Der Solothurner Kantonsrat hat am Dienstag dem Verpflichtungskredit für die Neuplanung des Bahnhofplatzes Olten zugestimmt. Mit 89 Ja-, 8 Nein-Stimmen und einer Enthaltung sprach das Parlament dem Vorhaben einen kantonalen Beitrag von 28,5 Millionen Franken zu.
Erneuerung eines nationalen Verkehrsknotens
Die Mehrheit der Ratsmitglieder erkannte an, dass der Bahnhof Olten als Verkehrsknoten von nationaler Bedeutung die Kapazitätsgrenze weitgehend erreicht hat und Handlungsbedarf besteht. Die Debatte dauerte über eine Stunde, bevor die Zustimmung erfolgte. Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Fraktionen betonten die Dringlichkeit und den Nutzen der geplanten Massnahmen.
«Wir wären dumm, die dringende Investition nicht anzugehen», sagte Urs Huber (SP). Die Mitte verwies darauf, eine Ablehnung würde eine Chance für die Gesamtentwicklung verhindern. Markus Dietschi (FDP) bezeichnete die Vorlage als eine «gut koordinierte und durchdachte Gesamtlösung». Auch die Grünen sprachen sich klar für das Projekt aus; Janine Eggs erklärte, die Umgebung werde dadurch attraktiver und die Erreichbarkeit verbessert.
«Der Bahnhof und die gesamte Umgebung wird attraktiver, die Erreichbarkeit deutlich verbessert.» — Janine Eggs (Grüne)
Umfang und Kosten des Vorhabens
Gemäss den vorgelegten Unterlagen umfasst das Projekt mehrere Bausteine:
- Neugestaltung des Bahnhofplatzes und der angrenzenden Kantonsstrasse
- Bau eines neuen unterirdischen Parkhauses
- Zwei neue Velostationen
- Verlängerung einer Personenunterführung und Verbindung zur anderen Unterführung
- Bau eines zusätzlichen Aarestegs und Aufwertung des Aareraums
Ziel der Massnahmen ist, das Umsteigen zwischen Fuss-, Velo-, Auto-, Bus- und Bahnverkehr einfacher, schneller und sicherer zu machen.
| Position | Betrag (Fr.) |
|---|---|
| Geschätzte Gesamtkosten | 157 Mio. |
| Anteil Kanton Solothurn | 41 Mio. |
| Aktuell bewilligter Verpflichtungskredit | 28,5 Mio. |
Kontroverse und Skepsis
Trotz breiter Zustimmungen gab es auch kritische Stimmen. Die SVP fand kein geschlossenes Ja oder ein klares Nein; Stefan Ackermann erläuterte, in seiner Fraktion gebe es divergierende Meinungen. Ein Teil wolle das bisherige Vorgehen nicht vollständig neu ausrichten, andere sehen den Mehrwert nicht im Verhältnis zu den Kosten. Kantonsrat Philippe Ruf äusserte sich in einem Einzelvotum ablehnend.
Die Debatte im Rat zeigte die Spannbreite zwischen der Einsicht in die dringend nötigen Infrastrukturverbesserungen und finanziellen Vorbehalten. Während mehrere Fraktionen die Investition als notwendig für die Funktionsfähigkeit des nationalen Knotens bezeichneten, mahnte eine Minderheit zu Zurückhaltung angesichts der hohen Gesamtkosten.
Auswirkungen für Pendlerinnen und Pendler
Für Pendlerinnen und Pendler soll die Umgestaltung vor allem praktisch spürbare Verbesserungen bringen: klarere Verbindungen zwischen den Verkehrsträgern, sichere Velostationen, bessere Fusswege sowie zusätzliche Parkmöglichkeiten. Die Aufwertung des Aaruferbereichs soll zudem die Aufenthaltsqualität rund um den Bahnhof erhöhen.
Die Vorlage ist ein weiterer Schritt in der mehrjährigen Planung und Finanzierung des Gesamtprojekts. Der jetzt bewilligte kantonale Verpflichtungskredit ermöglicht, dass konkrete Planungs- und Bauetappen vorangetrieben werden können. Weitergehende Beiträge von Bund und Dritten sowie die noch ausstehenden Detailgenehmigungen bleiben für den Zeitplan und die Finanzierung relevant.
Mit der Zustimmung des Kantonsrats ist das Projekt in eine neue Phase getreten. Die nächsten Schritte umfassen vertiefte Ausführungsplanungen, die Detailkostenkontrolle sowie die Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden und dem Bund.
Olten bleibt damit eines der zentralen Projekte im Kanton Solothurn, das sowohl regionale als auch überregionale Bedeutung hat. Die Entscheidung des Kantonsrats legt die Grundlage dafür, die Infrastruktur an die heutigen Anforderungen des Verkehrs und des öffentlichen Raums anzupassen.