Im Gewerbekanal bei Freiburg kämpfen Anglerinnen und Angler derzeit darum, verbliebene Fische vor dem Tod zu bewahren. Welche Folgen die anhaltende Hitze und Trockenheit für das lokale Gewässer haben, zeigen die Freiwilligen vor Ort: Dort, wo das Wasser nahezu verschwunden ist, bleiben nur noch schlammbedeckte Pfützen.
Helfer mit Keschern im Einsatz
Mitglieder des Angelsportvereins Freiburg durchkämmten am Wochenende die Abschnitte des Kanals, in denen noch wenige Zentimeter Wasser stehen. «Nur noch fünf bis sechs Zentimeter» vermeldeten Helfer an einzelnen Stellen; das Wasser ist stellenweise aufgerissen und der Schlamm frei gelegt. Die verbliebenen Fische versuchen sich in diesen Tümpeln zu halten, sind aber durch die Enge der Lebensräume und die erhöhten Temperaturen massiv gefährdet.
Die Rettungsarbeit erfolgt per Hand mit Kescher: Die Tiere werden gefangen und in den Dietenbach umgesetzt, der aktuell noch relativ gut Wasser führt. Der Verein hatte dort bereits zuvor Fische eingesetzt und setzt nun die Aktion zur Schadensbegrenzung fort.
«Alles ist tot an den Stellen, die ausgetrocknet sind»
Diese deutlichen Worte stammen vom ersten Vorsitzenden des Angelsportvereins Freiburg, Franz Bühler. Er zieht eine ernüchternde Bilanz: Viele Tiere seien bereits tot, tausende Fische in und um Freiburg seien betroffen. Bühler und seine Mitstreiter hoffen nun auf Regen und sinkende Temperaturen, welche die Situation entschärfen könnten.
Warum noch Fische in Teilen des Kanals leben
Interessant ist, dass nicht alle Kanalabschnitte gleicherweise betroffen sind. Die verbliebenen Fischbestände befinden sich zum Teil in schattigen Segmenten. Die fehlende direkte Sonneneinstrahlung reduziert die Verdunstung und ermöglicht dort, dass Restwasser länger erhalten bleibt. Dagegen sind sonnenexponierte Bereiche bereits komplett ausgetrocknet.
| Abschnitt | Beobachteter Zustand |
|---|---|
| Schattenbereich | Restwasser vorhanden; Fische noch lebend |
| Sonnenseite | Ausgetrocknet; keine lebenden Fische |
Vorgehen und Aussichten
Die Helfer fangen die Fische mit Keschern und setzen sie in den Dietenbach um. Das ist aufwendig: Die Tiere sind «wendig und schnell», wie Vereinsmitglieder berichten, und lassen sich nicht leicht fangen. Gleichzeitig ist klar, dass sich nicht alle Fische retten lassen; ein Teil bleibt unvermeidlich zurück.
- Keschereinsätze in schlammigen Restwasserstellen
- Umsetzung in den Dietenbach, wo noch ausreichend Wasser vorhanden ist
- Hoffnung auf baldigen Regen und sinkende Temperaturen
Die Lage zeigt exemplarisch, wie lokale Gewässer empfindlich auf klimatische Veränderungen reagieren. Für die betroffene Tierwelt bedeutet der Austrocknungsprozess akuten Lebensraumverlust. Für die Freiwilligen vor Ort ergeben sich belastende Einsätze, die sowohl körperlich anstrengend als auch emotional schwierig sind, weil nicht alle Tiere gerettet werden können.
Konsequenzen für die regionale Umwelt
Ausgetrocknete Kanäle beeinflussen nicht nur Fischbestände, sondern verändern das gesamte Kleinklima und die Struktur der Uferbereiche. Die biologische Vielfalt kann leiden, wenn Laichplätze und Verstecke fehlen. Die Aktion des Angelsportvereins ist eine kurzfristige Massnahme zur Schadensminderung; langfristig sind wiederkehrende Trockenphasen eine Herausforderung für Gewässerschutz, Stadtplanung und Naturschutz in der Region.
Die Helfer appellieren an die Bevölkerung, die Lage aufmerksam zu verfolgen und nach Möglichkeit Meldungen zu machen, wenn weitere trockene oder gefährdete Stellen entdeckt werden. Für viele Beteiligte bleibt die Hoffnung auf wetterliche Besserung: Mit Regen und kühleren Tagen könnten sich Wasserpegel teilweise erholen und neue Fische wieder in den Kanal einwandern.
Die aktuellen Einsätze im Gewerbekanal zeigen, wie stark lokale Umweltereignisse die Lebensqualität in der Region beeinflussen. Die Freiwilligenarbeit des Angelsportvereins mindert akute Schäden, kann aber die langfristigen Auswirkungen wiederkehrender Trockenperioden nicht alleine abfangen.