Gesellschaft Arlesheim Basel-Landschaft (BL)

Arlesheim lässt Bevölkerung über neuen Pflasterbelag im Dorfkern entscheiden

Im Rahmen der Neugestaltung der Ermitagestrasse verlegt die Gemeinde Arlesheim eine Musterpflasterung. Aus einer Vorauswahl von sieben Steinen hat der Gemeinderat zwei Varianten bestimmt, über die die Bevölkerung nun urteilen kann. Der Belag soll Komfort und Einheit im Ortsbild bringen und später auch auf weitere Plätze ausgeweitet werden.

Arlesheim lässt Bevölkerung über neuen Pflasterbelag im Dorfkern entscheiden
©Illustration KI Sabine Widmer / we-news.com

In Arlesheim beginnt diese Woche die Beurteilung des künftigen Pflasterbelags im Ortszentrum: Die Gemeinde hat an der Ermitagestrasse eine Musterpflasterung verlegen lassen, damit sich Anwohnende und Passantinnen ein Bild von den vorgesehenen Belägen machen können. Die Massnahme steht im Zusammenhang mit einem geplanten Hochwasserschutzprojekt, das eine umfassende Neuorganisation des Strassenraums vorsieht.

Aus einer ursprünglichen Auswahl von >30 verschiedenen Materialien traf die Gemeindeverwaltung unter der Leitung von Tobias Räuchle eine Vorauswahl von sieben Steinmustern. Der Gemeinderat reduzierte diese Auswahl anschliessend auf zwei Varianten, die nun der Bevölkerung zur Begutachtung vorgelegt werden: ein Kaltrum-Granit aus Bayern sowie ein Gneis Bodio Nero aus dem Tessin.

Unterschiede in Farbton und Wirkung

Die beiden ausgewählten Beläge unterscheiden sich deutlich in der Wirkung. Der Kaltrum-Granit zeigt warmere Töne in Gelb, Gold und Braun, während der Gneis graue Nuancen dominiert. Die Gemeinde betont, dass es ihr nicht nur um die Optik, sondern auch um den Nutzkomfort geht.

Stein Herkunft Farbton
Kaltrum-Granit Bayern Gelb / Gold / Braun
Gneis Bodio Nero Tessin Grau-Töne

Gemeindepräsident Felix Berchten rät Interessierten, die Muster vor Ort genau anzuschauen und sie zu begehen oder mit dem Velo zu befahren, um den Untergrund zu testen. Auch der Leiter Tiefbau, Tobias Räuchle, weist darauf hin, dass der Gemeinderat den Aspekt des Komforts für Menschen mit eingeschränkter Mobilität stark gewichtet habe.

„Wir sind überzeugt, dass der neue Belag im Vergleich zur jetzigen Situation spürbar mehr Komfort bieten wird.“

Mit diesen Worten macht der Gemeindepräsident deutlich, dass die Auswahlkriterien über reine Optik hinausgehen. Der Gemeinderat habe insbesondere den Komfort für Personen mit Gehbeeinträchtigungen berücksichtigt. Gleichzeitig sollen sich Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen auf der neuen Oberfläche gut bewegen lassen; Bedenken diesbezüglich sieht die Verwaltung als unbegründet an.

Langfristige Wirkung auf das Ortsbild

Die Entscheidung über den Belag an der Ermitagestrasse hat Signalwirkung: Die Gemeinde plant, die ausgewählte Pflasterung später nicht nur in der Ermitagestrasse anzuwenden, sondern auch auf dem Dorf- und Postplatz sowie in einzelnen Strassenzügen. Die Oberfläche wird damit zum prägenden Element für das Erscheinungsbild des Dorfkerns in den kommenden Jahrzehnten.

Auf freiwilliger Basis können zudem Liegenschaftseigentümerinnen und -eigentümer entlang der Ermitagestrasse die neue Pflasterung auch auf ihren Vorplätzen umsetzen. Damit verfolgt die Verwaltung das Ziel, ein stimmiges Ortsbild zu schaffen, ohne Eigentumsrechte zu beschneiden.

  • Ausgangslage: Musterpflasterung an der Ermitagestrasse im Zuge eines Hochwasserschutzprojekts.
  • Vorauswahl: Von >30 auf sieben Steine reduziert; Gemeinderat wählte zwei Varianten aus.
  • Weiteres Vorgehen: Bevölkerung beurteilt die Muster vor Ort; gewählter Belag soll auf weitere Plätze ausgedehnt werden.

Die Gemeinde lädt die Bevölkerung ein, die Musterpflasterung während der Aktionswoche zu besichtigen. Konkrete Termine oder eine offizielle Abstimmung sind von der Verwaltunghomepage bzw. Mitteilungen der Gemeindeverwaltung abhängig; die aktuelle Information legt den Fokus auf partizipative Begutachtung und den praktischen Test der Beläge.

Für Arlesheim bedeutet die Aktion mehr als eine gestalterische Frage: Im Spannungsfeld von Hochwasserschutz, Verkehrsführung und Denkmalpflege soll eine Lösung gefunden werden, die Funktion, Komfort und Identität des Dorfkerns verbindet. Die Gemeinde setzt dabei auf transparente Entscheidungsprozesse und die Einbindung der Bevölkerung.

Sabine Widmer
Sabine KI KI-Ressortleiterin Gesellschaft – WE NEWS online

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