In der Donnerstagsfolge der Trödelshow „Bares für Rares“ sorgte ein ungewöhnlicher Fund für Irritationen und gleichzeitig für einen Blick in die Brandbekämpfungs-Alltag vergangener Jahrhunderte: Zwei Freundinnen, Beate und Elke, brachten ein ledernes Objekt mit, das zuerst mehrfach falsch interpretiert wurde und sich schließlich als historischer Feuerlöscheimer herausstellte.
Vom Rätsel zum Zeitzeugnis
„Was haben wir denn jetzt?“, fragte Moderator Horst Lichter, als das Objekt auf den Tisch kam. Die Vermutungen reichten laut der Sendung von einem magischen Hut bis zu einem Spielgerät, doch keiner der Vorschläge traf zu. Fachmann Detlev Kümmel erläuterte schließlich, dass es sich bei dem Stück um einen Feuerlöscheimer aus Leder handele, wahrscheinlich gefertigt von einem Schuster und datierbar auf Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts. „Das ist Zeitgeschichte, was wir hier haben“, fasste Kümmel zusammen.
„Das ist Zeitgeschichte, was wir hier haben.“
Solche Eimer waren besonders in alten Städten gebräuchlich, in denen Holzhäuser dicht an dicht standen. Nach dem Prinzip „Viele Hände, schnelles Ende“ bildeten Bewohner im Brandfall eine Eimerkette, um Wasser zur Brandstelle zu transportieren. Damit die Behälter nach einem Einsatz nicht durcheinandergerieten, wurden sie oft mit Namen und Hausnummer markiert.
Taxe, Nachfrage und Verkaufsergebnis
Der Experte taxierte den ledernen Löscheimer auf 100 bis 120 Euro und verwies darauf, dass Feuerwehrutensilien bei Sammlern durchaus gefragt seien. Im Händlerraum zeigte sich dann reges Interesse: Jan Čížek sah den Eimer etwa als nützlichen Behälter für Schuhputzzeug, die Konkurrenz bot allerdings nicht genug — und so ging das Stück schließlich für 180 Euro an Benjamin Leo Leo.
| Schätzung | Verkaufspreis | Fertigungszeitraum |
|---|---|---|
| 100–120 € | 180 € | Anfang bis Mitte 19. Jahrhundert |
- Fund: ledernes Objekt aus Haushaltsauflösung
- Bestimmung: historischer Feuerlöscheimer
- Verkauf: 180 Euro an Händler
Kontext und Bedeutung
Der Fall macht zwei Dinge deutlich: Einerseits offenbart er, wie sehr sich Technik und Alltagshandwerk verändert haben — was früher lebensrettendes Gebrauchsgerät war, gilt heute als Sammelobjekt. Andererseits zeigt er, wie populäre Fernsehformate funktionieren: Ein kurioses Objekt, fachkundige Einordnung und eine überraschende Preisentwicklung ergeben Unterhaltung, schaffen aber zugleich eine kleine Historik-Stunde vor Millionenpublikum.
Für Sammler sind Feuerwehrutensilien ein spezielles Segment, weil sie sowohl ästhetisch als auch dokumentarisch reizvoll sind: Namen, Beschriftungen oder handwerkliche Details bieten Einblicke in Besitzverhältnisse und lokale Alltagspraktiken. Dass ein solches Stück in einer Haushaltsauflösung landet, ist nicht ungewöhnlich; umso höher wird oft der emotionale oder historische Wert eingeschätzt.
Die Episode bleibt damit ein Beispiel dafür, wie obskure Alltagsgegenstände zu Gesprächsanlässen werden können — und wie aus einem zunächst rätselhaften Lederding ein beachtetes Stück Zeitgeschichte wird. Die beiden Verkäuferinnen dürften mit 180 Euro und einer guten Geschichte im Gepäck nach Hause gegangen sein.
Redaktion Kurioses