Die Salzburger Land Tourismus GmbH (SLTG) könnte im Februar 2027 eine neue Geschäftsführung erhalten: In einem Hearing wurde die 47‑jährige Tourismusmanagerin Daniela Kolesa als Erstgereihte präsentiert und soll den bisherigen Marketingleiter Leo Bauernberger ablösen, der die Organisation 25 Jahre mitprägte. Die endgültige Bestellung bedarf noch der Bestätigung durch die Generalversammlung der SLTG.
Werdegang und Aufgabenbereich
Kolesa wurde in Oberndorf bei Salzburg geboren und ist im oberösterreichischen Lochen (Innviertel) aufgewachsen. Ihr akademischer Weg führte sie über ein Studium der internationalen Betriebswirtschaft an der Universität Innsbruck, die Wirtschaftsuniversität Wien sowie die London School of Economics. Seit 2018 ist sie Teil des erweiterten Managements bei Wien‑Tourismus, wo sie insbesondere für Destinationsentwicklung und -management, Stakeholdermanagement sowie die Zusammenarbeit mit städtischen und touristischen Partnern verantwortlich war. Laut Land Salzburg gingen für die ausgeschriebene Stelle mehr als 50 Bewerbungen ein.
Formales Verfahren und Eigentümerstruktur
Die Besetzung der Geschäftsführung bei der SLTG erfolgt turnusmäßig alle fünf Jahre. Die Bestellung von Kolesa muss noch in der Generalversammlung beschlossen werden; erst danach wäre ihr Amtsantritt formal bestätigt. Die Eigentümerverhältnisse der SLTG sind heterogen verteilt und spielen bei strategischen Entscheidungen eine wichtige Rolle:
| Eigentümer | Anteil |
|---|---|
| Örtliche Tourismusverbände | 48 % |
| Land Salzburg | 41 % |
| Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Landwirtschaftskammer (je) | 3 % je |
| Stadt Salzburg | 2 % |
Was als Nächstes zu erwarten ist
- Die Generalversammlung der SLTG muss die Bestellung formell bestätigen.
- Bei positiver Entscheidung würde der Wechsel planmäßig im Februar 2027 stattfinden.
- Die regelmäßige Ausschreibung der Geschäftsführung erfolgt alle fünf Jahre.
Bedeutung für Salzburg
Der Wechsel an der Spitze der SLTG betrifft die strategische Ausrichtung des Landestourismus. Nach einem Vierteljahrhundert unter der Leitung von Bauernberger steht damit ein Führungswechsel an, der nicht nur kommunikative Signale setzt, sondern auch Abstimmungen mit den Anteilseignern und lokalen Tourismusverbänden erforderlich machen wird. Kolesas Erfahrung in der Destinationsentwicklung und im Stakeholdermanagement, wie sie in Wien erworben wurde, könnte bei der Abstimmung zwischen Stadt, Land und regionalen Verbänden von Vorteil sein.
Kontext und Erwartungen
Aus Sicht der Eigentümergruppe und der regionalen Partner wird es darauf ankommen, wie die neue Geschäftsführung operative Prioritäten mit den Interessen der vielen Anteilseigner verbindet. Die SLTG steht dabei vor klassischen Aufgaben einer Destination: Markenführung, Koordination der Tourismusverbände, Vermarktung sowie die Abstimmung mit wirtschaftlichen und politischen Akteurinnen im Land. Fest steht, dass die Generalversammlung die letztentscheidende Institution bleibt.
Praktische Hinweise
Interessierte Beobachterinnen und Partner können die formalen Dokumente und Beschlüsse der SLTG bei den zuständigen Stellen der Eigentümer einsehen; über das konkrete Datum der Generalversammlung und die Tagesordnung wird das Land Salzburg oder die SLTG informieren. Bis zur formellen Bestätigung bleibt Kolesa als Erste gereihte Kandidatin gehandhabt, ein definitiver Amtsantritt ist erst nach dem Beschluss verbindlich.
Die Entscheidung bedeutet einen personellen Einschnitt für Salzburgs Tourismusorganisation, zugleich eröffnet sie die Chance für neue Impulse in einem Sektor, der für das Land wirtschaftlich zentral ist. Beobachterinnen werden in den kommenden Monaten genau verfolgen, wie die neue Leitung ihre Schwerpunkte setzt und wie die Zusammenarbeit zwischen den Anteilseignern ausgestaltet wird.
Autor: Philipp Moser, Korrespondent Salzburg