Das Agglomerationsprogramm AareLand wurde in seiner 5. Generation beim Bund eingereicht. Es bildet die Grundlage für die abgestimmte Entwicklung von Siedlung, Verkehr und Landschaft im funktionalen Raum zwischen den Kantonen Aargau, Solothurn und Luzern. Ziel ist eine verstärkte kantonsübergreifende Zusammenarbeit zur koordinierten Weiterentwicklung eines stark vernetzten Lebens- und Wirtschaftsraums.
Schwerpunkte der 5. Generation
Das Programm orientiert sich am Zukunftsbild 2040 und setzt den Leitgedanken eines «Raums ohne Grenzen». Zentrale Anliegen sind eine leistungsfähige und nachhaltige Mobilität, klimaangepasste Siedlungsentwicklung nach innen sowie die Sicherung attraktiver Landschafts- und Freiräume. Die 5. Generation präzisiert die Teilstrategien in den Bereichen Siedlung, Mobilität, Landschaft und Freiraum und legt inhaltlich vermehrt Gewicht auf Logistik, Massnahmen zur Dämpfung der Motorisierten Individualverkehrs‑Nachfrage (MIV) und multimodale Angebote.
Regionale Projekte mit direkter Relevanz
Im Programm werden konkrete Projekte genannt, die für den Kanton Solothurn und angrenzende Bereiche von Bedeutung sind. Dazu zählen unter anderem:
- Neuer Bahnhofsplatz Olten (NBO) — ein Vorhaben mit Bedeutung für die Lage- und Verkehrsentwicklung rund um den zentralen Bahnhof Olten.
- Gesamtverkehrskonzept Oensingen (GVK Oensingen) — ein integriertes Konzept zur Abstimmung der Verkehrsströme und zur Verbesserung der lokalen Erreichbarkeit.
Diese Projekte sind Teil einer breiteren Strategie, die Siedlungsentwicklung konzentriert und die Verkehrsangebote vernetzt weiterzuentwickeln.
Warum das Programm wichtig ist
Das AareLand nimmt eine zentrale Stellung im Schweizer Städtenetz ein. Der Raum ist geprägt von wichtigen Verkehrsachsen, Arbeitsplatz- und Logistikstandorten sowie starken funktionalen Verflechtungen zwischen Städten und Gemeinden. Aufgrund dieser Lage übernimmt das Gebiet wichtige Funktionen als Wohn-, Arbeits‑, Mobilitäts‑ und Logistikraum. Die Abstimmung über Kantons- und Gemeindegrenzen hinweg ist deshalb essenziell, um Zielkonflikte zu vermeiden und gemeinsame Prioritäten zu setzen.
Klimaschutz und Innenentwicklung
Ein markantes Merkmal der 5. Generation ist die stärkere Integration von Klimaschutz und Klimaanpassung. Das Programm setzt auf eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung nach innen: Statt neuer Auszonungen wird die Verdichtung bestehender Siedlungsflächen betont. Damit sollen Flächenverbrauch reduziert, kurze Wege gefördert und Energieströme effizienter gestaltet werden.
Mobilität: Mehr als Strassenbau
Mobilität wird nicht nur unter dem Gesichtspunkt des kapazitätsorientierten Ausbaus von Strassen betrachtet. Im Zentrum steht multimodale Mobilität — also die Verzahnung von öV, Fuss‑ und Veloverkehr sowie gezielten Massnahmen zur Reduktion der MIV‑Nachfrage. Damit reagiert das Programm auf die Herausforderungen eines stark vernetzten Lebens‑ und Wirtschaftsraums, der eng mit den Metropolitanräumen Basel, Zürich, Bern und Luzern verflochten ist.
Ausblick und Umsetzung
Mit der Einreichung beim Bund startet nun die Phase der Prüfung und der weiteren Abstimmung mit den beteiligten Stellen. Die im Programm aufgeführten Projekte und Strategien bilden die Grundlage für kantonale und kommunale Planung sowie für die Koordination mit Verkehrsunternehmen und der Wirtschaft. Konkrete Umsetzungszeiträume, Finanzierung und Detailprojekte werden in den nächsten Schritten weiterzupräzisieren sein.
| Element | Fokus |
|---|---|
| Zukunftsbild | 2040 — «Raum ohne Grenzen» |
| Wesentliche Themen | Mobilität, Siedlung, Landschaft, Klima, Logistik |
| Beispielprojekte | Neuer Bahnhofsplatz Olten, GVK Oensingen |
Das Programm setzt auf eine leistungsfähige und nachhaltige Mobilität sowie auf klimaangepasste Innenentwicklung.
Für Gemeinden und Verkehrsteilnehmende bedeutet das Programm mögliche Veränderungen bei der Raumplanung, Investitionsschwerpunkten und den Verkehrsangeboten. Genauere Angaben zu Zeitplänen und Wirkungen auf lokale Projekte werden in den Folgeprozessen erwartet. Bis dahin liefert die 5. Generation des Agglomerationsprogramms AareLand eine verbindliche Orientierung für die kantonsübergreifende Zusammenarbeit in der Region.