Der Kanton Appenzell Ausserrhoden hat einzelne Rohwasserquellen im Vorderland vorsorglich vom öffentlichen Trinkwassernetz genommen. Grund sind in den Jahren 2024 und 2025 festgestellte, leicht erhöhte Konzentrationen von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in diesen Quellen, wie der Kanton am Freitag mitteilte. Das an die Bevölkerung abgegebene Trinkwasser erfülle jedoch sowohl die heutigen gesetzlichen Höchstwerte als auch den geplanten zukünftigen Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter.
Untersuchungen und Zusammenarbeit
Die Überprüfung der Wasserqualität erfolgte durch das für die Lebensmittelüberwachung zuständige Interkantonale Labor (IKL). Parallel dazu führten die Wasserversorgungen in Appenzell Ausserrhoden in enger Zusammenarbeit mit dem IKL eine umfassende Kampagne zur Untersuchung der Trinkwasserressourcen durch, wobei insbesondere Quell- und Grundwasserproben analysiert wurden.
"Die Untersuchungen zeigten, dass das an die Bevölkerung abgegebene Trinkwasser sowohl die heutigen gesetzlichen Höchstwerte sowie den zukünftigen Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter einhält."
Der Kanton betont damit, dass die Versorgungssicherheit und die Wasserqualität für die angeschlossenen Haushalte weiterhin gewährleistet seien. Die vorsorgliche Entfernung einzelner Quellen aus dem Netz diene dem erweiterten Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten.
Was sind PFAS und weshalb gelten sie als problematisch?
Unter dem Begriff PFAS werden mehr als 10’000 verschiedene chemische Verbindungen zusammengefasst. Diese Stoffe sind in der Umwelt persistent, das heisst sie bauen sich nur sehr langsam ab. Bestimmte PFAS-Verbindungen standen in den vergangenen Jahren vermehrt im Fokus von Behörden und Forschenden, weil sie sich in Wasser, Böden und Nahrungsmitteln anreichern und in hohen Konzentrationen gesundheitliche Risiken bergen können.
Konsequenzen für die Bevölkerung
Für die Bevölkerung in Appenzell Ausserrhoden bedeutet die Mitteilung des Kantons aktuell vor allem Transparenz über die bisherigen Kontrollen und die getroffenen Vorsorgemassnahmen. Die kantonalen Behörden heben hervor, dass die öffentlichen Trinkwasserversorgungen die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Gleichzeitig weist der Kanton darauf hin, dass Eigentümerinnen und Eigentümer von Liegenschaften, die nicht an das öffentliche Netz angeschlossen sind, für die Qualität ihres Trinkwassers selbst verantwortlich sind.
- Öffentliches Trinkwasser: Erfüllt gegenwärtig die geltenden und den künftigen Höchstwert (0,1 μg/L).
- Betroffene Rohwasserquellen: Vorsorglich aus dem Netz genommen.
- Private Quellbesitzerinnen und -besitzer: Können Analysen auf PFAS durch den Kanton veranlassen.
Praktische Hinweise und Angebote
Der Kanton bietet weiterhin die Möglichkeit an, privates Quellwasser auf PFAS untersuchen zu lassen. Diese Option richtet sich insbesondere an Menschen, die nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind oder Zweifel an der Qualität ihres Quellwassers haben. Konkrete Angaben zu Kosten, Probenahme und Auftragsweg nennt die Mitteilung nicht; diesbezüglich sind die zuständigen kantonalen Stellen oder das IKL anzufragen.
Einordnung und Ausblick
Die Feststellung leicht erhöhter PFAS-Konzentrationen in einzelnen Rohwasserquellen spiegelt eine breitere Diskussion in der Schweiz und international wider: Behörden setzen vermehrt auf flächendeckende Untersuchungen von Trinkwasserressourcen, um Belastungsquellen frühzeitig zu erkennen und Massnahmen zu ergreifen. In Appenzell Ausserrhoden wurden nach Angaben des Kantons bereits 2024 und 2025 umfangreiche Probenahmen durchgeführt.
Ob weitere Massnahmen wie Langzeit-Monitoring, zusätzliche Filtrationsstufen oder bauliche Anpassungen an Quellfassungen nötig werden, hängt von künftigen Analyseergebnissen und den Vorgaben auf Bundesebene ab. Der Kanton begrüsst laut Mitteilung zudem die geplante Herabsetzung der Höchstwerte, die eine strengere Regulierung von PFAS in Trinkwasser vorsieht.
Kontakt und Weiteres
Für Betroffene und Interessierte empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit der zuständigen kantonalen Abteilung für Lebensmittelüberwachung oder mit dem Interkantonalen Labor. Dort lassen sich Informationen zu aktuellen Messwerten, empfohlenen Schritten bei privaten Quellen und zu möglichen Untersuchungsaufträgen einholen.
| Aspekt | Standpunkt |
|---|---|
| Trinkwasserabgabe | Entspricht heutigen und künftigen Höchstwerten |
| Rohwasserquellen | Einzelne Quellen mit leicht erhöhten PFAS, vorsorglich getrennt |
| Private Quellen | Eigentümer sind verantwortlich; Kantonsangebote für Analysen bestehen |
Die laufenden Untersuchungen und die vorsorglichen Massnahmen sollen sicherstellen, dass die Trinkwasserqualität im Kanton Appenzell Ausserrhoden weiterhin den Schutzanforderungen genügt. Behörden und Wasserversorger bleiben gefordert, die Ergebnisse zu beobachten und die Bevölkerung zielgerichtet zu informieren.