Floorball Köniz Bern hat seine Spieler für einen ganzen Tag aus dem sportlichen Alltag herausgelöst: Anstelle von Trainings oder Taktikschulungen standen Portraitaufnahmen, Video-Sessions und Social-Media-Formate auf dem Programm. Ziel des offiziellen Marketingtags war es, das Auftreten der Mannschaft nach aussen zu stärken und den regionalen Sport bekannter zu machen.
Warum ein Marketingtag für einen Spitzenklub?
Der Anlass des L-UPL-Teams steht in einem grösseren Kontext: Unihockey konkurriert in der Aufmerksamkeit mit etablierten Sportarten wie Fussball und Eishockey. Mannschaften, die in den Medien sichtbarer sind, haben bessere Chancen, Sponsoren zu gewinnen, Zuschauer anzuziehen und Nachwuchs zu aktivieren. Bei Floorball Köniz Bern ist das Bewusstsein dafür vorhanden – nicht zuletzt wegen der sportlichen Erfolgsbilanz des Klubs.
| Erfolgstitel | Anzahl |
|---|---|
| Schweizer Meisterschaften | 2 |
| Swiss Cup | 4 |
| Supercup | 4 |
Diese Erfolge liefern das sportliche Fundament; nun will der Verein auch die visuelle und kommunikative Präsenz ausbauen. Der Marketingtag bot den Spielern die Gelegenheit, sich vor Kameras zu zeigen, Interviews zu geben und in kurzen Sequenzen Persönlichkeit zu vermitteln – ein Angebot, das für manche überraschend, für andere selbstverständlich war.
Hinter den Kulissen: Stars ausserhalb des Spielfelds
Die Bilder zeigten die Mannschaft von einer anderen Seite: Athleten, die sonst durch Härte und Schnelligkeit auffallen, liessen sich von Visagistinnen abpudern, posierten für das Porträt und standen bei Social-Media-Aufnahmen vor der Linse. Manuel Maurer, der nach Jahren in Schweden kürzlich nach Köniz zurückgekehrt ist, nahm sich für die Aufnahmen extra einen halben Tag frei. Er bezeichnete den Aufwand als sinnvoll, weil dadurch der Sport eine grössere Öffentlichkeit erreichen könne.
«Als ich das erste Mal in der ersten Mannschaft spielte, hat man höchstens ein Porträtfoto gemacht.»
Nicht alle Spieler reagierten gleich gelassen. Einige empfanden das ständige Beobachtetwerden als ungewohnt oder leicht peinlich. Themen wie «Wer kommt öfter zu spät?» oder «Wer kocht besser?» sorgten für Unterhaltung, zeigten aber auch, dass es beim Event nicht um sportliche Leistung, sondern um die sympathische Seite der Spieler ging.
Vorteile und Herausforderungen für die Region
Für die Region Mittelland und den Kanton Bern hat ein professioneller Auftritt des Vereins mehrere Effekte: Er kann die lokale Identifikation mit dem Klub stärken, Jugendliche motivieren, sich einem Verein anzuschliessen, und Sponsoren in der Region auf den Plan rufen. Gleichzeitig verlangt die Kommunikation Kontinuität: Ein einzelner Marketingtag ist ein guter Start, doch die Wirkung erhöht sich nur durch regelmässige Präsenz in Bild und Ton.
- Nachwuchs: Sichtbarkeit kann den Zulauf in Jugendabteilungen fördern.
- Sponsoring: Professionelle Inhalte erleichtern die Ansprache von Partnern.
- Image: Authentische Einblicke schaffen Nähe zu Fans und Bevölkerung.
Aus sportlicher Sicht bleibt die Herausforderung bestehen, Medienarbeit und Wettkampfbetrieb in Einklang zu bringen. Spieler investieren Zeit in Fotoshootings und Interviews, die Trainingsdauer bleibt jedoch begrenzt. Der Klub muss daher sorgfältig abwägen, wie viel Aufwand er in Marketing investiert, ohne die sportliche Vorbereitung zu beeinträchtigen.
Fazit
Der Marketingtag von Floorball Köniz Bern ist ein Beispiel dafür, wie Spitzensport auf regionaler Ebene zunehmend professioneller auftritt. Der Schritt weg vom reinen Wettkampf hin zu gezielter Öffentlichkeitsarbeit entspricht der Entwicklung vieler Teams in weniger medial präsenten Sportarten. Für Köniz bedeutet dies eine Chance: die Leistungen auf dem Feld mit einer stärkeren öffentlichen Wahrnehmung zu verbinden. Ob die Bemühungen nachhaltig Erfolg bringen, hängt nun von der Kontinuität der Massnahmen und der Resonanz in der Bevölkerung ab.
Für die kommenden Wochen wird sich zeigen, wie der Klub die entstandenen Inhalte nutzt – ob in Social Media, auf der Klubwebsite oder in lokalen Kampagnen. Klar ist: Die Spieler bleiben in erster Linie Athleten; die Rolle als Gesichter des Vereins gehört inzwischen aber ebenso zu ihrem Auftritt.