Die Gemeinderätin Sandra Nater hat bekanntgegeben, dass sie im Frühjahr 2027 bei den Wahlen nicht mehr für das Gemeinderats- und das Kantonsratsamt kandidieren wird. Nach 13 Jahren in der Gemeindepolitik zieht sie damit einen Schlussstrich unter ihre aktuelle Amtsperiode und schliesst eine Bewerbung für den Regierungsrat aus.
Grund für den Rückzug
Nater sagte, sie wolle Platz schaffen für neue Perspektiven und Möglichkeiten. Sie betonte, nach einer langen Amtszeit sei es für sie persönlich der richtige Moment, Raum für Veränderung zu lassen und eigene Interessen ausserhalb des Gemeinderats zu verfolgen. Eine Rückkehr in eine öffentliche Verantwortung schliesse sie nicht grundsätzlich aus, für den Moment plane sie jedoch keinen sofortigen weiteren politischen Schritt.
„Eine Kandidatur als Regierungsrätin kommt für mich nicht in Frage. Ich ziehe mich aus der aktiven Politik zurück.“
Kein gemeinsamer Entscheide mit Amtskollegen
Mit dem Gemeindepräsidenten Max Eugster verlässt ein weiteres langjähriges Ratsmitglied die aktuelle Ratsgeneration; beide hätten unabhängig voneinander entschieden, ihren Rücktritt anzukündigen. Nater betonte, es habe keine Absprache zwischen ihnen gegeben. Der gleichzeitige Weggang zweier erfahrener Ratsmitglieder wirft Fragen zur Kontinuität der Gemeindeführung auf, lässt aber auch Raum für Erneuerung.
Zur Wirkung von Kritik und politischem Ton
Auf die Frage, ob der rauer gewordene Ton in der Politik oder eine zunehmende Politikverdrossenheit zu ihrem Entscheid beigetragen hätten, wies Nater dies zurück. Sie erkannte an, dass kritische Stimmen zum politischen Alltag gehörten und die Bevölkerung selbstverständlich das Recht habe, kritisch zu sein. Allerdings habe sich eher die Sichtbarkeit und Verstärkung negativer Äusserungen durch Social Media verändert, während positives Engagement weniger Auffmerksamkeit erhalte. Dies habe ihren Entscheid jedoch nicht beeinflusst.
Auswirkungen auf die lokale Parteienlandschaft
Der Rückzug einer langjährigen Gemeinderätin führt in den betroffenen Fraktionen und im Gemeinderat zu einer Lücke an Erfahrung. Gleichzeitig eröffnet er der lokalen Politik die Chance, neue Akteure mit frischen Ideen zu gewinnen. Die Parteien werden in den kommenden Monaten Kandidatinnen und Kandidaten suchen müssen, um personell gewappnet in die Wahlen 2027 zu gehen.
- Was feststeht: Nater tritt 2027 nicht mehr an (Gemeinderat und Kantonsrat).
- Was ausgeschlossen ist: Keine Kandidatur für den Regierungsrat.
- Was offen bleibt: Eine spätere Übernahme öffentlicher Verantwortung ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Praktische Konsequenzen und Zeitplan
Konkrete Nachfolgeregelungen oder Parteienentscheide nannte Nater in ihrem Statement nicht. Die nächsten Monate werden zeigen, wie die betroffene Partei die Nachfolge regelt und welche Kandidatinnen und Kandidaten sich zur Wahl stellen werden. Für Wählerinnen und Wähler bedeutet dies, dass die Listen für die Gemeinderats- und Kantonsratswahlen 2027 neu geordnet werden dürften.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 2014–2026 | Amtszeit von Sandra Nater im Gemeinderat (insgesamt 13 Jahre) |
| Frühjahr 2027 | Keine Wiederkandidatur von Nater für Gemeinderat und Kantonsrat |
Einordnung
Erfahrene Ratsmitglieder, die gleichzeitig aufhören, verändern die interne Dynamik einer Gemeindevertretung. Einerseits geht operatives Wissen verloren, andererseits können damit auch Strukturen aufgebrochen und Erneuerungsprozesse angestossen werden. In Appenzell Ausserrhoden werden die kommenden Wochen zeigen, wie Parteien und Parteienverantwortliche auf den personellen Wechsel reagieren und welche Profile sie für die anstehenden Wahlen in Stellung bringen.
Weitere Details zum Rücktritt, etwa das genaue Ende der Amtsperiode oder mögliche geplante Nachfolgeprojekte von Nater, liegen bislang nicht vor. Die Redaktion wird berichten, sobald Parteien oder der Gemeinderat konkrete Personalentscheide bekanntgeben.