Laufbahn verlieren würden, müsse eine Lösung gefunden werden, sagte der Bürgermeister.
„Dort haben wir genügend Platz und wir haben auch die Machbarkeit schon prüfen lassen.“
Als zweite Möglichkeit kommt das Gelände des Salzburg-Ligisten ATSV Salzburg im selben Sportzentrum infrage. Diese Variante steht nach den Angaben der Stadt derzeit jedoch nicht im Vordergrund. Gespräche mit dem Verein hat die Stadt Salzburg demnach noch nicht geführt. Damit bleibt zunächst offen, ob diese Fläche überhaupt in eine vertiefte Prüfung einbezogen wird oder ob die Planungen auf das ehemalige ASVÖ-Areal konzentriert werden.
Finanzierung durch Stadt und Land im Raum
Die erwarteten Kosten werden mit zehn bis 20 Millionen Euro angegeben. Finanziert werden soll der Neubau von der Stadt und dem Land Salzburg. Die Austria wäre als Hauptmieterin vorgesehen. Eine endgültige Finanzierungszusage oder ein Beschluss der zuständigen politischen Gremien ist in den vorliegenden Informationen nicht genannt. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung wird daher entscheidend sein, wie sich die öffentliche Hand zu Kosten, Betrieb und langfristiger Nutzung stellt.
| Planungspunkt | Angabe |
|---|---|
| Möglicher Standort | Sportzentrum Nord in Liefering |
| Kapazität | rund 5.000 Zuschauer |
| Möglicher Baubeginn | 2028 |
| Geplante Nutzung durch die Austria | ab der Saison 2030/31 |
| Kostenschätzung | 10 bis 20 Millionen Euro |
Die geplante Arena soll nicht ausschließlich dem Fußball dienen. Nach den Vorstellungen der Stadt könnten dort auch andere Veranstaltungen stattfinden. Ein größerer Gastronomiebereich würde zusätzliche Nutzungen ermöglichen, etwa Bälle oder vergleichbare Veranstaltungen. Damit würde die Anlage über eine reine Spielstätte hinausgehen. Wie viele Veranstaltungen tatsächlich vorgesehen wären und wie der Betrieb organisiert werden könnte, ist derzeit nicht festgelegt.
Bundesliga-Aufstieg würde neue Frage aufwerfen
Eine wesentliche Einschränkung betrifft die höchste Spielklasse. Bundesligapartien wären im geplanten Stadion nach den derzeitigen Voraussetzungen nicht möglich. Grund dafür ist, dass die Landesumweltanwaltschaft einem Bundesliga-tauglichen Flutlicht an diesem Standort nicht zustimmen dürfte, wie die „Salzburger Nachrichten“ berichten. Die neue Heimstätte wäre damit auf den Spielbetrieb unterhalb der Bundesliga ausgerichtet.
Für die Austria ergibt sich daraus eine doppelte Perspektive: Das Stadion könnte dem Verein eine langfristige Adresse und eine stärkere Verankerung im Salzburger Norden geben. Gleichzeitig bliebe bei einem Aufstieg in die Bundesliga die Frage offen, wo die Heimspiele ausgetragen werden. Als Ausweichmöglichkeit wird die Red Bull Arena in Wals-Siezenheim genannt, die die erforderlichen Kriterien erfüllt. Eine endgültige Regelung für diesen Fall liegt nach den vorliegenden Informationen nicht vor.
Projekt mit mehreren offenen Etappen
Bis zu einem möglichen Spielbetrieb ab 2030/31 sind daher mehrere Schritte notwendig. Dazu zählen die Auswahl des Standorts, die Abstimmung mit den betroffenen Sportvereinen, umweltrechtliche Prüfungen und die politische Entscheidung über die Finanzierung. Auch die künftige Rolle der Leichtathletik im Sportzentrum Nord muss geklärt werden. Erst danach kann sich zeigen, ob der genannte Zeitplan für einen Baubeginn im Jahr 2028 realistisch ist.
- Die bevorzugte Fläche liegt auf dem Areal des ehemaligen ASVÖ Liefering.
- Das Stadion soll rund 5.000 Personen Platz bieten.
- Die Austria wäre Hauptmieterin, andere Veranstaltungen wären ebenfalls vorgesehen.
- Für Bundesliga-Spiele müsste der Verein weiterhin auf eine andere Arena ausweichen.
Für Austria Salzburg wäre der Neubau jedenfalls ein infrastruktureller Einschnitt. Der Verein erhielte eine planbare Heimstätte, während die Stadt ein weiteres Veranstaltungszentrum im Sportbereich schaffen könnte. Gleichzeitig zeigt die Planung, dass eine Stadionlösung nicht allein von der Tribünengröße abhängt: Umweltauflagen, bestehende Sportangebote und die sportliche Entwicklung des Vereins bestimmen mit, welche Funktion die Arena künftig tatsächlich erfüllen kann.