Zwei 17‑jährige Jugendliche, die am 18. August von der Neuen Fürther Hütte in Richtung Osttirol unterwegs waren, mussten am Abend einen Notruf absetzen, nachdem starker Regen sie am Weiterkommen hinderte. Die beiden aus Hallein und der Stadt Salzburg blieben demnach unverletzt, waren jedoch naß und ausgekühlt, weshalb die Bergrettung alarmiert wurde.
Wetterlage und Rettungseinsatz
Die Jugendlichen hatten ursprünglich geplant, unterwegs in Zelten zu übernachten und am nächsten Tag die St. Pöltner Hütte zu erreichen. Gegen 19:30 Uhr gaben sie jedoch wegen der Witterung auf und setzten einen Notruf ab. Der Einsatz wurde durch die gleichen Wetterbedingungen kompliziert: Starkregen und schlechte Sicht verhinderten eine normale Zufahrt und erschwerten auch die Unterstützung durch einen Polizeihubschrauber.
Wie der Ortsstellen‑ und Einsatzleiter der Bergrettung Mittersill, Gerfried Walser, schilderte, waren die Jugendlichen zwar unverletzt, konnten aber weder vor noch zurück. Sie hatten Schutz hinter einem Stein gesucht und dort auf Hilfe gewartet. Teile der Rettungsmannschaft wurden per Polizeihubschrauber ins Tal geflogen und ein Stück in Richtung Berg gebracht; aufgrund der Witterung war jedoch kein weiterer Hubschraubereinsatz möglich, weshalb nach einem zweiten Flug abgedreht werden musste.
„Sie waren unverletzt, konnten aber weder vor noch zurück. Ihnen war kalt, und sie waren nass“,
Ein Voraustrupp erreichte die Jugendlichen zeitgleich: Der Hüttenwirt der Neuen Fürther Hütte und ein Gast, beide ebenfalls Bergretter, leisteten erste Hilfe und begleiteten die Jugendlichen. Da sich die Lage nicht besserte, stiegen die vier gemeinsam wieder zur Neuen Fürther Hütte ab. Weitere Einsatzkräfte aus Mittersill setzten die Bergrettung vor Ort zu Fuß fort, nachdem Fahrzeuge aufgrund der Bedingungen nicht mehr weiterfahren konnten. Die Rettung zog sich bis spät in die Nacht hin.
Schwierigkeiten durch Niederschlag und Luftunterstützung
Der Fall illustriert, wie rasch sich ein einfacher Bergaufenthalt in eine kritische Situation verwandeln kann, sobald widrige Witterungsbedingungen hinzukommen. Besonders problematisch war in diesem Einsatz die Kombination aus starkem Regen und eingeschränkter Hubschrauberfähigkeit: Zwar konnten Bergretter per Hubschrauber ins Tal transportiert werden, der Weitertransport an den Einsatzort war jedoch wegen Sicht‑ und Windverhältnissen nicht möglich.
Aus dem Einsatzverlauf lassen sich praktische Folgerungen für Bergsportler und Rettungskräfte ableiten:
- Wettercheck vor Tourenstart: Aktuelle Prognosen beobachten und lokale Warnungen beachten.
- Notfallausrüstung: Wasserfeste Bekleidung, Wärmeschutz und Kommunikationsmittel mitführen.
- Risikobewertung unterwegs: Bei starkem Wetter frühzeitig Schutz suchen oder Abbruch erwägen.
| Zeit | Ereignis |
|---|---|
| Nachmittag | Start der Jugendlichen Richtung St. Pöltner Hütte |
| 19:30 Uhr | Notruf wegen Unwetter und Unterkühlungsgefahr |
| Später Abend/Nacht | Rettung via Hubschrauber‑Einsatzteile und Fußbergung; Abstieg zur Neuen Fürther Hütte |
Konsequenzen und Ausblick
Der Einsatz zeigt, dass auch junge, gut vorbereitete Bergsteiger unvorhergesehene Probleme bekommen können. Für die Bergrettung bedeuten solche Lagen erhöhten Personal‑ und Zeitaufwand, vor allem wenn luftunterstützte Einsätze wegen Witterungseinschränkungen nicht bis zum Zielpunkt durchgeführt werden können. Für Freizeitteilnehmer ist die klare Botschaft, Wetterentwicklung ernst zu nehmen und ggf. Tourenpläne anzupassen.
Weitere Details zu Zustand und Ablauf der Rettung stammen direkt von der Bergrettung Mittersill; Angaben zu Verletzungen beschränkten sich auf die Feststellung, dass die Jugendlichen unverletzt, jedoch nass und kalt waren.
Für Bergsportler gilt unabhängig von diesem konkreten Einsatz: Vor Tourenbeginn Wetter und Routenverhältnisse prüfen, ausreichende Ausrüstung mitnehmen und im Zweifel lieber abbrechen als ein Risiko einzugehen.