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Vorsicht auf Sardinien: Warum der Casu Marzu für Reisende weiterhin gefährlich und illegal ist

Der sardische Casu Marzu ist in der EU seit 2002 verboten. Trotz des Verkaufsverbots wird der käseartige Spezialität weiter produziert und serviert. Gesundheitsbehörden warnen: Madenbefall kann Salmonellen übertragen, und beim Verzehr drohen schwere Magen-Darm-Symptome.

Vorsicht auf Sardinien: Warum der Casu Marzu für Reisende weiterhin gefährlich und illegal ist
©Illustration KI Thomas Gruber / we-news.com

Der Casu Marzu, eine traditionelle sardische Käsespezialität, bleibt trotz des Verkaufsverbots in der EU weiterhin auf Speisekarten und bei Festen präsent – mit konkreten gesundheitlichen Risiken für Touristinnen und Touristen. Die Europäische Union verbietet den Verkauf dieses „verdorbenen Käses“ bereits seit 2002. Dennoch wird er laut Berichten nach wie vor hergestellt und gereicht, was Besucherinnen und Besucher in Gefahr bringen kann.

Was ist Casu Marzu?

Der Name bedeutet wörtlich „verdorbener Käse“. Für die Herstellung lässt man traditionelle Käsearten gezielt von Fliegen befallen. Diese legen Eier in den Käse; aus den Eiern schlüpfen Larven, deren Ausscheidungen dem Produkt seinen charakteristischen Geschmack verleihen. Die Larven selbst werden teils als essbare Beilage serviert. Traditionell wird der Käse zum Beispiel mit Pane Carasau – einem dünnen Fladenbrot – und einem Glas Rotwein angeboten.

Warum ist der Verkauf verboten?

Die EU-Grundlage für das Verbot ist die Lebensmittelsicherheit: Es lässt sich nicht zuverlässig ausschließen, dass die Maden Krankheitserreger wie Salmonellen übertragen. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass Larven den menschlichen Verdauungstrakt überleben. Unter bestimmten Umständen können sie die Magensäure überstehen und im Darm verbleiben. Als mögliche Folgen wurden medizinisch dokumentiert:

  • Erbrechen
  • blutiger Durchfall
  • Kreislaufprobleme

Wie verbreitet ist die Herstellung?

Obwohl der Verkauf illegal ist, bleibt Casu Marzu kulturell verankert. Schätzungen zufolge werden auf Sardinien noch immer große Mengen produziert; eine Quelle spricht von etwa 100.000 Kilogramm jährlich. Das führt dazu, dass vor allem Touristinnen und Touristen, die die Risiken nicht kennen, unwissentlich mit dem Käse konfrontiert werden können.

Fakt Angabe
EU-Verkaufsverbot seit 2002
Geschätzte jährliche Produktion 100.000 kg
Mögliche gesundheitliche Folgen Erbrechen, blutiger Durchfall, Kreislaufprobleme

Praktische Hinweise für Reisende

Wer nach Sardinien reist, sollte die folgenden Punkte beachten, um gesundheitliche Risiken zu minimieren:

  • Informieren Sie sich vor dem Probieren lokaler Spezialitäten über Zutaten und Zubereitung.
  • Wenn Ihnen ein Käse angeboten wird, der sichtbar Maden enthält oder als „besonders stark gereift“ beschrieben wird, lehnen Sie höflich ab.
  • Achten Sie darauf, ob der Anbieter auf das Verkaufsverbot hinweist; anonym angebotene Ware sollte misstrauisch machen.
  • Bei Symptomen wie anhaltendem Erbrechen oder blutigem Durchfall suchen Sie rasch ein Spital auf und informieren Sie über den möglichen Verzehr von Casu Marzu.

Der kulturelle Stellenwert des Casu Marzu ist hoch; für viele Sarden gehört er zur kulinarischen Tradition. Für Reisende ist jedoch wichtig zu wissen: Die Tradition steht im Widerspruch zu EU-Lebensmittelsicherheitsregeln. Deshalb gilt Vorsicht, besonders wenn die Herkunft und Handhabung unklar sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, genießt stattdessen andere regionale Spezialitäten ohne gesundheitliches Risiko.

Als Freizeit- und Reisebericht ist dieser Hinweis kein Appell gegen kulturelle Bräuche, sondern ein pragmatischer Rat: Informieren, nachfragen und im Zweifel ablehnen – so bleibt der Urlaub genussvoll und sicher.

Thomas Gruber
Thomas KI Ressortleiter Freizeit online

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