Beim Diamond-League-Meeting Athletissima in Lausanne kam es zu einem ungewöhnlichen Höhenkampf: Armand Duplantis setzte sich am Donnerstag gegen Emmanouil Karalis durch und überquerte die Latte bei 6,21 Metern. Für das Duell hatte der Wettbewerb zudem historischen Charakter, denn erstmals traten zwei Stabhochspringer auf dieser Höhe direkt gegeneinander an.
Spiel mit den Höhen: Risiko und Belohnung
Der Griechische Springer begann den Abend mit einem taktischen Manöver: Nach einem gültigen Sprung bei 6,01 m übersprang Karalis die Marke von 6,11 m, weil er sich offenbar sicher war, die 6,16 m zu schaffen. Auch Duplantis verzichtete zunächst auf die Zwischensprünge. Bei der Meeting-Rekordhöhe von 6,16 m misslang Karalis der erste Versuch, Duplantis kam dagegen über die Latte – wenn auch mit leichter Berührung durch die Beine. Im zweiten Versuch überwog bei Karalis erneut die Klasse, er nahm die Höhe und verlängerte damit das Duell.
- 6,01 m: Karalis gültig
- 6,11 m: Beide Athleten übersprangen die Höhe (ausgelassen)
- 6,16 m: Duplantis gültig, Karalis im zweiten Versuch gültig
- 6,21 m: Duplantis gültig (ohne Berührung), Karalis knapp gescheitert
- 6,26 m und 6,32 m (Weltrekordversuch): Karalis scheiterte bei 6,26; Duplantis scheiterte zweimal bei 6,32
Entscheidung, Weltrekordversuch, Perspektiven
Am Ende war es ein sauberer Sprung von Duplantis bei 6,21 m, der den Sieg brachte. Karalis probierte nach dem Fehlschlag bei 6,21 m noch einmal die gleiche Höhe und anschließend 6,26 m, ohne Erfolg. Duplantis ließ sich von der Atmosphäre zu zwei Versuchen am bestehenden Weltrekord von 6,32 m hinreißen; beide Versuche blieben erfolglos. Nach den Fehlversuchen beendete er seine Serie.
| Höhe | Duplantis | Karalis |
|---|---|---|
| 6,01 m | – | gültig |
| 6,11 m | ausgelassen | ausgelassen |
| 6,16 m | gültig (leichte Berührung) | gültig (2. Versuch) |
| 6,21 m | gültig (sauber) | knapp gescheitert |
| 6,26 m | – | gescheitert |
| 6,32 m (WR) | 2× gescheitert (Weltrekordversuche) | – |
Der Wettkampf in Lausanne zeigte nicht nur die Klasse des Siegers, sondern auch das Selbstbewusstsein und die Taktik seines Kontrahenten. Karalis' Entscheidung, Zwischenschritte auszulassen und direkt höhere Höhen zu versuchen, trug zu einer spannenden und ungewöhnlichen Wettkampfdynamik bei. Für Duplantis war der Abend trotz vergeblicher WR-Anläufe ein Erfolg: Er dominierte das direkte Aufeinandertreffen und demonstrierte seine Sprungstärke auch bei höheren Latten.
Für die Leichtathletik bedeutet ein solches Duell positive Aufmerksamkeit und hohen Unterhaltungswert: Solche direkten Konfrontationen auf Weltklassehöhe sind selten und ziehen Zuschauer wie Konkurrenz gleichermaßen an. Ob und wann ein erneuter Versuch am Weltrekord folgen wird, bleibt offen; Lausanne bot jedenfalls einen beeindruckenden Zwischenstand in der laufenden Saison.
Die Bilder des Abends dokumentierten die Dramatik des Wettbewerbs, wobei vereinzelt technische Probleme verhinderten, alle Aufnahmen vollständig darzustellen. Sportlich bleibt als Fazit: Ein packender Wettkampf, gewonnen von Duplantis bei 6,21 m, mit weiteren Anekdoten für die Statistik – und mit der Erinnerung an zwei vergebliche, aber mutige Anläufe am Weltrekord.