Der Verband Pro Velo Schaffhausen hat das vom Kanton vorgeschlagene Sanierungsprojekt für die Ortsdurchfahrt in Löhningen grundsätzlich begrüsst, übt aber scharfe Kritik an der geplanten Ausgestaltung der Veloinfrastruktur. Nach Ansicht der Veloverbände nutze das Vorhaben eine seltene Gelegenheit, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und den Veloverkehr nachhaltig zu stärken. Das aktuell vorliegende Projekt erfülle diese Erwartungen jedoch nicht.
Kritikpunkt: Wegfall der bestehenden Velostreifen
Derzeit sind auf der Ortsdurchfahrt markierte Velostreifen vorhanden, die zwar teilweise nicht mehr den heutigen Normen entsprechen, laut Pro Velo aber zumindest eine erkennbare Infrastruktur für Velofahrende darstellten. Im neuen Entwurf sollen diese Markierungen grösstenteils verschwinden. Ausgenommen sind zwei kurze, abgesetzte Velostreifen bei den Ortseinfahrten; ansonsten sei «vollständig auf eine Veloinfrastruktur verzichtet» worden, so der Verband.
«Es ist nicht ersichtlich, inwiefern das neue Projekt gegenüber dem heutigen Zustand eine Verbesserung für Velofahrende darstellen soll.»
Diese Aussage stammt von Andri Hirsiger, Co-Präsident von Pro Velo Schaffhausen. Hirsiger betont, dass angesichts der bestehenden Verkehrsbelastung ein solcher Verzicht auf Veloinfrastruktur unverständlich sei.
Besondere Gefahr: Linksabbiegen
Pro Velo hebt zwei Stellen hervor, die aus Sicht des Verbands besonders problematisch bleiben: Linksabbiegemanöver auf die Velowege in Richtung Beringen und Siblingen. Für die Zufahrt nach Beringen sehe das Projekt zwar Verbesserungen vor, schreibt Pro Velo, doch auf den geraden Streckenabschnitten bestehe weiterhin ein erhöhtes Risiko. Der Verband weist darauf hin, dass bei wachsendem Geschwindigkeitsgefälle zwischen motorisiertem Verkehr und Velofahrenden sowie bei steigendem Verkehrsaufkommen die Sicherheit abnehme.
Vorgeschlagene Alternativen
Um die Situation für Velofahrende zu verbessern, nennt Pro Velo mehrere Lösungsansätze. Zentral ist die Idee einer Kernfahrbahn ohne Mittellinie kombiniert mit durchgehenden Velostreifen auf beiden Seiten. Solche Konzepte hätten sich laut Verband an mehreren Orten in Schaffhausen bewährt, etwa an der Rheinhaldenstrasse, der Rietstrasse und der äusseren Fulachstrasse.
- Kernfahrbahn ohne Mittellinie mit durchgehenden Velostreifen auf beiden Seiten
- Beibehaltung oder Verbesserung erkennbarer Veloinfrastruktur statt generellem Verzicht
- Gezielte Massnahmen an Kreuzungen und Abbiegestellen, insbesondere für Linksabbieger
Auswirkungen und offene Fragen
Für Pendelnde und Anwohnende in Löhningen hat die Ausgestaltung der Ortsdurchfahrt direkte Folgen: Sichtbarkeit von Velofahrenden, Überholmöglichkeiten durch Motorfahrzeuge und die generelle Aufenthaltsqualität entlang der Strasse. Pro Velo argumentiert, dass die in Aussicht gestellten Verbesserungen für Fuss- und Veloverkehr mit dem vorliegenden Projekt nicht erreicht würden. Konkrete Angaben des Kantons zu den Beweggründen für den Verzicht auf Velostreifen sind bislang nicht im Artikel enthalten.
Vergleich mit anderen Strassen im Kanton
Pro Velo verweist auf bereits umgesetzte Strassenkonzepte in der Region, die aus Sicht des Verbands Erfolg zeigten. Eine kurze Übersicht:
| Strasse | Merkmal |
|---|---|
| Rheinhaldenstrasse | Kernfahrbahn / durchgehende Velostreifen |
| Rietstrasse | Kernfahrbahn / durchgehende Velostreifen |
| äussere Fulachstrasse | Kernfahrbahn / durchgehende Velostreifen |
Diese Beispiele dienen Pro Velo als Argumentationsgrundlage dafür, dass alternierende Lösungen möglich und effektiv sind.
Was jetzt zu tun bleibt
Konkrete nächste Schritte seitens des Kantons oder der Gemeinde Löhningen werden im vorliegenden Material nicht genannt. Der öffentliche Diskurs zwischen Planern, Behörden und Verkehrsverbänden dürfte dennoch wichtig sein: Pro Velo fordert, die Sicherheit der Velofahrenden nicht zu schwächen und alternative Konzepte zu prüfen. Anwohnende sowie Verkehrsteilnehmende können solche Diskussionen aufmerksam verfolgen, da sich daraus direkte Änderungen am Strassenraum ergeben könnten.
Für Velofahrende im Kanton bleibt zentral, dass bei Sanierungen nicht nur der Fahrzeugfluss, sondern auch die Velosichtbarkeit und sichere Abbiegeoptionen berücksichtigt werden. Pro Velo Schaffhausen hat mit seiner Stellungnahme eine Debatte angestossen, die nun in die weiteren Planungs- und Mitwirkungsprozesse einfliesst.