Weitere Ergebnisse aus der Sektion im OZEANEUM
Stralsund – Nach der am Abend des 15. August abgeschlossenen Sektion eines im Raum Stralsund geborgenen Buckelwals teilt das Deutsche Meeresmuseum / OZEANEUM weitere Befunde mit. Der Wal wurde als männlich und auf etwa drei bis vier Jahre geschätzt. Bei der inneren Untersuchung fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehrere mit Eiterflüssigkeit gefüllte Abszesse, von denen sich ein großer Teil unmittelbar an der Wirbelsäule befand.
„Um welche Bakterien es sich konkret handelte und ob sich der Verdacht einer Sepsis bestätigt, werden die bakteriologischen und virologischen Untersuchungen im Labor zeigen“, erläuterte Direktor Prof. Dr. Burkard Baschek zum Stand der Analyse. Die Proben seien entnommen und für weitergehende Untersuchungen an spezialisierte Labore übergeben worden.
„Der Wal muss unter enormen Schmerzen, insbesondere in Bewegung, gelitten haben, da sich ein Großteil der Abszesse direkt an der Wirbelsäule befand“,
fügte die Wissenschaftlerin Lisa Klemens hinzu.
Befunde im Überblick
Als besonders auffällig beschrieben die Untersucher einen der Abszesse, dessen Maße mit 42 Zentimetern Breite und 110 Zentimetern Länge angegeben wurden. Nach Angaben des Museums entspricht dies einem bedeutenden Anteil der betroffenen Körperregion.
- Geschlecht: Männlich
- Altersschätzung: ca. 3–4 Jahre
- Hauptbefund: Mehrere mit Eiter gefüllte Abszesse
- Besonderheit: Großer Abszess (42 cm × 110 cm) nahe der Wirbelsäule
- Weitere Schritte: Bakteriologische und virologische Labortests
| Parameter | Bekannter Befund |
|---|---|
| Geschlecht | Männlich |
| Alter | Ca. 3–4 Jahre |
| Abszesse | Mehrere, mit Eiter gefüllt |
| Größter Abszess | 42 cm × 110 cm |
| Geplante Untersuchungen | Bakteriologie, Virologie |
Bedeutung für Forschung und Öffentlichkeit
Die gefundenen Befunde geben Hinweise darauf, dass der Wal an schweren, möglicherweise systemischen Infektionen gelitten haben könnte. Ob es sich um eine allgemeine Septikämie handelt oder um lokale Entzündungsherde mit sekundären Folgen, sollen die nun laufenden mikrobiologischen und virologischen Analysen klären. Die Ergebnisse sind für die Forschung wichtig, um Ursachen für Verhaltensänderungen, Strandungen oder allgemeine Gesundheitsprobleme bei Meeressäugern besser einordnen zu können.
Das OZEANEUM ist in Stralsund als Forschungseinrichtung gut vernetzt; die laufenden Untersuchungen werden nach Abschluss der Analysen veröffentlicht. Bis dahin beschränken sich die Aussagen auf die dokumentierten pathologischen Befunde aus der Sektion.
Die Leitung des Museums bittet die Öffentlichkeit um Geduld, bis die Laborergebnisse vorliegen. Diese sollen Aufschluss darüber geben, welche bakteriellen oder viralen Erreger beteiligt waren und ob eine Sepsis als Todesursache bestätigt werden kann.
Die dokumentierten Befunde legen nahe, dass der junge Wal unter starken Schmerzen litt, insbesondere bei Bewegung, so die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Welche Rolle Umweltfaktoren, Verletzungen oder andere Ursachen dabei gespielt haben könnten, bleibt vor Ergebnis der Labortests offen.