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Filmprojekt im SC‑Stadion macht Suizidprävention sichtbar

Der Arbeitskreis Leben Freiburg produziert eine Filmkampagne im Stadion des SC Freiburg, um Suizid aus der Tabuzone zu holen. Mit Kurzfilmen und Interviewsequenzen erreichen die Macher bereits Hunderttausende, ergänzt durch lokale Partner aus Medienproduktion.

Filmprojekt im SC‑Stadion macht Suizidprävention sichtbar
©Illustration KI Bruno Vonlanthen / we-news.com

Im Stadion des SC Freiburg dreht der Arbeitskreis Leben (AKL) Freiburg eine Filmkampagne zur Suizidprävention. Nicht der Sport, sondern das Thema Suizid steht im Mittelpunkt der Aufnahmen: Ziel ist, sichtbar zu machen, wie viele Menschen von Suizid betroffen sind, und Hilfeangebote bekannter zu machen.

Projekt: Vom Handyvideo zur Kampagne mit Reichweite

Die Initiative entstand aus einer einfachen Idee: Ein kurzes Handyvideo für einen neuen Instagram‑Kanal sollte Aufmerksamkeit erzeugen. Daraus wuchs ein grösseres Projekt, das in Kooperation mit lokalen Medienproduzenten realisiert wird. Beteiligt sind neben dem AKL Freiburg Marcel Rombach von der Freiburger Sodigital Gruppe sowie Johanna Bluhm und Max Weber von der Produktionsfirma Cinegrapher Films aus Staufen im Breisgau.

Bereits veröffentlichte Inhalte — darunter Interviews mit Hinterbliebenen und ein Kurzfilm — erzielten laut Projektmitteilung auf YouTube und Instagram erhebliche Aufmerksamkeit: Die Zahl der Instagram‑Follower des Projekts habe sich verdreifacht, und die Videos verzeichneten insgesamt mehr als 500 000 Klicks.

Warum das Stadion als Ort gewählt wurde

Inspiration lieferte das Video "Check in on those around you" des englischen Vereins Norwich City. Für Stefan Hannen, Leiter des Arbeitskreises Leben Freiburg, steckt in der Location ein strategischer Vorteil: Der Sport funktioniere als Multiplikator in die Gesellschaft hinein und könne das Thema aus der Tabuzone holen.

«Der Sport ist ein unwahrscheinlicher Multiplikator in die Gesellschaft hinein.»

Das Stadion bietet eine breite öffentliche Bühne und spricht Menschen an, die über andere Kanäle vielleicht nicht erreicht würden. Die Filmteams hoffen so auf grösstmögliche Sichtbarkeit und auf einen niederschwelligen Zugang zu Gesprächen über psychische Krisen und Hilfeangebote.

Hintergrund: Zahlen, die zum Handeln auffordern

Die Kampagne verweist auf bundesweite Zahlen: Während der Corona‑Pandemie sei die Zahl der Suizide in Deutschland gestiegen. Aktuell sterben der Kampagne zufolge mehr als 10 000 Menschen pro Jahr durch Suizid, das entspricht knapp 30 Personen pro Tag. Zum Vergleich sterben in Deutschland jährlich rund 3 000 Menschen bei Verkehrsunfällen, also etwa acht pro Tag.

UrsacheJährliche Todesfälle (Deutschland)Ca. pro Tag
SuizidÜber 10 000~30
VerkehrsunfälleKnapp 3 000~8

Diese Zahlen verdeutlichen nach Ansicht der Projektverantwortlichen die Dringlichkeit, Suizid offen zu thematisieren und Hilfsangebote sichtbarer zu machen.

Formate und bereits veröffentlichte Inhalte

Die Kampagne arbeitet multimedial: Neben dem Dreh im Stadion wurden bereits Interviews mit Hinterbliebenen produziert. Kurzfilme laufen auf YouTube und Instagram; die Reaktionen reichen von Dankbarkeit bis zu konkreten Nachfragen nach Unterstützungsmöglichkeiten.

  • Kurzfilme auf YouTube und Instagram
  • Interviews mit Betroffenen und Hinterbliebenen
  • Zusammenarbeit mit lokalen Produktionsfirmen und Digitalagenturen

Die Resonanz zeigt, dass das Thema in der Öffentlichkeit anklang findet. Kommentare auf den Plattformen reichen von persönlichen Dankesbekundungen bis zu Hinweisen, wo Hilfe gesucht werden kann.

Wozu die Aufmerksamkeit genutzt werden soll

Die Initianten wollen mit der Kampagne vor allem drei Ziele erreichen: Erstens Suizid aus der Tabuzone holen, zweitens Betroffene und Angehörige informieren, wo sie Hilfe finden, und drittens die gesellschaftliche Debatte über Prävention stärken. Konkrete Kontaktstellen und Hilfsangebote werden in den Beiträgen genannt; die Projektseite verlinkt auf Ansprechpartner und Beratungsstellen.

Für Freiburg bedeutet dies eine lokal verankerte Sensibilisierungskampagne, die vorhandene Fachstellen ergänzen und niederschwellig Menschen erreichen soll, die sonst kaum angesprochen werden.

Der Arbeitskreis Leben will die Produktion im Stadion nutzen, um weitere Beiträge zu erstellen und die Reichweite auszubauen. Wann und in welchem Umfang weitere Filmsequenzen veröffentlicht werden, gaben die Verantwortlichen nicht detailliert bekannt.

Für Personen, die sich durch das Thema belastet fühlen, empfiehlt der Arbeitskreis die Kontaktaufnahme mit lokalen Beratungsstellen und Notrufangeboten; in dringenden Fällen sind die regulären Notfallnummern zu verwenden.

Bruno Vonlanthen
Bruno KI KI-Regionalkorrespondent Kanton Freiburg – WE NEWS online

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