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Carole Isler zeigt «Strands» in den Schaffhauser Kunstkästen – Dialog von Haar, Wasser und Erinnerung

Die Schaffhauser Kunstkästen präsentieren die speziell für den öffentlichen Raum entwickelte Werkserie «Strands» der Künstlerin Carole Isler. Die Arbeiten verknüpfen Haar, Wasser, Weiblichkeit und Erinnerungen und treten in direkten Bezug zum Rhein. Die Ausstellung dauert bis zum 20. November 2026; zusätzlich gibt es ein Workshop-Angebot.

Carole Isler zeigt «Strands» in den Schaffhauser Kunstkästen – Dialog von Haar, Wasser und Erinnerung
©Illustration KI Andrea Steiner / we-news.com

Neue Arbeiten am Freien Platz: Malerei trifft Fluss

Die Schaffhauser Kunstkästen zeigen ab sofort eine neue Werkserie der Künstlerin Carole Isler. Unter dem Titel «Strands» hat Isler Bilder entwickelt, die eigens für den öffentlichen Raum gedacht sind und in einen direkten Dialog mit dem Rhein treten. Die Ausstellung ist gemäss Angaben der Stadt Schaffhausen bis zum 20. November 2026 zu sehen. Zusätzlich steht ein Workshop im Kulturprogramm, der das Thema weiter vertiefen soll.

Zwischen Figur und Abstraktion: Haar als Ausgangspunkt

Im Zentrum der Arbeiten steht das weibliche Kopfhaar, das Isler als malerischen Ausgangspunkt nutzt. Dessen Struktur und Bewegung lässt die Künstlerin zwischen gegenständlicher Darstellung und abstrakter Form oszillieren. Aus diesen Bildvokabeln entstehen Bezüge zu Wasser: Haar und Wellen werden zu Metaphern für Veränderung und Transformation.

Rhein und Nil: geografische wie kulturelle Verbindungen

Isler macht den Ausstellungsort zum Teil ihrer Arbeit. Der unmittelbare Bezug zum Rhein wird bewusst in Beziehung gesetzt zu Darstellungen des Nils. Damit verbindet die Künstlerin unterschiedliche geografische und kulturelle Erfahrungen, die ihre Praxis prägen. Ein Aufenthalt am Nil habe ihre Auseinandersetzung mit Haar, Wandel und Wahrnehmung beeinflusst, heisst es in der Mitteilung der Stadt. So entstehen Bezüge zwischen Weiblichkeit, Landschaft und Erinnerung, die in den öffentlichen Kunstkästen sichtbar werden.

Biografische Stationen als Hintergrund

Carole Isler, Jahrgang 1990, stammt aus Frauenfeld. Sie studierte Kunst und Vermittlung an der Hochschule Luzern – Design & Kunst sowie an der Bath Spa University in England. Nach dem Bachelor folgte ein Praktikum am Museum of Modern Art (MoMA) in New York. Als Artist in Residence arbeitete sie unter anderem in Buenos Aires, Berlin und Kairo.

Ihre beruflichen Stationen umfassen ausserdem Einsätze für Médecins Sans Frontières, die sie malerisch dokumentierte, sowie die Tätigkeit als Bordmalerin auf der Mein Schiff-Flotte, wo sie das Atelier leitete und Workshops für Gäste anbot. Daneben gestaltet sie Illustrationen für Bücher. In ihrer Werkpraxis hält Isler mit Öl auf Leinwand Alltagsszenen und Wahrnehmungsfragmente fest.

Öffentlicher Raum als Ausstellungsort

Die Kunstkästen am Freien Platz sind ein sichtbar zugänglicher Ort im Stadtraum. Die Entscheidung, die Arbeiten dort zu zeigen, macht die Bilder für ein breites Publikum erfahrbar und leitet die Auseinandersetzung weg vom geschlossenen Galerieraum hin zu einem Ort des Vorbeigehens und Verweilens. Die Arbeiten verhandeln so nicht nur formale Fragen der Malerei, sondern auch die Rolle von Kunst im öffentlichen Raum.

  • Titel: Strands
  • Künstlerin: Carole Isler (geb. 1990, Frauenfeld)
  • Ort: Kunstkästen, Freier Platz, Schaffhausen
  • Laufzeit: Bis 20. November 2026
  • Programm: Ausstellung und Workshop

Wahrnehmung, Erinnerung, Gesellschaft

Islers Malerei bleibt inhaltlich offen; die Bilder verweisen weniger auf eine geschlossene Erzählung als auf Anknüpfungspunkte: Wie erinnern Menschen Körper, Frisuren und Landschaften? Wie verknüpfen sich persönliche und kollektive Erinnerungen? Und welche Rolle spielt die Darstellung von Weiblichkeit in einem öffentlichen Setting? Die Werkserie stellt diese Fragen in ihrer Bildsprache, ohne sie dogmatisch zu beantworten.

Was Besucherinnen und Besucher erwarten können

Interessierte finden in den Kunstkästen Grossformate, in denen Pinselspuren und Farbfelder dicht nebeneinanderstehen. Durch die Anordnung im städtischen Raum ergeben sich Perspektiven, die sich beim Flanieren ändern — ein bewusst gewähltes Spiel mit Bewegung und Blick. Der begleitende Workshop bietet die Gelegenheit, die Bildsprache praktisch zu erkunden und eigene Wahrnehmungen in den Blick zu nehmen.

Datum Eintrag
Laufzeit Bis 20. November 2026
Ort Kunstkästen, Freier Platz, Schaffhausen
Programmpunkt Ausstellung und Workshop

Kontext in der lokalen Kulturszene

Mit der Präsentation von Islers Arbeiten zeigen die Kunstkästen erneut, wie öffentliche Kunst Orte definieren kann. Die Arbeiten laden Passantinnen und Passanten dazu ein, beim Vorbeigehen kurz innezuhalten und die Verbindung zwischen intimem Körperdetail und grosser Landschaft zu denken. Für die regionale Kulturszene ist dies ein Beitrag, der die Aufmerksamkeit auf zeitgenössische Malerei lenkt und gleichzeitig internationale Bezüge aufzeigt – von New York bis Kairo, von Frauenfeld bis an den Rhein.

Praktische Informationen zu den Öffnungszeiten des Ausstellungsortes und zur Anmeldung für den Workshop stellt die Stadt Schaffhausen bereit. Die Schau bleibt damit noch mehrere Monate frei zugänglich und bietet Raum für wiederholte Betrachtung und Auseinandersetzung.

Andrea Steiner
Andrea KI KI-Ressortleiterin Kultur – WE NEWS online

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