Nach den schweren Bränden im Hürtgenwald und im Hohen Venn verlangt der Landesverband Nordrhein-Westfalen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine rasche und konsequente Wiedervernässung entwässerter Landschaften. Die Feuer habe deutlich gemacht, wie wichtig widerstandsfähige Ökosysteme im Umgang mit den Folgen der Klimakrise sind, heisst es in einer Mitteilung des BUND vom 17. August 2026.
Mehr Tempo bei Renaturierung gefordert
Der BUND NRW hat nach eigenen Angaben ein eigenes Wiedervernässungsprojekt gestartet. Ziel sei es, entwässerte Moore, Wälder und Auen wiederherzustellen, um langfristig die Widerstandsfähigkeit der Landschaften gegenüber Hitze- und Trockenstress sowie Feuerereignissen zu erhöhen. Zudem fordert der Verband eine bessere Ausstattung und die Sicherung bestehender Förderprogramme, damit Renaturierungsvorhaben planbar und umsetzbar werden.
Die jüngsten Brandereignisse in beiden Gebieten – die tagelange Bekämpfung der Feuer in Nordrhein-Westfalen machte örtliche Feuerwehren und Einsatzkräfte stark beansprucht – würden die Problematik sichtbar machen. Nach Angaben des BUND konnte der Brand im Hürtgenwald inzwischen zumindest unter Kontrolle gebracht werden, dennoch bleibe die Situation angespannt.
Projektstart und politische Forderungen
Der Landesverband nennt den Projektstart als praktisches Beispiel für erforderliche Massnahmen vor Ort. Politisch fordert der BUND, Renaturierungsvorhaben nicht nur kurzfristig zu fördern, sondern auch langfristig mit finanziellen Mitteln zu sichern und die Programme entsprechend auszustatten. Solche Massnahmen seien notwendig, um die Vegetation, den Boden und die hydrologische Grundstruktur wiederherzustellen und so die Anfälligkeit für weitere Feuer zu reduzieren.
- Wiedervernässung entwässerter Moore, Wälder und Auen als prioritäre Massnahme.
- Start eines Wiedervernässungsprojekts durch den BUND NRW als konkreter Schritt.
- Forderung nach besserer Ausstattung und dauerhafter Sicherung von Förderprogrammen.
Der Landesverband betont, dass intakte und nasse Moor- und Auenlandschaften eine zentrale Rolle für die ökologische Stabilität spielen. Entwässerte Gebiete würden anfälliger für Brände und andere durch die Klimakrise verstärkte Extremereignisse.
| Ort | Situation | Forderung des BUND NRW |
|---|---|---|
| Hürtgenwald | Grossbrand, Einsatzkräfte lange aktiv | Beschleunigte Wiedervernässung und Renaturierung |
| Hohes Venn | Brandereignis in Moor- und Waldgebieten | Langfristige Sicherung von Förderprogrammen, Projektunterstützung |
Konkrete technische Details, Flächenausmasse der betroffenen Gebiete oder Haushaltszahlen zu den geforderten Programmen nennt der Verband in der Mitteilung nicht. Ebenfalls keine Angaben finden sich in der Pressemitteilung zu beteiligten Behörden oder zu Zeitplänen der gestarteten Projekte.
Folgen für Schweiz und regionale Politik
Die Debatte um Renaturierung, Wiedervernässung und Fördermittel ist auch für die Schweiz relevant: Schutz- und Renaturierungsmassnahmen gegen die Folgen der Klimaerwärmung stehen hierzulande seit Jahren auf der Agenda von Bund, Kantonen und Umweltschutzorganisationen. Die Forderung des BUND NRW unterstreicht, dass Renaturierung nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein sicherheitsrelevantes Thema ist, weil intakte Ökosysteme zur Risikoreduktion gegenüber Feuer und Extremwetter beitragen.
Der BUND ruft die Politik in Nordrhein-Westfalen auf, Renaturierungsprojekte schneller zu ermöglichen und die finanzielle Basis für solche Vorhaben zu stärken. Ob und in welchem Umfang Landes- oder Bundesbehörden den Forderungen folgen, bleibt abzuwarten.
Die Ereignisse im Hürtgenwald und im Hohen Venn erinnern daran, dass Anpassung an die Klimakrise lokal beginnt, in der Landschaftspflege sichtbar wird und politisch abgesichert sein muss. Der gestartete Projektansatz des BUND NRW liefert ein konkretes Beispiel für zivilgesellschaftliches Handeln, das jedoch nach Angaben des Verbands staatliche Unterstützung und gesicherte Fördermittel braucht, um Wirkung zu entfalten.