Langjährige Initiative prägt das kulturelle Angebot in Herisau
Seit 1981 organisiert «Kultur is Dorf» in Herisau ein dichtes Programm an kulturellen Anlässen. Das Organisationsteam um Thomas Schiltknecht, Gabi Nijmolen, Natalie River und Ruedi Dudle zieht anlässlich des 45-Jahr-Jubiläums eine positive Bilanz: Insgesamt seien seit der Gründung wohl etwa 450 Veranstaltungen durchgeführt worden. Viele davon hätten das Publikum direkt in Herisau erreicht, einige seien erfolgreicher gewesen als andere, doch die Kontinuität der Initiative sei bemerkenswert.
Die Gruppe ist bewusst kein formeller Verein, sondern eine lose Verbindung von Kulturinteressierten. Aus der eher informellen Struktur ergibt sich sowohl Stärke — in der Flexibilität bei der Programmgestaltung — als auch Herausforderung, vor allem bei der langfristigen Sicherung von Ressourcen und Kompetenzen.
«Die Programmgestaltung macht immer noch Spass», sagt Schiltknecht. «Solange er noch Freude daran habe, mache er weiter.»
Aktuelles Programm und Publikum
Als Auftakt zum Jubiläumsjahr steht am Freitag, 11. September, ein Kabarettabend mit Jess Jochimsen auf dem Programm. Die Vorstellung beginnt um 20.30 Uhr im Alten Zeughaus in Herisau. Das Team betont, dass Jochimsen ihnen persönlich bislang noch nicht live bekannt war, er aber häufig im Fernsehen zu sehen sei. Solche Gastspiele füllen bei bekannteren Namen das Alte Zeughaus regelmässig — als Beispiel wird der Auftritt von Franz Hohler im vergangenen Jahr genannt.
Organisation, Kommunikation und Herausforderungen
Die organisatorische Arbeit basiert auf einer eigenen Adresskartei mit etwa 400 Kontakten, die das Team regelmässig mit Flyern und Newslettern informiert. Seit rund 40 Jahren gestaltet die St.Galler Künstlerin Anita Zimmermann (auch bekannt als Leila Bock) den Flyer — ein Zeichen für Kontinuität in der visuellen Kommunikation.
Gleichzeitig sieht das Team Lücken in der digitalen Präsenz: Werbung über Social‑Media‑Kanäle würde man begrüssen, aktuell fehle aber eine Person im Team, die diese Kanäle professionell betreut. Auch die Mitwirkung neuer Mitglieder im Programmteam gestalte sich schwierig, sagt Dudle. Diese Personalengpässe betreffen nicht nur die Kommunikation, sondern auch die langfristige Planung und die Einarbeitung neuer Formate.
- Gründungsjahr: 1981
- Dauer: 45 Jahre
- Ungefähr durchgeführte Veranstaltungen: 450
- Adresskartei: rund 400 Adressen
- Flyer-Gestaltung: seit etwa 40 Jahren Anita Zimmermann
Auswirkungen auf das lokale Kulturleben
Die anhaltende Tätigkeit von «Kultur is Dorf» wirkt stabilisierend auf das kulturelle Angebot in Herisau. Indem die Gruppe regelmässig Veranstaltungen ins Alte Zeughaus bringt und dabei sowohl Kabarett als auch andere Sparten bedient, trägt sie dazu bei, dass Herisau über ein konstantes kulturelles Grundangebot verfügt. Nach einer «Leidensphase» infolge der Corona-Pandemie verzeichnet das Team wieder mehr Aufmerksamkeit und bessere Besucherzahlen, insbesondere bei bekannteren Namen.
Die Situation zeigt jedoch, wie abhängig lokale Kulturinitiativen von Ehrenamtlichen und freiwilligen Spezialkenntnissen sind. Fehlende Kompetenzen im Bereich Social Media und begrenzte personelle Ressourcen können die Sichtbarkeit und Reichweite einschränken — gerade in einer Zeit, in der digitale Kanäle für die Kulturvermittlung und Publikumsgewinnung zunehmend wichtig sind.
| Aspekt | Stand |
|---|---|
| Jahre seit Gründung | 45 |
| Veranstaltungen (seit 1981) | ca. 450 |
| Adressen in Kartei | ca. 400 |
| Flyer-Gestalterin | Anita Zimmermann (seit ca. 40 Jahren) |
Für das lokale Kulturleben ergibt sich daraus eine klare Perspektive: Damit «Kultur is Dorf» seine Rolle weiterhin erfüllen kann, braucht es neben dem Engangement der langjährigen Mitglieder auch jüngere Mitwirkende und Personen mit digitalen Kompetenzen. Die Nachfrage nach kulturellen Anlässen in Herisau ist vorhanden; die Herausforderung besteht darin, das Angebot sowohl organisatorisch als auch kommunikativ zukunftsfähig zu halten.