Die Lungenliga Ost hat das Präventionsprogramm «zackstark – nikotinfrei durch die Lehre» in diesem Lehrjahr auf weitere Kantone ausgeweitet, darunter neu auch Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden. Das Programm richtet sich an Lernende während ihrer Ausbildung und will dem Einstieg in das Rauchen, Vapen oder Snusen entgegenwirken.
Wie das Programm funktioniert
Gemäss Angaben der Lungenliga Ost verpflichten sich die Lernenden mittels eines Vertrags, während der gesamten Lehrzeit kein Nikotin zu konsumieren. Diese Verpflichtung gilt sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Berufsschule und in der Freizeit. Die Lehrbetriebe unterstützen die Jugendlichen aktiv und belohnen erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen des Programms.
- Teilnahmevertrag: Lernende unterzeichnen eine Selbstverpflichtung.
- Betriebliche Unterstützung: Lehrbetriebe motivieren und begleiten die Jugendlichen.
- Belohnung: Bei erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende eine Anerkennung.
Ergebnisse der Evaluation
Die jüngste Evaluation der Coaching-App «ready4life» durch das Schweizer Institut für Gesundheitsforschung (ISGF) zeigt, dass Stress das Hauptproblem für die Jugendlichen darstellt. Die Auswertung legt nahe, dass viele junge Frauen und Männer während der Lehre beginnen, Nikotin in Form von Zigaretten, E-Zigaretten (Vaping) oder Snus zu konsumieren. Diese Beobachtung untermauert nach Ansicht der Lungenliga Ost den Bedarf an präventiven Angeboten während der Lehrzeit.
Teilnahme in der Deutschschweiz
Das Programm erfreut sich laut Mitteilung steigender Beliebtheit. Aktuell engagieren sich in der Deutschschweiz rund 780 Lehrbetriebe mit insgesamt etwa 4'700 angemeldeten Lernenden. Neben Appenzell AR und AI wurde «zackstark» dieses Jahr auch in den Kantonen Solothurn, Basel-Landschaft, St. Gallen und Glarus eingeführt.
| Indikator | Zahl |
|---|---|
| Teilnehmende Betriebe (Deutschschweiz) | 780 |
| Angemeldete Lernende | 4'700 |
Bedeutung für Appenzell AR
Die Einführung in Appenzell Ausserrhoden bringt das Programm direkt in Lehrbetriebe und Berufsfachschulen vor Ort. Für den Kanton bedeutet dies eine zusätzliche Massnahme in der kantonalen Gesundheitsförderung, die gezielt junge Menschen am Übergang in die Berufswelt adressiert. Betriebe können mit vergleichsweise geringem Aufwand Prävention in den Alltag integrieren und damit mögliche gesundheitliche Folgen des Nikotinkonsums minimieren.
Präventive Ansätze und Jugendgesundheit
Programme wie «zackstark» setzen an mehreren Punkten an: an der Selbstverpflichtung der Lernenden, an der Verankerung im Ausbildungsalltag und an positiven Anreizen für abstinentes Verhalten. Die ISGF-Evaluation betont, dass Stress eine zentrale Rolle beim Einstieg in Nikotinprodukte spielt. Entsprechend ist es sinnvoll, Prävention mit Angeboten zur Stressbewältigung und Gesundheitsförderung zu verknüpfen, um die Wirksamkeit zu erhöhen.
Erwartungen und offene Fragen
Konkrete Wirksamkeitsdaten für die aktuelle Ausweitung in die neuen Kantone liegen in der Mitteilung nicht vor. Offen bleibt, wie viele der angemeldeten Lernenden das Programm erfolgreich bis zum Lehrende absolvieren und wie nachhaltig das abstinente Verhalten ist. Aus Sicht der Gesundheitsförderung wäre eine fortgesetzte Evaluation, idealerweise mit längerfristigen Follow-ups, sinnvoll, um den Erfolg der Massnahme zu belegen und gegebenenfalls anzupassen.
Für Lehrbetriebe und Berufsfachschulen in Appenzell Ausserrhoden bedeutet die Einführung von «zackstark» eine Chance, aktiv auf die Gesundheitskompetenz ihrer Lernenden einzuwirken und präventive Strukturen in die Ausbildung zu integrieren. Die Lungenliga Ost stellt das Angebot bereit; interessierte Betriebe können sich direkt bei der Organisation informieren.