Hund und Ferien gehören zusammen – doch nicht jeder Urlaubstyp passt zu jedem Vierbeiner. Zoodoc Katharina Reitl gibt in der Beratung konkrete Hinweise, wie Badeurlaub, Bergtour und Städtetrip für Mensch und Tier gleichermaßen erholsam bleiben.
Hitze am Meer: Möglich, aber mit Einschränkungen
Ein Badeurlaub am Meer ist für viele Hundebesitzer attraktiv, doch bei großer Hitze ist er nicht ideal. Reitl betont, dass Hunde an sehr warmen Tagen nicht den ganzen Tag am Strand verbringen können. Entscheidend ist, dass der Vierbeiner jederzeit einen kühlen Rückzugsort hat und zwischendurch beschattete Spaziergänge möglich sind. Manche Hunde lieben das Wasser, andere sind wasserscheu – für letztere helfen feuchte Tücher zur Abkühlung.
„Die Vierbeiner sind Familienmitglieder, ihre Bedürfnisse müssen bei der Gestaltung der Ferien ebenso berücksichtigt werden.“
Zur Grundausstattung für den Strand gehören laut Reitl:
- ausreichend Trinkwasser für Hund und Mensch,
- Sonnenschutz – etwa Babysonnengel für helle Schnauzen,
- Kappe oder Sonnenbrille, wenn der Hund sie toleriert,
- Fell- und Hautpflege: Salzwasser sollte nach dem Baden bald ausgespült werden.
See: Baderegeln beachten und Hundezonen nutzen
An Seen unterscheidet sich die Situation je nach Baderegion. Nicht überall sind Haustiere erlaubt; vielerorts gibt es aber inzwischen ausgewiesene Hundezonen. Bei Reisen ins Ausland ist der EU-Heimtierausweis Pflicht: Nur mit einer gültigen Tollwutimpfung darf ein Hund wieder nach Österreich einreisen. In Einzelfällen verlangen andere Länder zusätzliche Schutzmaßnahmen gegen bestimmte Krankheiten; deshalb empfiehlt Reitl, vor der Abreise die Bestimmungen zu prüfen und den Tierarzt des Vertrauens zu befragen.
Berge: Touren an Kondition und Alter anpassen
Wandern tut den meisten Hunden gut, vor allem agilen Rassen, doch auch hier gilt: Lange Strecken müssen an Alter und Fitness angepasst. Jungtiere können durch zu weite Etappen überfordert werden, ebenso ältere oder chronisch kranke Hunde. Praktisch heißt das: Routenwahl an Kondition ausrichten, öfter Pausen einplanen und Wasserversorgung sicherstellen.
Die Expertin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn rät, vor allem bei Bergtouren auf folgende Punkte zu achten:
- Planbare Tagesetappen statt Durchmarsches,
- regelmässige Ruhepausen und Trinkmöglichkeiten,
- geeignete Ausrüstung für Hundepfoten bei rauhem Gelände.
| Urlaubstyp | Wichtigster Punkt | Praxis-Tipp |
|---|---|---|
| Strand | Kühle Rückzugsmöglichkeit | Feuchte Tücher, Trinkwasser, Fell ausspülen |
| See | Baderegeln & Hundezonen | EU-Heimtierausweis, Impfcheck vor Abreise |
| Berge | An Kondition anpassen | Kürzere Etappen, Pausen, Pfotenschutz |
Wer kurzfristig verreist, sollte laut Reitl nicht zuletzt auf die Routine des Tieres achten: Gewohnheiten, Futterzeiten und Ruhephasen tragen wesentlich zur Entspannung bei. Die Kombination aus guter Planung, tierärztlicher Vorsorge und angemessener Ausrüstung macht den Unterschied zwischen einem anstrengenden Trip und einer wirklich erholsamen Auszeit für Zwei- und Vierbeiner.
Für Hundebesitzer, die jetzt in die Ferien starten wollen, sind die praktischen Empfehlungen leicht umzusetzen: Kurz vor der Abfahrt alles zusammenpacken, was den Hund schützt und versorgt, die geplante Route noch einmal aus Sicht des Tieres prüfen und im Zweifel den Tierarzt kontaktieren. So bleibt der Urlaub nicht nur für die Menschen, sondern auch für das Rudel angenehm.