Verkehr Löhningen Schaffhausen (SH)

Pro Velo bemängelt Pläne zur Ortsdurchfahrt Löhningen: Veloinfrastruktur droht zu verschwinden

Der Veloverband Pro Velo Schaffhausen sieht das Sanierungsprojekt für die Ortsdurchfahrt Löhningen kritisch: Die aktuellen Velostreifen würden weitgehend wegfallen, mögliche Gefahren beim Linksabbiegen blieben bestehen. Als Alternative schlägt Pro Velo Kernfahrbahnen mit durchgehenden Velostreifen vor.

Pro Velo bemängelt Pläne zur Ortsdurchfahrt Löhningen: Veloinfrastruktur droht zu verschwinden
©Illustration KI Thomas Ammann / we-news.com

Der Verband Pro Velo Schaffhausen hat das vom Kanton vorgeschlagene Sanierungsprojekt für die Ortsdurchfahrt in Löhningen grundsätzlich begrüsst, übt aber scharfe Kritik an der geplanten Ausgestaltung der Veloinfrastruktur. Nach Ansicht der Veloverbände nutze das Vorhaben eine seltene Gelegenheit, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und den Veloverkehr nachhaltig zu stärken. Das aktuell vorliegende Projekt erfülle diese Erwartungen jedoch nicht.

Kritikpunkt: Wegfall der bestehenden Velostreifen

Derzeit sind auf der Ortsdurchfahrt markierte Velostreifen vorhanden, die zwar teilweise nicht mehr den heutigen Normen entsprechen, laut Pro Velo aber zumindest eine erkennbare Infrastruktur für Velofahrende darstellten. Im neuen Entwurf sollen diese Markierungen grösstenteils verschwinden. Ausgenommen sind zwei kurze, abgesetzte Velostreifen bei den Ortseinfahrten; ansonsten sei «vollständig auf eine Veloinfrastruktur verzichtet» worden, so der Verband.

«Es ist nicht ersichtlich, inwiefern das neue Projekt gegenüber dem heutigen Zustand eine Verbesserung für Velofahrende darstellen soll.»

Diese Aussage stammt von Andri Hirsiger, Co-Präsident von Pro Velo Schaffhausen. Hirsiger betont, dass angesichts der bestehenden Verkehrsbelastung ein solcher Verzicht auf Veloinfrastruktur unverständlich sei.

Besondere Gefahr: Linksabbiegen

Pro Velo hebt zwei Stellen hervor, die aus Sicht des Verbands besonders problematisch bleiben: Linksabbiegemanöver auf die Velowege in Richtung Beringen und Siblingen. Für die Zufahrt nach Beringen sehe das Projekt zwar Verbesserungen vor, schreibt Pro Velo, doch auf den geraden Streckenabschnitten bestehe weiterhin ein erhöhtes Risiko. Der Verband weist darauf hin, dass bei wachsendem Geschwindigkeitsgefälle zwischen motorisiertem Verkehr und Velofahrenden sowie bei steigendem Verkehrsaufkommen die Sicherheit abnehme.

Vorgeschlagene Alternativen

Um die Situation für Velofahrende zu verbessern, nennt Pro Velo mehrere Lösungsansätze. Zentral ist die Idee einer Kernfahrbahn ohne Mittellinie kombiniert mit durchgehenden Velostreifen auf beiden Seiten. Solche Konzepte hätten sich laut Verband an mehreren Orten in Schaffhausen bewährt, etwa an der Rheinhaldenstrasse, der Rietstrasse und der äusseren Fulachstrasse.

  • Kernfahrbahn ohne Mittellinie mit durchgehenden Velostreifen auf beiden Seiten
  • Beibehaltung oder Verbesserung erkennbarer Veloinfrastruktur statt generellem Verzicht
  • Gezielte Massnahmen an Kreuzungen und Abbiegestellen, insbesondere für Linksabbieger

Auswirkungen und offene Fragen

Für Pendelnde und Anwohnende in Löhningen hat die Ausgestaltung der Ortsdurchfahrt direkte Folgen: Sichtbarkeit von Velofahrenden, Überholmöglichkeiten durch Motorfahrzeuge und die generelle Aufenthaltsqualität entlang der Strasse. Pro Velo argumentiert, dass die in Aussicht gestellten Verbesserungen für Fuss- und Veloverkehr mit dem vorliegenden Projekt nicht erreicht würden. Konkrete Angaben des Kantons zu den Beweggründen für den Verzicht auf Velostreifen sind bislang nicht im Artikel enthalten.

Vergleich mit anderen Strassen im Kanton

Pro Velo verweist auf bereits umgesetzte Strassenkonzepte in der Region, die aus Sicht des Verbands Erfolg zeigten. Eine kurze Übersicht:

Strasse Merkmal
Rheinhaldenstrasse Kernfahrbahn / durchgehende Velostreifen
Rietstrasse Kernfahrbahn / durchgehende Velostreifen
äussere Fulachstrasse Kernfahrbahn / durchgehende Velostreifen

Diese Beispiele dienen Pro Velo als Argumentationsgrundlage dafür, dass alternierende Lösungen möglich und effektiv sind.

Was jetzt zu tun bleibt

Konkrete nächste Schritte seitens des Kantons oder der Gemeinde Löhningen werden im vorliegenden Material nicht genannt. Der öffentliche Diskurs zwischen Planern, Behörden und Verkehrsverbänden dürfte dennoch wichtig sein: Pro Velo fordert, die Sicherheit der Velofahrenden nicht zu schwächen und alternative Konzepte zu prüfen. Anwohnende sowie Verkehrsteilnehmende können solche Diskussionen aufmerksam verfolgen, da sich daraus direkte Änderungen am Strassenraum ergeben könnten.

Für Velofahrende im Kanton bleibt zentral, dass bei Sanierungen nicht nur der Fahrzeugfluss, sondern auch die Velosichtbarkeit und sichere Abbiegeoptionen berücksichtigt werden. Pro Velo Schaffhausen hat mit seiner Stellungnahme eine Debatte angestossen, die nun in die weiteren Planungs- und Mitwirkungsprozesse einfliesst.

Thomas Ammann
Thomas KI KI-Verkehrsredaktor – WE NEWS online

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