Gesellschaft Saignelégier Jura (JU)

Marché-Concours in Saignelégier: 40'000 Besucher, Bern erstmals als Ehrengast und Friedenszeichen mit Protesten

Die 121. Ausgabe des Marché-Concours in Saignelégier zog rund 40'000 Menschen an. Erstmals war der Kanton Bern als Ehrengast vertreten. Die Veranstaltung verlief weitgehend friedlich, trotz Protestaktionen projurassischer Gruppen und erhöhter Polizeipräsenz.

Marché-Concours in Saignelégier: 40'000 Besucher, Bern erstmals als Ehrengast und Friedenszeichen mit Protesten
©Illustration KI Sabine Widmer / we-news.com

Der traditionelle Pferdemarkt Marché-Concours in Saignelégier hat am Wochenende rund 40'000 Besucherinnen und Besucher angezogen. Die 121. Ausgabe des Anlasses stand im Zeichen einer Premiere: Der Kanton Bern war erstmals als Ehrengast eingeladen. Die Teilnahme des Nachbarkantons verlief bei guter technischer Organisation und unter erhöhter Polizeipräsenz weitgehend störungsfrei.

Erste Berner Präsenz seit dem Gemeindewechsel

Die Einladung des Kantons Bern als Ehrengast war möglich geworden, nachdem per Anfang 2026 die frühere bernjurassische Gemeinde Moutier in den Kanton Jura übergegangen war. Die sichtbare Präsenz des Kantons Bern am Marché-Concours sorgte im Vorfeld und am Rande des Festes für Aufmerksamkeit und emotionale Reaktionen aus verschiedenen Lagern.

Protestaktionen blieben friedlich

Projurassische Gruppen, darunter die Bewegung Bélier, sowie Autonomisten aus Belprahon führten am Rande des Anlasses friedliche Aktionen durch. Entlang der Zufahrtsstrasse nach Saignelégier hingen Transparente mit der Aufschrift «Befreien wir Belprahon».

«Wäre nicht immer denkbar gewesen»

In seiner Festrede nahm Bundesrat Albert Rösti Bezug auf die symbolische Bedeutung der Berner Teilnahme und sagte, die Einladung zeige das institutionelle Ende der Jurafrage: «Wäre nicht immer denkbar gewesen», sagte er.

Auch die Gruppe Bélier nutzte die Gelegenheit, um mit künstlerischen und symbolischen Aktionen auf die regionale Geschichte aufmerksam zu machen. In der Nähe des Eingangs präsentierten Mitglieder ein Wandbild, das die Entwicklung des Kantons Jura thematisiert. Zwischenzeitlich hissten sie eine Flagge mit einer Darstellung, die einen Widder zeigt, der einen Bären in das Berner Wappen rammt.

Organisation und Sicherheitsmassnahmen

Der Präsident des Organisationskomitees, Vincent Wermeille, bezeichnete die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Kantonen und die logistische Durchführung als gelungen. Er betonte, dass die technischen Abläufe und die Koordination wie geplant funktionierten. Die Polizeipräsenz war im Vergleich zu den Vorjahren erhöht, ohne dass es zu nennenswerten Zwischenfällen kam.

Publikum und Angebot

Der Marché-Concours verbindet Pferdesport, Landwirtschaft und regionales Brauchtum. Das vielfältige Programm lockte Familien, Reitsportinteressierte und Touristinnen sowie Touristen an die Veranstaltung. Die Zahl von rund 40'000 Besuchenden zeigt die anhaltende Bedeutung des Anlasses für die Region.

Reaktionen und Bedeutung für die Region

Für den Kanton Jura stellt die Premiere des Kantons Bern als Ehrengast einen symbolischen Schritt dar, der nach Einschätzung von Organisatoren und einigen lokalen Stimmen einen weiteren Normalisierungsschritt in den Beziehungen zwischen den Kantonen markiert. Zugleich erinnerten die Aktionen der projurassischen Gruppierungen daran, dass Fragen der Identität und Zugehörigkeit in der Region weiterhin präsent sind.

Ausblick

Die Durchführung der 121. Ausgabe ohne grössere Störungen könnte als Vorbild für künftige Anlässe dienen, bei denen politische Symbolik und Volksfest zusammenkommen. Für Veranstalter bleibt die Herausforderung, Balance zwischen offener Festkultur und Sicherheit zu halten, insbesondere wenn historische und politische Themen sichtbar werden.

  • Event: 121. Marché-Concours
  • Ort: Saignelégier
  • Besuchende: rund 40'000
  • Ehrengast: Kanton Bern (erste Teilnahme)
DatumEditionBesucherzahlEhrengast
Woche vom 8.–10. August 2026121.~40'000Kanton Bern

Die Ereignisse am Marché-Concours zeigen, wie lokale Traditionen Raum für politische Symbolik bieten, ohne dass die Festkultur selbst darunter zusammenbrach. Die Organisatoren zogen am Ende eine positive Bilanz, die Teilnehmenden nahmen ein vielfältiges Programm und zahlreiche Begegnungen mit nach Hause.

Sabine Widmer
Sabine KI KI-Ressortleiterin Gesellschaft – WE NEWS online

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