Die anhaltende Dürre im Greyerzerland setzt einen kleinen Geissenbetrieb in ernsthafte finanzielle und ethische Nöte. Auf dem Hof von Melanie Sottas (24) und Raphaël Rigolet (25) fressen derzeit 30 Geissen das Heu, das eigentlich für den Winter vorgesehen war. Wegen ausbleibender Niederschläge wachsen die Weiden kaum; die Felder rund um den Greyersee zeigen sich gelblich-braun, und die Temperaturen liegen seit Wochen regelmässig über 30 Grad.
Notlage durch fehlende Erträge
Laut Aussage der Betreiberinnen und Betreiber ergab der letzte Schnitt nur rund die Hälfte des üblichen Ertrags. Einen dritten oder vierten Schnitt — wie auf normalen Betrieben zur Auffrischung der Heuvorräte möglich — erwarten sie nicht mehr. Die Tiere müssen deshalb tagsüber im Stall gefüttert werden, was die Vorräte rapide dezimiert.
Die Folgen sind konkret und gravierend: Innerhalb kurzer Zeit verzeichnete der Hof den Verlust von 25 Gitzi. Die Betreiberin erklärt, dass falsches Milchpulver, das sie erhielten, für Kälber und nicht für Gitzi bestimmt war, was zum Tod vieler junger Tiere führte. Raphaël Rigolet beschreibt die persönlichen Auswirkungen der Lage, inklusive Gewichtsverlust und starker Belastung.
"Ohne Hilfe schaffen wir es nicht!"
Finanzielle Dimension und Hilfsaufruf
Der Betrieb gibt an, für den Zukauf von Heu rund 8 000 Franken zu benötigen. Eine Spendenaktion wurde gestartet; ohne zusätzliche Mittel drohe andernfalls die Notwendigkeit, Tiere schlachten zu müssen. Die Betreiber betonen die prekäre Lage sowohl aus wirtschaftlicher Sicht als auch aus Sicht des Tierwohls.
- Anzahl Geissen im Bestand: 30
- Verlorene Gitzi bisher: 25
- Benötigter Betrag für Heu: 8 000 Fr.
- Region: Greyerzerland, Kanton Freiburg
| Posten | Angabe |
|---|---|
| Geissen | 30 |
| Gitzi verloren | 25 |
| Benötigtes Heu (Kosten) | 8 000 Fr. |
Breiteres Problem: Klima, Ertrag, regionale Landwirtschaft
Die Lage auf diesem Hof steht exemplarisch für Probleme, mit denen Nebenerwerbsbetriebe in der Region zunehmend konfrontiert sind: Trockenheit vermindert Erträge, zufällige oder fehlerhafte Hilfsmittel können kurzfristig zu hohen Verlusten führen, und kleine Betriebe verfügen oft nicht über finanzielle Polster oder alternative Lieferketten. Für Betriebe mit seltenen oder gefährdeten Rassen — der Hof hält mehrere Rassen, darunter auch gefährdete wie die Appenzeller — können Verluste genetischer Substanz besondere Bedeutung haben.
Für Tierhalterinnen und Tierhalter bedeuten solche Situationen auch schwierige Entscheidungen: Vorräte rationieren, Fremdfutter beschaffen oder Tiere schlachten, um weitere Kosten zu vermeiden. All das findet in einem Umfeld statt, in dem extreme Wetterereignisse häufiger werden und Versorgungsnetze in gewissen Bereichen schmal sind.
Praktische Hinweise für Betroffene und Unterstützende
Wer in einer ähnlichen Situation steckt, sollte zeitnah prüfen:
- Ob lokale Bauernvereine, Produzentenorganisationen oder Gemeindeangebote kurzfristig helfen können;
- Ob gemeinschaftliche Einkaufsmöglichkeiten für Heu oder Futter bestehen, um Kosten zu teilen;
- Ob Tierärztinnen und Tierärzte Unterstützung bei der Auswahl richtigen Milchpulvers und der Pflege geschwächter Jungtiere leisten können.
Für Privatpersonen, die helfen wollen: Erkundigen Sie sich zuerst konkret bei den Betroffenen nach der Spendensituation und offiziellen Kontoinformationen, um sicherzustellen, dass Hilfe gezielt und zweckgebunden ankommt.
Die Situation des Hofs von Sottas und Rigolet ist ein lokales Beispiel der Folgen von Dürreperioden. Ob und wie rasch Hilfe ankommt, entscheidet über die Zukunft der Tiere und des Betriebs.