Der Flughafen Grenchen erlebt einen personellen Wechsel an der Spitze: Michael Steinbach gibt seine Funktion als CEO und Flugplatzleiter der Airport Jura Grenchen AG auf und kehrt in die Tätigkeit als Berufspilot zurück. Die Übergabe der Aufgaben erfolgt in den nächsten Tagen. Zur Sicherstellung des laufenden Betriebs übernimmt interimistisch ein Dreiergremium die operative Leitung.
Wer führt interimistisch?
Die interimistische Führung setzt sich aus Personen zusammen, die bereits im Betrieb Verantwortung tragen. Niko Koch, bis anhin Stellvertreter von Steinbach, und Cornelia Schütz, verantwortlich für Finanzen und Personal bei der Airport Jura Grenchen AG, übernehmen die Geschäftsführung gemeinsam. Zusätzlich wird Rolf Bläsi, Vizepräsident des Verwaltungsrates, das Team unterstützen und Aufgaben im Bereich der stellvertretenden Flugplatzleitung übernehmen. Ziel der Regelung ist laut Mitteilung, einen reibungslosen und kontinuierlichen Betrieb zu gewährleisten.
Rückblick auf die Amtszeit
Steinbach hatte die Leitung des Flughafens zunächst interimistisch übernommen und wurde Anfang 2023 zum CEO ernannt. In den knapp fünf Jahren seiner Amtszeit sind mehrere Infrastrukturprojekte realisiert oder angestossen worden. Dazu zählen unter anderem:
- ein neues Trafogebäude,
- ein neuer Funkturm und eine neue Funkanlage,
- Planungen für einen neuen Hangar.
Diese Projekte dienen der Modernisierung der Betriebstechnik und sollen die betrieblichen Voraussetzungen für den Flugplatz langfristig verbessern.
Gründe für den Rücktritt
Bei einer Anfrage betont Steinbach, dass die Trennung nicht im Streit erfolge. Vielmehr begründet er seinen Rücktritt mit persönlichen beruflichen Präferenzen: Als früherer Linien- und Businessjet-Pilot verspüre er das Bedürfnis, wieder mehr selbst zu fliegen und ins Cockpit zurückzukehren. Künftig wird er wieder als Businessjet-Pilot tätig sein; das von ihm geflogene Flugzeug bleibt am Flughafen Grenchen stationiert.
«Man sich nicht im Streit trenne», so Steinbach auf Anfrage.
Konsequenzen für Grenchen
Für die Region bedeutet der personelle Wechsel vorerst Kontinuität: Durch die interne Lösung der Führung sollen laufende Abläufe und Projekte nicht unterbrochen werden. Die Einbindung von Finanz- und Personalverantwortlicher sowie des Vizepräsidenten des Verwaltungsrates deutet auf eine pragmatische Übergangslösung hin, die operative wie administrative Bereiche abdeckt.
| Person | Funktion |
|---|---|
| Michael Steinbach | Ausgeschiedener CEO / Flugplatzleiter |
| Niko Koch | Stellvertreter, interimistische Leitung |
| Cornelia Schütz | Finanz- und Personalverantwortliche, interimistische Leitung |
| Rolf Bläsi | Vizepräsident Verwaltungsrat, Unterstützung in stellvertretender Flugplatzleitung |
Ob und wann eine definitive Nachfolgeregelung auf CEO-Ebene vorgesehen ist, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Ebenso sind keine Aussagen zu finanziellen Auswirkungen oder zu geplanten Beschleunigungen der genannten Bauprojekte gemacht worden. Die jetzige Führung soll in der Übergangszeit die Betriebsstabilität sicherstellen und die begonnenen Projekte weiterführen.
Für die Bevölkerung und Firmen in Grenchen bleibt der Flughafen ein lokaler Arbeitgeber und Verkehrsknotenpunkt. Steinbach kündigte an, dem Flugplatz auch in seiner neuen Rolle verbunden zu bleiben und weiterhin regelmässig in Grenchen präsent zu sein.