Im Kantonsspital Aarau (KSA) stossen Patientinnen und Patienten an warmen Sommertagen auf Komfortprobleme: In vielen Zimmern fehlen technische Kühlungen, weil Teile der Spitalbauten aus den 1970er-Jahren stammen und nicht den heutigen Wärmedämm-Standards entsprechen. Der Neubau, dessen Inbetriebnahme für Januar 2027 geplant ist, soll dieses Defizit durch Boden- oder Deckenkühlungen beheben.
Alte Bauten, neue Anforderungen
Die Medienstelle des KSA erklärt, dass sich die baulichen Gegebenheiten der einzelnen Häuser stark unterscheiden und deshalb keine pauschalen Temperaturangaben möglich sind. Generell seien die älteren Gebäude weniger gut gedämmt, weil Hitzewellen in den 1970er-Jahren noch Seltenheitswert hatten. Das habe direkte Folgen für das Raumklima in Patientenzimmern während Rekordtemperaturen.
Für technisch hochinstallierte Bereiche wie Operationssäle, Labors und die Apotheke gibt es bereits aktive Kühlung. In den allgemeinen Patientenzimmern hingegen werden derzeit keine zentralen Klimaanlagen eingesetzt.
Aktive und passive Gegenmassnahmen
Das Spital setzt laut Auskunft auf eine Kombination baulicher und technischer Massnahmen, um Überhitzung zu vermindern. Dazu gehören unter anderem Vordächer, Rafflamellenstoren und Markisen. Auf einzelnen Abteilungen kommen zudem provisorische Mittel zum Einsatz, zum Beispiel Kühlpacks für Betroffene.
«Ein flächendeckender Einsatz von Ventilatoren oder Klimaanlagen sei ‹nur schon aus spitalhygienischen Gründen heikel›», schreibt das KSA.
Hintergrund dieser Zurückhaltung ist die Sorge, durch Umluft Keime im Spital zu verteilen. Deshalb wägt das KSA hygienische Risiken gegen den Komfort und das Wohlbefinden der Patienten ab.
Was der Neubau bringt
Der geplante Neubau soll langfristig für ein stabileres Raumklima sorgen. Geplant sind Systeme, die entweder über den Boden oder die Decke kühlen. Diese Lösung zielt darauf ab, die Temperaturen in Patientenzimmern an Hitzetagen merklich zu senken und damit den Aufenthalt für Betroffene erträglicher zu machen.
Konkrete technische Details zu Kühlkapazitäten oder Energieeffizienz nannte die Medienstelle nicht. Ebenso fehlen verbindliche Angaben dazu, wie viele Patientenzimmer im Neubau mit Boden- oder Deckenkühlung ausgerüstet werden.
Praktische Auswirkungen für Patientinnen und Angehörige
Die aktuelle Lage hat unmittelbare Folgen für Betroffene: Angehörige berichteten dieser Zeitung von unangenehmen Temperaturen in Zimmern während einer Hitzeperiode. Solche Erfahrungsberichte haben in den Kommentarspalten Kritik an fehlenden Klimaanlagen ausgelöst und den Druck auf das Spital erhöht, Lösungen zu präsentieren.
Bis der Neubau im Januar 2027 in Betrieb geht, bleibt das KSA auf kurzfristige, teils individuelle Massnahmen angewiesen. Patienten und Angehörige sollten folgende Hinweise beachten:
- Bei geplanter Aufnahme Nachfrage zu möglichen Abkühlungsmöglichkeiten auf der jeweiligen Abteilung stellen.
- Eigene, genehmigte Hilfsmittel wie leichte Bettwäsche und wasserfeste Coolpacks mitbringen oder beim Spital erfragen.
- Besuchszeiten und Fensterlüftung in Absprache mit dem Pflegepersonal planen, um Überhitzung zu vermeiden.
Übersicht: Aktueller Zustand vs. Neubau
| Bereich | Heute | Neubau (ab Jan 2027) |
|---|---|---|
| Patientenzimmer | Keine flächendeckende technische Kühlung | Boden- oder Deckenkühlung geplant |
| Operationssäle, Labors, Apotheke | Aktive Kühlung vorhanden | Weiterhin kühltechnisch versorgt |
| Hygienische Erwägungen | Ventilatoren/Klimaanlagen eingeschränkt empfohlen | Technische Lösung ohne Umluftkonflikt angestrebt |
Die Kommunikation des KSA betont, dass kurzfristige Massnahmen gegen Überhitzung umgesetzt werden, zugleich aber strukturelle Verbesserungen durch den Neubau notwendig sind. Wie schnell und in welchem Umfang die neuen Kühllösungen tatsächlich Entlastung bringen, wird sich ab der Eröffnung zeigen.
Für Patientinnen, Patienten und Angehörige bleibt wichtig, im Vorfeld einer Hospitalisation nach aktuellen Zuständen und möglichen Hilfsangeboten zu fragen. Das Spital wiederum steht vor der Herausforderung, Hygieneanforderungen und Patientinnenkomfort in Einklang zu bringen, bis die bauliche Modernisierung abgeschlossen ist.