Das Robert Koch‑Institut (RKI) schätzt, dass in Bayern im laufenden Jahr bis einschließlich Kalenderwoche 31 — also bis zum 2. August — rund 1.440 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben sind. Damit liegt die Zahl deutlich über dem Vorjahreswert: Im gesamten Jahr 2025 wurden in Bayern nach RKI‑Berechnung 490 Hitzetote registriert.
Modellrechnung mit großer Spannbreite
Das RKI weist darauf hin, dass es sich um eine Schätzung handelt, die eine erhebliche Unsicherheit enthält. Für Bayern reicht die Spanne der Modellprognose von etwa 950 bis 1.910 hitzebedingten Sterbefällen. Die aktuelle Schätzung liegt damit rund 150 Fälle über dem Wert, den das Institut noch vor einer Woche ausgewiesen hatte. Weil der Sommer nicht vorbei ist, kann die Zahl weiter ansteigen.
Bundesweite Einordnung und regionale Unterschiede
Auf Bundesebene geht das RKI bislang von rund 12.500 Hitzetoten aus. Damit übersteigen die Schätzwerte die Zahlen früherer Jahre deutlich. Besonders viele Todesfälle werden mit der besonders intensiven Hitzewoche vom 22. bis 28. Juni in Verbindung gebracht, in der regional Temperaturen von mehr als 40 °C gemessen und zahlreiche Rekorde gebrochen wurden.
- Die Gefährdung betrifft vor allem ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.
- Häufig ist die Hitze nicht als direkte Todesursache auf dem Totenschein vermerkt; vielmehr führt die Belastung oft in Kombination mit bestehenden Erkrankungen zum Tod.
- Die Zahlen basieren auf Übersterblichkeitsmodellierungen und sind deshalb mit Vorsicht zu interpretieren.
Zahlen im Länder‑Vergleich
Das RKI führt auch Vergleiche zwischen den Bundesländern durch. Bayern liegt nach den RKI‑Schätzungen beim Wert pro 100.000 Einwohner mit 10,8 im Mittelfeld. Deutlich höhere Werte weist demnach das Saarland aus, deutlich niedrigere Schleswig‑Holstein.
| Bundesland | Geschätzte Hitzetote | Hitzetote pro 100.000 Einwohner |
|---|---|---|
| Bayern | ~1.440 (Spanne: 950–1.910) | 10,8 |
| Baden‑Württemberg | 2.680 | — |
| Rheinland‑Pfalz | 1.600 | — |
| Nordrhein‑Westfalen | 2.710 | — |
| Saarland | — | 43,4 |
| Schleswig‑Holstein | — | 2,3 |
Konsequenzen für Gesundheitsschutz und Vorsorge
Die RKI‑Auswertungen verdeutlichen, dass Hitzewellen weitreichende Folgen für die öffentliche Gesundheit haben können. Da viele hitzebedingte Sterbefälle nicht direkt als solche dokumentiert werden, sind Modellrechnungen nötig, um die Dimension des Problems abzuschätzen. Für Behörden, Spitäler und Rettung ist dies relevant bei der Vorbereitung auf hitzebedingte Mehrbelastungen, insbesondere für vulnerable Gruppen wie Ältere und chronisch Kranke.
Die Daten zeigen auch, dass regionale Unterschiede bestehen: Dicht besiedelte oder besonders hitzeanfällige Gebiete können höhere relative Belastungen aufweisen. Das RKI betont, dass die Interpretationsspielräume der Schätzungen groß sind und eine laufende Beobachtung sowie Anpassungsmaßnahmen wichtig bleiben.
Abschließend bleibt: Die vorliegenden Zahlen geben einen ersten Eindruck von der Tragweite der jüngsten Hitzeperiode. Weil der Sommer weiterläuft und die Schätzungen mit Unsicherheiten behaftet sind, sind Aktualisierungen der RKI‑Analyse zu erwarten.