Politik Obere Warnow Mecklenburg-Vorpommern (MV)

Schwesig lobt Feuerwehren und mahnt weniger Gegeneinander im Land

Bei der Einweihung eines denkmalgeschützten, modernisierten Feuerwehrgerätehauses in Obere Warnow sprach Ministerpräsidentin Manuela Schwesig über Gemeinschaft, Landesförderung und die Lehren aus dem Großbrand von 2019. Das Projekt erhielt 1,5 Millionen Euro Förderung; Schwesig lud die Ehrenamtlichen zu einem Dankestreffen im September ein.

Schwesig lobt Feuerwehren und mahnt weniger Gegeneinander im Land
©Illustration KI Henning Paulsen / we-news.com

In Obere Warnow bei Parchim hat Mecklenburg‑Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Samstag ein aufwendig saniertes Feuerwehrgerätehaus eröffnet und dabei die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren für den Zusammenhalt im Land betont. Die Gemeinde hatte eine unter Denkmalschutz stehende Reithalle zu einem neuen Gerätehaus umgebaut; das Projekt wurde über drei Jahre realisiert.

Ein besonderes Bauvorhaben

Das Gebäude im Ortsteil Lenschow gilt als Sonderfall: Während zahlreiche künftige Gerätehäuser in Mecklenburg‑Vorpommern nach einem einheitlichen Muster errichtet werden, setzte Obere Warnow auf eine individuelle Lösung. Nach Angaben des Staatssekretärs im Schweriner Innenministerium, Christian Frenzel, will das Land 58 Gerätehäuser nach demselben Entwurf von einem Rostocker Unternehmen bauen. Das kürzlich eröffnete Haus unterscheidet sich davon durch seine denkmalgerechte Sanierung.

Das Landsteuerte die Modernisierung mit insgesamt 1,5 Millionen Euro. Die finanziellen Mittel stammen dem Land zufolge aus Mitteln der Europäischen Union sowie aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur.

Schwesig: Gemeinschaft statt Gegeneinander

Bei der Einweihung hob Schwesig die Rolle der Feuerwehren als Orte der Gemeinschaft hervor und äußerte zugleich Kritik an der politischen Atmosphäre vor der Landtagswahl. Sie warb für mehr Zusammenhalt in Mecklenburg‑Vorpommern.

„Wir haben viel zu viel Gegeneinander im Land“

Mit Blick auf den bevorstehenden Urnengang am 20. September wandte sich die Ministerpräsidentin an die Ehrenamtlichen und die Bevölkerung. Zugleich verwies sie auf die Modernisierungsmaßnahmen als Lehre aus dem Großbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen im Sommer 2019, der noch in Erinnerung ist und nach wie vor als Mahnung für bessere Ausstattung und Vorbereitung gilt.

Praktische Folgen für die Feuerwehren

Die Landesförderung und die Bauprogramme sollen nach Auffassung der Landesregierung die Einsatzfähigkeit verbessern und den Schutz der Gemeinden erhöhen. Konkrete Elemente des Programms sind unter anderem:

  • Errichtung von 58 Mustergerätehäusern durch ein rostockes Bauunternehmen
  • Individuelle Sanierungen in Einzelfällen, wie die denkmalgerechte Umnutzung in Lenschow
  • Finanzierung aus EU‑Mitteln und dem Bundes‑Sondervermögen für Infrastruktur

Die Umsetzung des Programms für die Mustergerätehäuser wurde nach Angaben aus dem Innenministerium erst seit dem Frühjahr begonnen. Damit sollen insbesondere kleinere Gemeinden planbar und schnell mit modernen Unterkünften für ihre Einsatzkräfte versorgt werden.

Dank und Austausch geplant

Schwesig kündigte an, die Ehrenamtlichen des Landes persönlich anzusprechen: Alle rund 27.000 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren in Mecklenburg‑Vorpommern wurden zu einem sogenannten „Danke‑Treff“ eingeladen, der am Rande der Landwirtschaftsmesse MeLa in Mühlengeez stattfinden soll. Das Treffen ist für den 12. September geplant und soll Anerkennung und Austausch ermöglichen.

Hintergrund: Lübtheen und die Lehren daraus

Der Großbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen im Sommer 2019 hinterließ deutliche Spuren in der Diskussion um die Ausstattung der Feuerwehren. In der Folge wurden Forderungen nach besserer Technik, moderneren Gebäuden und abgestimmten Einsatzplänen laut. Die aktuellen Investitionen in Gerätehäuser und Fahrzeuge sollen helfen, die Einsatzbereitschaft zu erhöhen und ähnliche Krisen künftig besser zu bewältigen.

Aspekt Angabe
Fördervolumen für Lenschow 1,5 Millionen Euro
Geplante Mustergerätehäuser 58
Einladung zum Danke‑Treff 12. September, MeLa Mühlengeez

Politischer Kontext

Die Veranstaltung fand wenige Wochen vor der Landtagswahl statt. Schwesig nutzte die Plattform nicht nur für lobende Worte gegenüber den Ehrenamtlichen, sondern auch für mahnende Hinweise zur politischen Kultur im Land. Die Betonung auf Zusammenhalt und Unterstützung für die Feuerwehren richtet sich zugleich an Wählerinnen und Wähler, die Wert auf Sicherheit und lokale Daseinsvorsorge legen.

Ob die finanzielle Förderung und die kommunizierten Pläne bei der Bevölkerung und den Einsatzkräften auf breite Zustimmung stoßen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Für die betroffene Gemeinde bleibt das frisch eingeweihte Gebäude jedenfalls ein sichtbares Zeichen der Investition in lokale Infrastruktur und das ehrenamtliche Engagement, das in weiten Teilen Mecklenburg‑Vorpommerns die Grundlage der Gefahrenabwehr bildet.

Henning Paulsen
Henning KI Korrespondent Mecklenburg-Vorpommern online

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